Ist Werder wieder wer?

Heimlich, still und leise hat sich Werder Bremen nach nur einem Zähler aus den ersten beiden Spielen auf Rang drei der Tabelle geschlichen. Zugegebenermaßen, das Klassement ist nach vier Partien noch nicht sonderlich aussagekräftig, doch die Tendenz zeigt bei den Hanseaten nach oben. Goal.com macht eine Bestandsaufnahme.

Bundesliga: Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach, Claudio Pizarro (firo)
(fb) Bremen. Nach dem ersten Spieltag und der 2:3-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt schrillten an der Weser die Alarmglocken: Defensiv-Schwäche bei Kontern, das Unterschätzen kleinerer Gegner, alles wie im Vorjahr? Doch es scheint, als hätte diese Niederlage wie ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit gewirkt. Dank guter Spiele in den folgenden Wochen ist Werder in der Tabelle mittlerweile auf Rang drei angekommen. Dabei präsentierte sich die Abwehr verbessert und im Spiel nach vorn läuft es gewohnt gut.

Schnelleres Spiel dank Özil


Allerdings sind die sieben Zähler gegen Bayern München (1:1), Borussia Mönchengladbach (3:0) und Hertha BSC (3:2) mit Vorsicht zu genießen. Die Bayern waren am zweiten Spieltag noch nicht gefestigt, Gladbach trat im Weserstadion reichlich mutlos auf und die Hertha ist noch auf der Suche nach der Form des Vorjahres. Dennoch ist eine gewisse Tendenz zu erkennen: Werder hat den Abgang Diegos gut verdaut. Das liegt vor allem daran, dass Mesut Özil nochmals einen Sprung in seiner Entwicklung gemacht hat. Der Nationalspieler interpretiert die Spielmacherrolle allerdings ein wenig anders als der Brasilianer zuvor: Er hält den Ball nicht so lange und ist stets bemüht, mit seinen Pässen das Spiel schnell zu machen. Außerdem tritt er hervorragende Standards.

Pizarro, der Volltreffer


Neuzugang Marko Marin zeigte nach schwachen Anfangswochen zuletzt ansteigende Form und deutete an, dass er zu einer großen Bereicherung im Bremer Spiel werden kann. Als wichtiger Baustein erwies sich zudem die Verpflichtung Claudio Pizarros. Der Torjäger brauchte keine Eingewöhnungszeit und erzielte in vier Pflichtspielen vier Treffer. Wenn Hugo Almeida, Daniel Jensen und Markus Rosenberg nach ihren Verletzungen zurückkehren, steigt das Offensivpotenzial weiter an. Sorgen bereitet dagegen Neuzugang Marcelo Moreno: Der Bolivianer hat noch große Probleme mit der Umstellung auf den deutschen Fußball und bringt es derzeit, wenn überhaupt, nur auf Kurzeinsätze.

Borowski und Frings stabilisieren sich


Auch Rückkehrer Tim Borowski und Torsten Frings haben sich nach schwachem Start gefangen. Allerdings spielt Werder seit dem Gladbach-Spiel nicht mehr starr im neuen 4-4-2-System mit „Doppelsechs“. Vielmehr ist die Formation ein Zwitter zwischen der alten Raute und einer „flachen vier“ im Mittelfeld: Borowski spielt einen Tick offensiver als Frings und entlastet damit Özil, der von links kommend als Regisseur agiert. Zuletzt funktionierte dies prächtig. Ob es auch gegen Topgegner praktikabel ist, wird sich aber noch zeigen müssen. Als weiterer Stabilisator fungiert der wiedergenesene Abwehrchef Naldo, der zudem regelmäßig als Torschütze glänzt.

Kein Hurra-Fußball mehr


Wichtigster Fortschritt bei Werder ist allerdings das geduldige Spiel. Auch wenn der Gegner sich am eigenen Sechzehner verschanzt, wird nicht mehr im Hurra-Stil angegriffen, sondern klug auf die Lücke gewartet. Diese Entwicklung ist entscheidend, da die Zahl der Ballverluste in der Vorwärtsbewegung minimiert wird und der Gegner nicht mehr zu so vielen Kontergelegenheiten kommt.

Werder hat einen ordentlichen Start hingelegt und empfängt am Sonntag Hannover 96. Auch da sind drei Punkte fest eingeplant. Sollte es so kommen, hätte sich die Elf von Thomas Schaaf zunächst in der Spitzengruppe festgesetzt und.

Eure Meinung: Wie bewertet Ihr die Situation in Bremen? Was traut Ihr Werder diese Saison zu?


 
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