Spielbericht Bundesliga: VfL Bochum – Hertha BSC
Der VfL Bochum feierte gegen die Berliner Hertha mit 1:0 verdient den ersten Saisonsieg. Die Leistung des Favre-Teams war über weite Strecken enttäuschend. Den Siegtreffer erzielte ein Verteidiger, ein Schwede zeigte lieferte ein starkes Debüt.
Von Ramon RAM
Stark, was der VfL Bochum gegen Hertha BSC zeigte. Deswegen holte sich das Koller-Team verdientermaßen den ersten Dreier gegen zu passive Berliner.
PERSONAL & TAKTIK
Bei den Gastgebern nahm Coach Koller im Gegensatz zur 0:3-Pleite auf Schalke vier Veränderungen vor. Mavraj, Bönig, Johansson und Freier spielten anstelle von Maltritz (Muskelfaserriss), Fuchs, Dabrowski und Azaouagh (Erkrankung). Im Duell der Schweizer Coaches wollte Koller Druck von der bislang schwachen Abwehr nehmen, indem er Johannsson als zweiten Sechser neben Imhof brachte.
Auch Lucien Favre veränderte sein Team im Vergleich zum vergangenen Spieltag auf drei Positionen. Stein, Dardai und Domovchiyski durften für Pisczek, Raffael und Wichniarek (Rückenprobleme) ran. Der zweifache Saisontorschütze Kacar sollte für Raffael als hängende Spitze hinter Domovchiyski agieren.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Die Bochumer starteten aggressiv und wollten den Hauptstädtern gleich mal zeigen, wer der Herr im Haus ist. Nennenswerte Torraumszenen gegen auf Konter lauernde Berliner konnten die Koller-Schützlinge aber keine verzeichnen. Bis zur 22. Minute, als Sestak einen Kopfball nach einer Epalle-Ecke völlig freistehend am Tor vorbei setzte. Die erste Chance der „Alten Dame“ resultierte aus einem Beinahe-Eigentor der Gastgeber in Minute 27. Nach einer Flanke vor rechts prüfte Yahia seinen eigenen Keeper. Heerwagen reagierte jedoch glänzend und verhinderte Berliner-Jubel. Drei Minuten später hätte es den um ein Haar auf der anderen Seite gegeben: Diesmal prüfte Yahia am langen Pfosten aus nächster Distanz seinen ehemaligen Schlussmann Drobny, doch auch dieser bestand die Prüfung. Insgesamt präsentierten sich die Bochumer engagierter und besaßen mehr Spielanteile, Torerfolg gelang Sestak & Co. aber keiner.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Traumstart für den VfL in Halbzeit zwei: Der im ersten Abschnitt noch etwas unglücklich agierende Anthar Yahia hämmerte nach einem von Bergen-Handspiel einen Freistoß aus etwa 17 Metern unhaltbar für Drobny in die linke untere Ecke. Sestak (48.) und Sturmpartner Klimowicz (54.) vergaben jeweils mit Kopfbällen Top-Chancen auf eine komfortable Führung. In Minute 58 dann die Riesen-Ausgleichschance für die Gäste. Doch Domovchiyski scheiterte aus zwei Metern und spitzem Winkel am starken Heerwagen. Acht Minuten vor Ende blieb der VfL-Keeper im Eins-gegen-Eins mit dem eingewechselten Raffael siegreich. Letztlich blieb es beim hochverdienten Erfolg äußerst kampfstarker Bochumer.
SCHLÜSSELSPIELER
Auf Seiten der Hausherren war Ersatz-Kapitän Anthar Yahia die Schlüsselfigur der Partie. Im ersten Durchgang traf er innerhalb zwei Minuten fast in beide Tore. Kurz nach Wiederbeginn erlöste er die VfL-Fans dann mit einem Freistoßkracher zur Führung.
Bei der Hertha zeigte sich Mittelfeld-Mann Patrick Ebert am stärksten. Der 22-Jährige war im Gegensatz zu einigen seiner Nebenleute stets bemühte und wehrte sich mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage.
SCHLÜSSELSZENEN
Nach überlegen geführter erster Halbzeit, war der Führungstreffer durch Yahia aus Minute 47 wie eine Erlösung für die Bochumer.
SPIELER DES SPIELS: Andreas Johansson
Der 27-jährige Schwede lieferte bei seinem Debüt für den VfL eine makellose Leistung ab und dürfte sich für die nächsten Wochen einen Platz in der Startformation gesichert haben.
FAZIT
Verdienter erster Saisonerfolg für die Bochumer. Von Beginn weg war das Koller-Team die bessere Elf. Erst gegen Spielende mussten die Gastgeber um die drei Zähler zittern.
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Spielnote: 5, vor allem aufgrund der lange Zeit zu passiven Spielweise der Berliner war die Begegnung kein Leckerbissen.
Tor: 1:0 Yahia (47.)
Gelbe Karten: Bönig (7.); Kacar (66.), Raffael (84.)
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
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