FC Bayern will VfL Wolfsburg an die Flügelzange legen

Mit dem Transfercoup Arjen Robben gehören dem FC Bayern in dieser Woche einmal mehr die Schlagzeilen. Die Verpflichtung des Flügelflitzers offenbart den schwächelnden Münchenern neue Perspektiven im Offensivspiel - auch schon am Samstag gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg?

Arjen Robben - Real Madrid (Goal.com)

(en) München. Mit Franck Ribéry und Arjen Robben verfügt der FC Bayern nun über einen der stärksten Offensivflügel in Europa. Schließlich ist der Niederländer laut Bayern-Manager Uli Hoeneß für die rechte Flanke gedacht, Ribéry fühlt sich auf der linken Außenbahn am wohlsten. Das Kuriose dabei: Beide spielen seitenverkehrt, da Robben Links- und Ribéry Rechtsfuß ist. Mit ihren angedachten Positionen haben allerdings beide die Möglichkeit, mit ihrem stärkeren Fuß nach innen zu ziehen und den Torabschluss zu suchen. So wie es auch Außenverteidiger Philipp Lahm in den vergangenen Jahren praktizierte, ehe er zu dieser Saison auf die rechte Seite wechselte.

Ribéry wohl nicht von Beginn an

Neben dem VfL Wolfsburg, der mit seinem genialen Angriffstrio aus Ex-Bayer Zvjezdan Misimovic, Edin Dzeko und Grafite die Allianz Arena stürmen will, sind auch die Münchener spätestens jetzt nach dem Robben-Transfer offensiv hervorragend aufgestellt. Allerdings wird die neue bayerische Flügelzange am Samstag noch nicht vollends zur Geltung kommen: Nach seiner Verletzungspause dürfte Ribéry erst als Einwechselspieler ins Geschehen eingreifen. Schließlich befand Trainer Louis van Gaal im Nachhinein, dass Ribérys jüngste Einsätze für Frankreich und in der Bundesliga gegen Werder Bremen zu früh gekommen sein. Da der Franzose den Großteil der Saisonvorbereitung verpasst hatte, ein nachvollziehbares Argument.

Der in den letzten Jahren verletzungsanfällige Robben hingegen absolvierte die gesamte Vorbereitung bei Real Madrid mit, steht daher „voll im Saft“ und dürfte schon am Samstag sein Bundesliga-Debüt geben. Van Gaal freut sich über seinen Neuzugang, den er als „kreativen“ wie „explosiven Spieler“ schätzt.

Allrounder Robben

Mit der Verpflichtung Robbens verfügt der FC Bayern über eine enorme taktische Flexibilität im Angriffsspiel, da der sprintstarke 25-Jährige auf beiden Flügeln einsetzbar ist - und das sowohl als Außenstürmer wie auch als Mittelfeldspieler. Van Gaal könnte somit auf das typisch niederländische 4-3-3-System zurückgreifen (wie zuletzt beim Test gegen Union Berlin), in dem Robben gemeinsam mit Ivica Olic als Außenstürmer fungiert. In diesem Fall müssten sich mit Luca Toni, Mario Gomez, Miroslav Klose und Thomas Müller gleich vier Angreifer um den einen noch verfügbaren Platz als Mittelstürmer streiten.

Van Gaal und die Systemfrage

Bevorzugt der Coach ein 4-4-2, käme Robben wie von Hoeneß angekündigt auf der rechten Mittelfeldseite zum Einsatz. Ribéry nähme seine angestammte Position als Robbens Pendant auf links ein - es sei denn, van Gaal überzeugt ihn tatsächlich noch von der Rolle als Spielmacher. Ein Mittelfeldspieler Robben bedeutete zugleich große Konkurrenz für Hamit Altintop und Bastian Schweinsteiger, von denen zumindest einer aus dem Team fiele. Die Qual der Wahl also für den Coach, der zugibt, sein ideales System noch nicht gefunden zu haben. Gleichzeitig bittet van Gaal auf der Homepage des Klubs um Geduld: „Wir brauchen Training, damit das Zusammenspiel klappt.“ Allerdings hat das Umfeld des FC Bayern nach dessen Fehlstart Vieles, nur keine Geduld... 

Wolfsburgs Außenverteidiger gefordert

In welcher taktischen wie personellen Formation der FC Bayern gegen die „Wölfe“ auflaufen wird, ist angesichts der Variantenvielzahl kaum vorherzusagen. Eines scheint jedenfalls sicher: Auf ihre Außenverteidiger Sascha Riether und Marcel Schäfer dürfte reichlich Arbeit zukommen. Allerdings besitzen die Gäste einen großen Vorteil: Sie konnten sich im Vergleich zum Münchener Trubels ganz in Ruhe auf das Spiel vorbereiten.

Eure Meinung: Wird die neue Flügelzange der Bayern schon gegen Wolfsburg zuschnappen?



 
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