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Die Anspannung ist groß am Geißbockheim vor dem wegweisenden Spiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt. Wie groß, zeigte eine verbale Entladung in einer Pressekonferenz von Faryd Mondragon am gestrigen Donnerstag, die vom Emotionsgehalt locker mit den Kult-Reden von Trapattoni und Doll mithalten kann...

Von François DUCHATEAU

Köln.
Die Domstadt wie sie leibt und lebt. Seit Tagen haben Bild und Express nichts anderes zu tun, als Unruhe zu stiften am Geißbockheim. Vom „1. FC Disziplinlos“ war die Rede und es wurde mehr über die Autos des Profis berichtet, als über Sportliches.

Dem „Kölschen Kahn“ platzt der Kragen

Nun platzte Keeper Faryd Mondragon der Kragen und es wurde sichtbar, warum man den Kolumbier auch den „Kölschen Kahn“ nennt. Da Mondragon ein großes Redebedürfnis hatte, hielt er seine Ansprache auf Englisch, natürlich nicht ohne auf einige Kraftausdrücke zu verzichten...

„Wir sind ein disziplinierteres Team als letztes Jahr. Auf und neben dem Platz.“


Zusammengefasst polterte „Mondy“ gegen die Presse los und fragte sich, was diese ganzen „Lügengeschichten“ der vergangenen Tage eigentlich sollten. Er sei nun drei Jahre in Köln und noch nie habe eine so gute Stimmung und Disziplin im Team verspürt. „Es geht nicht darum, wer einen Aston Martin fährt oder einen Ford. Es geht um Fußball.“ Es sei feige von der Presse sich auf Zvonimir Soldo zu stürzen, nur weil er ein vergleichsweise ruhiger Trainer sei. „Wir haben jetzt einen Trainer und einen Co-Trainer, die wir nicht zu 100, sondern zu 200 % verstehen. Sie sind berechenbar in der Art, wie sie sprechen, handeln und uns trainieren. Wir sind ein besseres Team als letztes Jahr. Wir sind ein disziplinierteres Team als letztes Jahr. Auf und neben dem Platz.“

Wer hat Angst vor Mr. Daum?

„Das neue Trainerteam macht keine Shows und gibt nicht diese dummen Pressekonferenzen. Alle wussten doch, was hier alles vorgefallen ist in den letzten Jahren. Und niemand hat etwas gesagt. Aus Angst vor Mister Daum oder vor wem?“, fragte sich der zweitälteste noch aktive Bundesligaprofi. Mit der Unruhestifterei würden die Journalisten sich letztendlich selbst schaden, denn „wollen sie wieder 4, 5 Stunden mit dem Bus nach Koblenz oder Oberhausen fahren“ oder lieber aus der HSH Nordbank-Arena oder der Münchener Allianz Arena berichten?’“, fragte der Südamerikaner rhetorisch.



Express stellt „zensierte“ Fassung online

Mittlerweile gibt es die ganze Rede auf Youtube zu sehen. Was beispielsweise der angeprangerte Express von der Kritik hält, zeigt die Tatsache, dass man alle „pikanten“ Stellen auf ihrer Online-Plattform herausschnitt...

Mondragon stellt sich mutig vor Soldo

Goal.com sagt: Respekt vor diesem Mut, Herr Mondragon! Die rheinischen Boulevardblätter gehen nämlich alles andere als milde mit Gegenwind um, ihren Einfluss sollte man nicht unterschätzen, wenn man sich einmal die Historie der „Geißböcke“ ansieht. Mit dieser Rede stellte sich der Keeper als Führungsperson vor Team und Trainer, was das Kölner Kollektiv sicher noch enger zusammenschweißen wird. Nun nur noch drei Punkte gegen Frankfurt, und es herrscht wieder Ruhe beim 1. FC Köln...

Eine niedergeschriebene Fassung der Pressekonferenz findet ihr bei unseren Korrespondenten vom Effzeh-Blog.

Was sagt ihr zu dieser Rede von Mondragon? Hat er Recht? Oder kritisieren die Journalisten die „Geißböcke“ zu Recht?

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