Spielbericht Bundesliga: Mainz 05 – Hertha BSC

Hertha BSC bleibt in dieser Saison vom Pech verfolgt. Nach toller Leistung und 1:0-Führung verloren die Berliner am Ende mit 1:2 beim Aufsteiger Mainz 05.

Mainz feiert nach dem Sensations-Sieg über Bayern München (firo)
(ab) Mainz. Bundesliga-Aufsteiger Mainz 05 hat am Samstag mit 2:1 gegen Hertha BSC gewonnen. Nach langweiliger erster Hälfte, wurde das Spiel nach der Pause besser. Hertha ging durch Nicu in Führung, danach schlugen die Mainzer aber zweimal eiskalt zu.

PERSONAL & TAKTIK

Die Mainzer plagen große Personalsorgen. Neben den Langzeitverletzten fällt auch noch Keeper Müller aus. Für ihn konnte der angeschlagene Wetklo spielen. Zudem spielten Noveski, Soto und Baljak für van der Heyden, Svensson und Karhan.

Hertha-Trainer Lucien Favre musste gleich zwei seiner wichtigsten Spieler ersetzen. Sowohl Kapitän Friedrich als auch Kacar verletzten sich bei ihren Nationalteams. Für sie spielten Bengtsson und Piszczek von Beginn an. Zudem musste Nicu zunächst auf die Bank, für ihn kam Neuzugang Kringe ins Team.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Das Spiel begann sehr ausgeglichen. Beide Teams waren bemüht, spannende Strafraumszenen waren zunächst aber Mangelware. In der 13. Minute gab es den ersten Schockmoment auf Seiten der Hertha: Neuzugang Kringe musste mit einer Verletzung vorzeitig vom Platz, für ihm kam Nicu ins Spiel. Die Sorgenfalten von Trainer Favre dürften in diesem Moment nicht weniger geworden sein, denn mit Friedrich und Kacar fehlen den Berliner schon zwei wichtige Spieler.

In der Mitte der ersten Hälfte gab es dann die erste Torchance für Hertha BSC. Ebert spielte einen schönen Pass auf Wichniarek, der zu Piszczek weiterleitete. Der Pole, der Kacar im Mittelfeld ersetzen sollte, schoss aber nur Keeper Wetklo an. Auf der Gegenseite köpfte Bancé den Ball genau in die Arme von Drobny.

Die beste Chance hatte der Österreicher Ivanschitz, der in der 39. Minute einfach mal direkt von der Strafraumgrenze abzog. Gute Position, der Ball ging aber weit drüber.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die zweite Hälfte begann mit klaren Vorteilen für die Berliner. Nach einer guten Möglichkeit von Wichniarek, der noch an Wetklo scheiterte, machte es Nicu in der 51. Minute besser. Cicero flankte von rechts in den Strafraum, Nicu setzte sich gegen Bogavac durch und schoss den Ball zum 1:0 ins rechte Eck ein.

Nur vier Minuten später hatten die Mainzer schon die Chance auf den Ausgleich. Bancé kam zu einem gefährlichen Kopfball, Drobny konnte aber mit einer starken Parade klären. Danach erspielten sich die Berliner leichte Vorteile, Ebert und Wichniarek scheiterten aber mit ihren Chancen.

In der 70. Minute gelang Mainz-Trainer Tuchel ein genialer Schachzug: Für den müden Schürrle brachte er Grimaldi, der heute sein Bundesliga-Debüt feierte. Der 18-Jährige sorgte für einigen Wirbel. Nach sieben Minuten setzte sich der Angreifer gegen Bengtsson durch, vergab dann aber freistehend vor Drobny. In der 79. Minute holte Grimaldi dann einen Strafstoß raus, den Ivanschitz zum 1:1-Ausgleich einnetzte.

Hertha zeigte zu diesem Zeitpunkt Schwächen in der Abwehr und im Spielaufbau. Und so kam, was kommen musste: Fünf Minuten vor dem Ende landete der Ball beim sehr agilen Bancé, der sich gegen von Bergen durchsetzte und aus kurzer Distanz Drobny tunnelte. Am Ende ein etwas überraschender 2:1-Sieg für die Mainzer.

SCHLÜSSELSPIELER

Wieder einmal machte auf Seiten der Mainzer der junge Schürrle auf sich aufmerksam. Sorgen- und angstfrei agiert der Angreifer in der Bundesliga. Ihm stand der eingewechselte Grimaldi allerdings in nichts nach. Auch Ivanschitz gehörte einmal mehr zu den auffälligsten Mainzern, traf per Elfmeter zum Ausgleich. Bancé kämpfte, wurde mit dem Treffer zum 2:1 belohnt. Bei Hertha zeigte Kringe bis zu seiner frühen Verletzung gute Ansätze. Für ihn kam Nicu, und der schoss nicht nur ein Tor, sondern zeigte seinem Trainer, dass es ein Fehler war, ihn zunächst auf die Bank zu setzen.

SCHLÜSSELSZENE

Ganz klar die Einwechslung des jungen Grimaldi. Mit dem Angreifer wurden die Mainzer mutiger und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Der 18-Jährige holte zudem den Elfmeter zum 1:1 raus und hatte selbst noch zwei gute Chancen.

SPIELER DES SPIELS

Bancé stellte heute gegen Hertha BSC einmal mehr seinen enormen Wert für die Mainzer dar. Nach schwacher erster Hälfte wurde er mit dem Spielverlauf immer stärker, belohnte sich selbst mit dem Siegtreffer zum 2:1.

SCHIEDSRICHTER – Note: 6

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

Schiedsrichter Florian Meyer hatte mit der Partie keinerlei Probleme. Beide Teams agierten besonders in der ersten Hälfte relativ harmlos.

SPIELNOTE: 6

Über weite Strecken wurde den Zuschauern in der ersten Hälfte im Bruchwegstadion fußballerische Magerkost geboten. Erst in der zweiten Halbzeit wurde das Spiel besser, und nahm mit drei Treffern deutlich an Fahrt auf.

STATISTIK

Anstoß: Samstag, den 12. September  um 15.30 Uhr
Stadion: Bruchwegstadion
Zuschauer: 20.000 Zuschauer
Tore: 0:1 Nicu (50.), 1:1 Ivanschitz (80./Elfmeter), 2:1 Bancé (85.)

FAZIT

Hertha BSC kommt weiter nicht von der Stelle in dieser Saison. Die Niederlage in Mainz war schon die vierte in dieser Saison. In der kommenden Woche müssen drei Punkte her, sonst sieht es für die Berliner ganz düster aus. Mainz kann dagegen mit acht Punkten aus fünf Spielen entspannt in die kommenden Wochen blicken.

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel gesehen?



 
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