|
|
Spielbericht Bundesliga: Hamburger SV – VfB Stuttgart
Der HSV eroberte mit einem Sieg gegen die Schwaben die Tabellenführung.
Von Christoph VOGEL
Hamburg. Nach dem 3:1-(1:0-)Sieg über den VfB Stuttgart grüßt der Hamburger SV nach dem 5. Spieltag von der Tabellenspitze der Bundesliga. Petric, Elia und Zé Roberto erzielten die tollen Tore des HSV, für die Schwaben traf einzig Pogrebnyak zum schmeichelhaften Anschlusstreffer, der die Partie lange offen hielt.
PERSONAL & TAKTIK
Der HSV begann ohne den jüngst schwer verletzten Paolo Guerrero mit Petric und Berg im Sturm. Ansonsten lief die Elf der letzten Wochen auf, die einen ganz starken Saisonstart erwischt hatte. Der VfB wollte mit einer Doppel-6 vor der Abwehr, bestehend aus Khedira und Hitzlsperger, zunächst einmal die Hamburger Angriffe abwehre. Mit Pavel Pogrebnyak lief nur ein nomineller Stürmer auf.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Der HSV begann druckvoll und drängte mit Elia und Trochowski in die Stuttgarter Hälfte. Die Gäste bemühten sich zunächst kompakt zu stehen und den spielstarken Hamburgern wenig Raum zum kombinieren zu geben. Die erste Chance jedoch hatte Stuttgart: Träsch flankte zu Hleb, der den Ball von links in die Mitte beförderte, doch Keeper Rost hatte da genau aufgepasst und schnappte sich das Leder im Nachfassen vor Pogrebnyak (7.). Stuttgart hatte das Spiel tiefstehend im Griff und ließ dem Gegner wenig Luft zum Atmen, doch dann musste Jens Lehmann ganz tief durchatmen: Elia lief mit dem Ball am Fuß durch das Mittelfeld und zog aus rund 25 Metern ab. Lehmann reagiert noch rechtzeitig, ließ den Schuss jedoch vor die Füße von Petric abklatschen. Der Kroate wurde von Delpierre bedrängt und brachte den Ball nicht im Tor unter (16.).
Auf der Gegenseite kam auch Stuttgart zur Riesenchance: Träsch flankte unbehelligt von Ze Roberto und im Strafraum ging Mathijsen nicht zum Ball, sodass große Gefahr entsteht, aber Khedira um wenige Zentimeter verpasste (24.). Nach einer halben Stunde zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz dank Mladen Petric: Nach Doppelpass mit Elia zog der Kroate aus 17 Metern ab und traf oben rechts in den Winkel zum 1:0 (30.). Bis zu diesem Treffer war der VfB durch Konter brandgefährlich, lief dann aber einem Rückstand hinterher. Der HSV übernahm vor der Pause das Kommando und spielte mit größerem Selbstvertrauen sicherer auf. So gehörten die letzten Minuten dem Gastgeber, ohne jedoch noch einen weiteren Treffer zu erzielen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Die Teams betraten jeweils auf einer Position verändert den Rasen: Guy Demel war beim HSV für Jermoe Boateng in der Partie, während Markus Babbel mit Cacau für Gebhart einen weiteren Stürmer brachte. Stuttgart schien immer noch nicht wirklich mit dem Rückstand fertig zu werden, was auch dem Umstand geshculdet war, dass Hamburg weiter früh auf den Mann ging und weiter Druck machte. Einzig Marcus Berg agierte glücklos, ganz im Gegensatz jedoch zu Eljaro Elia: Der Niederländer packte rund 25 Meter vor dem Tor den Hammer aus knallte den Ball ins Tor. Jens Lehmann konnte da nur hilflos zuschauen (58.).
Der VfB schien geschlagen und die Gastgeber schienen sofort nachzusetzen: Petric zog ab und traf ins Netz, aber Schiri Stark entschied auf Foulspiel des Kroaten gegen Tasci (60.). Wie aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich: Träsch gab den Ball zu Pogrebnyak, der Rozehnal davonlief und das Leder an Rost vorbei zum 1:2 ins Netz schob (62.). Der Treffer war eine konsequenz der bis dato fahrigen Leistung der Hamburger Abwehr, die oft zu weit weg von den Gegenspielern stand. Rund 20 Minuten vor Schluss verpassten Freund und Feind eine flache Hereingabe von Piotr Trochowski vom Fünfer (67.). Bei den Stuttgartern lieferte Christian Träsch eines der besten Spiele im Trikot des VfB ab und war stets auf der Höhe.
Kapitän Hitzlsperger scheiterte oft mit seinen Fernschüssen und hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Mit fortlaufender Spielzeit ging es der HSV ruhiger an, ließ eine Viertelstunde vor Schluss aber nochmal die Zuschauer hochschrecken: Berg gewann nach einer Ecke das Kopfballduell und leitete weiter zu Elia, der völlig frei aus sieben Metern köpfen konnte. Lehmann konnte den Ball gerade noch retten (75.). Hamburg war dem 3:1 näher als der VfB dem Ausgleich, obgleich ein überraschender Treffer wie beim 2:1 nicht ausgeschlossen werden konnte. Angeschlagen musste der ganz starke Elia kurz vor dem Ende unter dem Applaus der Zuschauer das Feld verlassen und musste für Robert Tesche Platz machen (86.).
Der VfB fuhr nun vermehrt Konter, die
ihnen der HSV auch gewährte, doch sowohl Hleb (87.) als auch
Pogrebnyak (88.) konnten die Freiräume nicht nutzen. Ze Roberto
verpasste den Gästen in der Nachspielzeit den Todesstoß und sorgte
für die Entscheidung: Nachdem Kuzmanovic den Ball in der
Vorwärtsbewegung verloren hatte, zog der routinierte Brasilianer aus
16 Metern ab und traf zum 3:1 (91.). Das Spiel war gelaufen und der Dreier für Hamburg unter Dach und Fach.
SCHLÜSSELSPIELER
Eljero Elia zeigte bei den Hamburgern, wieso er eine hohe Millionensumme wert war und beeindruckte durch eine starke Technik und einen strammen Schuss beim Tor zum 2:0. Auch Jarolim konnte beim HSV überzeugen. Bei den Stuttgartern war es Christian Träsch, der eine famose Leistung ablieferte und der beste Verteidiger auf dem Platz war.
SCHLÜSSELSZENE
Das 1:0 durch Petric sorgte für die Pausenführung des HSV. Wäre es torlos in die Kabine gegangen, hätte der VfB seine defensive Taktik beibehalten können und so boten sich den Hamburgern weitere Räume.
SPIELER DES SPIELS: Eljero Elia
Der Hamburger lief seinen Gegenspielern durch eine überragende Schnelligkeit davon und wusste auch im Torabschluss zu überzeugen. Elia krönte seinen Auftritt mit einem tollen Tor zum 2:0.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Wolfgang Stark lieferte eine starke Partie ab und nahm dem Spiel in den entscheidenden Situationen den Dampf heraus. Ließ in vielen Szenen das Spiel weiterlaufen, hätte aber bei der ein oder anderen Aktion abpfeifen können.
SPIELNOTE: 6
Die ersten HSV-Tore waren allererste Sahne und ließen die schwache Leistung des VfB vergessen. Zwar war auch der Anschlusstreffer gut herausgespielt, aber das trübte nicht die recht einseitige Partie.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, den 12. September um 18.30 Uhr
Stadion: HSH Nordbank Arena
Zuschauer: ca. 57.000
Tore: 1:0 Petric (30.), 2:0 Elia (58.), 2:1 Pogrebnyak (62.), 3:1 Zé Roberto (91.)
FAZIT
Hamburg führte zurecht mit 2:0, bevor
der bis dahin tote VfB zum Anschlusstreffer traf und die Partie
wieder spannend machte. Erst Ze Roberto machte in der Schlussminute
den hochverdienten Sieg klar.
Eure Meinung: Ist der HSV auch ein Kandidat für Platz 1 am Ende der Saison?
-
Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte
Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.
-
Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine?
KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!
-
Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten
Die EM bietet den teilnehmenden Akteuren die Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu stellen, um sich für neue Klubs zu empfehlen - wir bieten einen Überblick der Wechselkandidaten.
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde