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Spielbericht Bundesliga : Borussia Dortmund – FC Bayern München
Der BVB bekam im eigenen Stadion 5 Buden eingeschenkt und steht mit null Zählern dar.
Von Christoph VOGEL
Dortmund. Mit 1:5 (1:1) musste sich Borussia Dortmund einem in der zweiten Halbzeit stark aufspielenden FC Bayern München geschlagen geben. Die mehr als 80.000 Zuschauer sahen eine packende, weil torreiche Partie, die zur Halbzeit noch ausgeglichen war. Franck Ribery traf wunderschön per Freistoß und ließ alle Leute erkennen, das der angebliche Zwist mit van Gaal nur in den Gazetten bestand.
PERSONAL & TAKTIK
Beide Trainer mussten aufgrund der Nachwirkungen der Länderspielreisen der Nationalspieler umstellen: Jürgen Klopp vertraute im Sturm Dimitar Rangelov und Mohammed Zidan. Nelson Valdez, der mit seinem Tor gegen Argentinien Paraguay zur WM geschossen hatte, saß zunächst nur auf der Bank. Gegen die Erwartungen spielte Owomoyela zunächst nicht als direkter Gegenspieler von Arjen Robben, sondern gegen Ivica Olic. Der Kroate stand für Franck Ribery in der Startelf. Neben van Buyten verteidigte der junge Badstuber in der Innenverteidigung, Edson Braafheid bekam eine erneute Chance als Linksverteidiger.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Wie angekündigt begannen die Dortmunder mutig und wollten den Bayern von Beginn an Paroli bieten. Nach gut fünf Minuten das erste Mal Dusel für die Gäste: Butt hätte sich das Leder nach einem Pass von Zidan in die Mitte des Strafraums beinahe selber ins Netz gelegt, doch der Ball ging doch ins Toraus zur Ecke (5.). Wenig später war es dann doch geschehen: Sahin brachte einen Freistoß herein auf den freistehenden Hummels, der von Badstuber sträflich alleine gelassen wurde. Der ehemalige Münchener köpfte zum 1:0 ein (10.). Kurz darauf musste Butt erneut seine Klasse beweisen und pflückte eine Flanke von Kuba noch rechtzeitig vor Rangelov aus der Luft (17.).
Der immense Anfangsruck der Gastgeber hatte sich also direkt bezahlt gemacht und die Münchener standen zeitig vor der Aufgabe, ein Gegentor aufzuholen. Nach einem tollen Ball von Owomoyela war Zidan frei durch, doch dem Ägypter versprang unglücklich der Ball und die große Chance war vertan (21.). Der Rekordmeister bemühte sich mehr ins Spiel zu kommen, doch die meisten Zweikämpfe gewannen immer noch die Schwarz-Gelben. Besonders Robben wurde von Dedé und Sahin gut aus dem Spiel genommen und kam zu fast keiner Offensivaktion. Nach einer halben Stunde wagten sich die Münchener mehr und mehr nach vorne und die Dortmunder überließen den Gästen das Zepter, doch die kamen einfach nicht durch die gelbe Mauer durch.
Dann jedoch hatten die Dortmunder Glück: Robben flankte von links schön auf Mario Gomez, der im Strafraum frei köpfen konnte, jedoch zu unplatziert in die Arme von Weidenfeller nickte (33.). Man merkte den Bayern an, dass sie gewillt waren dieses Ergebnis noch vor der Pause zumindest auszugleichen. Gesagt, getan: Schweinsteiger schlug einen Freistoß in Nähe der Mittellinie in den Strafraum. Subotic verlängerte den Ball im Zweikampf mit van Buyten unglücklich zu Gomez, der in sehr abseitsverdächtiger Position zum 1:1 einköpfte (36.).
Dortmund wirkte nach dem Gegentreffer kurz angeschlagen, denn der kam etwas überraschend. Doch lange wirkte dieser Schock nicht: Kurz vor der Pause rutschte Zidan im Strafraum nur ganz knapp an einer Hereingabe am langen Pfosten vorbei (43.). Mit dem 1:1 und vielen Ambitionen für die 2. Halbzeit gingen die Teams dann in die Kabinen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Der zweite Durchgang begann mit zwei Wechseln bei Bayern: Ribery, der sich zuvor schon warm gemacht hatte, kam für Mario Gomez in die Partie. Zudem kam Thomas Müller für Hamit Altintop und rückte für Gomez in den Sturm vor. Und direkt war wieder Zunder im Spiel: Zunächst erlief Ribery schön im Strafraum vor dem Toraus den Ball und spielte in den Rückraum. Dort erreichte er Robben, der auf Schweinsteiger zurücklegte. Der deutsche Nationalspieler zog ab und traf flach zum 1:2 (49.). Wenn sich Dortmund etwas vorgenommen hatte, so war das ein ganz klarer Strich durch die Rechnung.
Mit wenigen, aber effektiven Aktionen hatten die Bayern das Spiel gedreht und nun war es Dortmund, was vor eigenem Publikum einem Rückstand trotz guter Leistung hinterher laufen musste. Der BVB stand hinten eigentlich nicht schlecht, passte jedoch in zwei entscheidenden Situationen nicht auf. Nach gut einer Stunde traute sich die Borussia wieder vermehrt nach vorne, doch München wirkte geordneter als noch in der Anfangsphase der ersten Spielhälfte. Kopp reagierte darauf und brachte zwei frische Offensivkräfte: Lucas Barrios und Kevin Großkreutz kamen für Zidan und Rangelov in die Partie (62.). Das Spiel bot zu dieser Zeit nur noch wenig Hochklassiges und Chancen waren Mangelware, da hatte Schweinsteigers Treffer viel mehr versprochen.
Nach fast 65 versammelten sich fünf Bayern-Spieler zu einem Freistoß aus vielversprechender Position rund 20 Meter vor dem Tor. Ribery trat an – und machte das Tor: Der Franzose traf mit seinem rechten Fuß schwer haltbar für Weidenfeller, auch wenn es die Torwartecke war, ins rechte obere Kreuzeck (65.). Pikant: Beim Torjubel lief Ribery direkt zur Bayern-Bank und jubelte herzlich mit Trainer van Gaal. Ein schlechtes Verhältnis sieht anders aus. Im Gegenzug stieg Owomoyela nach einem Freistoß hoch, köpfte jedoch gut einen Meter über das Tor von Butt (67.).
Nach starkem Beginn hatte Bayern das Spiel nun in Griff. Klopp wechselte ein letztes Mal und brachte Valdez für Kuba. Die nächste Chance sollte ein Standard bringen: Sahin stand nach 77 Minuten bereit, doch sein Freistoß aus halbrechter Position war kein Problem für Hans-Jörg Butt (77.). Auf der anderen Seite scheiterte zunächst Robben mit einem Schuss an Weidenfeller, dann fand auch Olic mit einem Kopfball seinen Meister am Dortmunder Schlussmann (78.). Dann jedoch brach dessen Widerstand: Schweinsteiger flankte noch in derselben Szene von links in die Mitte zu Thomas Müller, der den Ball verarbeitete und mit rechts in die Maschen schoss (78.).
Langsam entwickelte sich die Partie zu einer Klatsche für den BVB. Sahin schoss einen Freistoß aus guter Position nur in die Mauer und auch die darauffolgende Ecke brachte nichts ein (81.). Dortmund rannte und biss zwar weiter, aber die Münchener spielten das Spiel nun souverän herunter. Eine Glanzszene bekamen die Fans dann doch noch zu sehen: Thomas Müller erzielte nach Hackenvorlage durch Olic mit einem Traumtor aus rund 20 Metern das 1:5 (88.).
SCHLÜSSELSPIELER
Owomoyela nahm zwar Robben die längste Zeit aus dem Spiel, dennoch trafen die Münchener 5-fach: Besonders Thomas Müller und Olic wussten ihn der zweiten Halbzeit zu gefallen.
SCHLÜSSELSZENE
Es war das Tor von Schweinsteiger direkt nach Wiederanpfiff, der die Ambitionen der Borussia zunichte machte. Kaum waren die Teams aus der Kabine gekommen schockte der Nationalspieler die Dortmunder und erzielte den Führungstreffer (49.).
SPIELER DES SPIELS: Thomas Müller
An seinem 20. Geburtstag kam das Eigengewächs zwar erst spät., dafür aber umso mehr: Zwei Treffer erzielte der Stürmer, darunter das Traumtor zum 1:5.
SCHIEDSRICHTER – Note 7
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Knut Kircher leitete das brisante Spiel ohne großen Fehler. Beim 1:1 von Gomez war es Auslegungssache, ob die Verlängerung von Subotic bewusst oder unbewusst passierte, da der Stürmer wohl leicht im Abseits stand. Die Teams machten es Kircher in einem fairen Spiel leicht, sodass dieser ganz ohne gelbe Karte auskam.
SPIELNOTE: 6
Sechs Tore sprechen Bände und vor allem die zweite
Halbzeit hatte zwar nicht viele Torchancen, dafür nutzten die Bayern
fast jede davon eiskalt. Besonders die Treffer von Ribery und Müller
waren das Eintrittsgeld wert. Dennoch war das Spiel über weite Strecken nicht auf hohem Niveau und rechtfertigt keine höhere Note.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, den 12. September um 15.30 Uhr
Stadion: Signal Iduna Park
Zuschauer: 80.552 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Hummels (10.), 1:1 Gomez (36.), 1:2 Schweinsteiger (49.), 1:3 Ribery (65.), 1:4 Müller (78.), 1:5 Müller (88.).
FAZIT
Ein tolles Spiel, jedoch nur für die Gäste aus München. Dortmund bestimmte die ersten 20 Minuten und ging zurecht in Führung, doch die individuelle Klasse der Bayern ließen den Rekordmeister noch vor der Pause zurückkommen. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste das Spiel im Griff und bescherten den Dortmundern eine so in der Höhe nicht unbedingt verdiente 1:5-Klatsche.
Eure Meinung: Ist die Niederlage des BVB in der Höhe gerechtfertigt?
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