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Man of the Match: Simon Rolfes
Bei der deutschen Nationalmannschaft erlebte Simon Rolfes letzte Woche die Schnelllebigkeit des Profi-Fußballs hautnah. So war er im Testspiel gegen Südafrika noch gesetzt, saß dann aber gegen den Aserbaidschan nicht einmal mehr auf der Ersatzbank. Klar war, dass ihm in Wolfsburg nicht wieder die Tribüne drohen würde. Er rechtfertigte das Vertrauen erneut.
(dw) Wolfsburg. Ein Kapitän muss seine Mannschaft führen können. Er muss da sein, wenn er benötigt wird. Er muss Ansagen machen, wenn das Team unsortiert auftritt. Er muss mit nach hinten gehen, aber auch vorne zu finden sein. Insgesamt muss ein Kapitän also eines zu jedem Zeitpunkt beweisen und vorleben: Präsenz. Und auf diesem Gebiet machte an diesem Spieltag kein Kicker des VfL Wolfsburg oder von Bayer 04 Leverkusen dem deutschen Nationalspieler Simon Rolfes etwas vor. Er spielte eine tolle Partie beim deutschen Meister.
Zwei Treffer für die Brust
So war er unmittelbar nach der Roten Karte für Diego Benaglio zur Stelle. Nicht überraschend: Hasebe musste für Ersatzkeeper Lenz weichen. Damit wurde eine Lücke auf der rechten Seite im Gefüge der Niedersachsen gerissen. Nach einem Eckball war Rolfes genau aus dieser Lücke in den Strafraum vorgedrungen, stand dann frei und machte das 1:0. Die Übersicht und die Intelligenz des Spielers waren danach wohl außer Frage. Aber er sollte auch noch weitere Tugenden beweisen. So übernahm er früh im zweiten Durchgang Verantwortung und trat zum Strafstoß an, den er sicher verwandelte. Mit diesen beiden Treffern war die Brust der Rheinländer merklich breiter geworden und schon deshalb war der Kapitän nun Gold wert.
Gut in jeder Hinsicht
Aber damit noch nicht genug. Er machte seinen Job nicht nur wegen dieser beiden Treffer sehr gut. So war er an weiteren Offensivaktionen seiner Mannschaft beteiligt und außerdem stellte er den Spielmacher des deutschen Meisters weitgehend in den Schatten. Misimovic konnte sich kaum zeigen, so sehr er auch kämpfte. Und noch etwas zeichnete Rolfes aus: seine Präzision. Über 90 Prozent seiner Abspiele fanden den entsprechenden Mitspieler. Ein sensationell guter Wert, vor allem, da er auch einige lange Bälle spielte.
Bundestrainer Joachim Löw wird es also wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Und dann dürfte auch er bald so überzeugt sein, dass er Rolfes nicht mehr in der krassen Form wie zuletzt aufzeigt, was die Schnelllebigkeit des Geschäftes ist. Denn eines ist auch klar: Rolfes ist längst kein zwischenzeitlicher Leistungsträger mehr. In Leverkusen ist er seit Jahren eine feste Größe. Gegen den deutschen Meister war zu sehen, warum das so ist.
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