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Spielbericht Bundesliga: VfL Wolfsburg – Bayer 04 Leverkusen
Der Fehlstart des VfL Wolfsburg in die Bundesliga-Saison nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft ist perfekt. Gegen Bayer 04 Leverkusen verliert die Mannschaft verdient mit 2:3 (0:1), weil Diego Benaglio früh Rot sieht. Auch ansonsten ist viel Brisanz im Spiel. Ein weiterer Platzverweis folgte und der Spielverlauf ist furios.
Von Dennis WEINACHT
Wolfsburg. Bayer 04 Leverkusen gewinnt auch das vierte Spiel in Serie, weil die Mannschaft beim deutschen Meister VfL Wolfsburg zumindest über 70 Minuten eine reife Leistung zeigt. Dann bringt sie sich selbst nochmals in Bedrängnis.
PERSONAL & TAKTIK
Wie erwartet spielten beide Mannschaften mit einem 4-4-2-System. Jedoch gab es in der Startaufstellung beider Teams überraschende Personalien. So verzichtete Armin Veh auf Seiten des VfL Wolfsburg auf Edin Dzeko. Stattdessen durfte sich Obafemi Martins zeigen. hasebe erhielt zudem den Vorzug vor Ziani. Leverkusen hatte auf der linken Abwehrseite mit Hans Sarpei einen nicht zu erwartenden Spieler aufgestellt. Er ersetzte den noch nicht ganz fitten Tschechen Michal Kadlec. Ansonsten gab es aber keine ungewöhnlichen Änderungen der beiden Übungsleiter. Für spielerische Qualität war in jedem Fall schon vor dem Anstoß gesorgt.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Die Hausherren starteten dann aber nach den zwei Niederlage zuletzt stark in dieses Spiel. Nach zehn Minuten gab es die erste dicke Chance, als Vidal seinen Gegenspieler Martins völlig unkontrolliert in Szene setzte. Dieser stand plötzlich frei vor René Adler, schob das Leder aber sehr eng am Pfosten vorbei. Da wäre schon direkt die Führung möglich gewesen und insgesamt begann die Begegnung recht flott, beide Mannschaften wollten direkt die Kontrolle über dieses Spiel erhalten und sich nicht zu sehr in die Schranken weisen lassen. So hätte Diego Benaglio fast mit einem dicken Fehler die Führung für Leverkusen verursacht,als ihm das Leder zwischen den Beinen durchrutschte (13.).
Die Begegnung blieb auch in der Folge sehr lebhaft, vor allem dank des Neuzugangs Martins, der sich viele Chancen erarbeitete, sie aber auch oft überhastet vergab. Richtig brisant wurde es dann nach 32 Minuten: Einen langen Ball klärte Diego Benaglio mit dem Kopf, setzte dann gegen Eren Derdiyok mit den Beinen vorausgehend nach und traf den Schweizer am Fuß. Der Schiedsrichter Dr. Felix Brych entschied sofort auf Foul und zeigte dem Schlussmann der Niedersachsen die Rote Karte. Er hatte das Einsteigen des Keepers als überhart beurteilt und ihm deshalb den Platzverweis gezeigt. Eine vertretbare, aber aufgrund der bisher sehr fairen Partie harte Entscheidung. Hasebe musste anschließend das Feld verlassen. Für ihn kam Andre Lenz, der nun Benaglio im Tor vertreten musste.
Er machte seine Sache von Beginn an recht gut, hielt mehrfach klasse, als er zum Beispiel nach 38 Minuten zweimal formidable klärte. Aber in dieser Aktion nach einem Eckball sollte es dennoch nicht reichen. Der dritte Abpraller fand Simon Rolfes, der das Leder schließlich im Netz unterbrachte. Es war die Führung für Leverkusen. Nicht völlig unverdient, aber zu diesem Zeitpunkt doch etwas unerwartet. Die letzten Minuten des ersten Durchgangs waren dann zerfahren. Die Heimelf wirkte etwas geschockt, konnte nicht reagieren. Leverkusen hingegen versuchte geschickt zu kontern, erhielt dafür aber bis zum Pausentee keine Möglichkeiten mehr.
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Nach dem Wiederanpfiff ging es dann aber flott los: Barzagli hielt und zog im Strafraum gegen einen Spieler der Leverkusener – Elfmeter. Den fälligen Strafstoß verwandelte erneut Simon Rolfes sicher (52.). Allzu lange sollte das Jubeln aber bei den Rheinländern nicht Bestand haben. Nur eine Minute danach musste Eren Derdiyok nach einem von vielen Fouls ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Schocken sollte das die Bayer-Elf aber nicht. Nach einem astreinen Konter erhöhte Stefan Kießling auf 3:0 für die Gäste (58.). Das war dann wohl die Vorentscheidung für die Leverkusener. Nun glaubte kaum noch jemand an die Wende in diesem Spiel - zu unrecht!
Denn alle wussten auch um die Qualität des deutschen Meisters und beendet war diese Begegnung noch lange nicht. Vor allem durch die Einwechslung von Edin Dzeko erhielt die Partie neue Kreativität, die sich auch auszahlen sollte. Er belebte das Spiel nochmals und das 1:3-Tor sollte nicht lange auf sich warten lassen. Dabei verwandelte Misimovic einen Freistoß stark und direkt (76.). In einem tollen Spiel war aber auch damit noch nicht Schluss. Nach einem Foul von Hans Sarpei gab es einen Strafstoß für die Niedersachsen, den Grafite sicher verwandelte. 2:3 – Es kam nochmals richtig Spannung auf. Aber am Ende sollte es dennoch beim Sieg der Rheinländer bleiben.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei Leverkusen waren die überragenden Akteure Simon Rolfes und Stefan Kießling. Diese beiden machten eine sehr starke Partie, und erzielten zudem zusammen die drei Treffer. Ohne den Abräumer im Mittelfeld und den fleißigen Angreifer in der Offensive wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen.
SCHLÜSSELSZENEN
Die Schlüsselszene der Partie war die frühe Rote Karte für den VfL-Keeper Diego Benaglio. Danach wirkte der VfL unsortiert, kassierte schnell das 0:1. Es folgten weitere wichtige Szenen, ein zweiter Platzverweis und viele Tore. Insgesamt wäre aber wohl alles anders verlaufen, wäre der Schweizer Keeper nicht so früh vom Platz geflogen.
SPIELER DES SPIELS: Simon Rolfes
Er konnte Misimovic aus dem Spiel heraus fast immer stellen, erzielte zudem zwei Treffer. Mit seiner Qualität als Führungsspieler schaffte er bei seiner Mannschaft Ordnung auf dem Platz, was gegen einen engagierten Gegner auch unbedingt notwendig war. Glückwunsch an den deutschen Nationalspieler zu einer reifen Leistung.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7.5
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Dr. Felix Brych aus München leitete die Begegnung insgesamt gut, hatte oft den richtigen Riecher für die Situationen. Allerdings gibt es Punktabzüge für die Rote Karte gegen Benaglio. Das Foul war weder übertrieben hart, noch lag eine Notbremse vor. Gelb wäre ausreichend gewesen.
SPIELNOTE: 9, in diesem Spiel war wirklich alles zu sehen. Viele Torchancen, einige Treffer und ganz viel Kampf. Fünf Tore waren für die Zuschauer am Ende der Beweis für die Qualität und jeder Fan dürfte recht zufrieden nachhause fahren, auch wenn die Niedersachsen am Ende keinen Punkt erspielen konnten.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, den 12.
September 2009 um 15.30 Uhr
Stadion: Volkswagen-Arena (Wolfsburg)
Zuschauer: 30 000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Rolfes (38.), 0:2 Rolfes
(52./Foulelfmeter), 0:3 Kießling (58.), 1:3 Misimovic (76.),
2:3 Grafite (80./Foulelfmeter).
FAZIT
Beim deutschen Meister ist die Defensive nach wie vor eine große Baustelle. In der Offensive ist die Mannschaft immer für Treffer gut, aber in der Abwehr ist das wenig meisterlich. Leverkusen hingegen ist auf dem besten Weg, die Spitze der Bundesliga langfristig anzustreben. Die spielerische Qualität dafür ist da, an Souveränität fehlt es aber mitunter noch.
Eure Meinung: Wie geht es nun weiter in Wolfsburg?
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