Hannover: Die Suche nach dem Hecking-Nachfolger hat begonnen

Der König ist tot – lang lebe der König! Vor dem Trainer ist gleichzeitig auch nach dem Trainer und so beginnt nun in Hannover die Suche nach einem Nachfolger auf Dieter Hecking, der gestern der Vereinsführung seinen Rücktritt anbot. Goal.com drehte für Euch am Trainerkarussell und sagt, wer sicher im Gespräch sein dürfte für den Job in Niedersachsens Hauptstadt.

Gute Freunde: Lothar Matthäus vom FC Bayern München mit dem DFB-Pokal 1998
Von François DUCHATEAU

Hannover.
Nur einer war schneller als Dieter Hecking –Jörn Andersen. Der Norweger, der mit dem FSV Mainz 05 den Aufstieg in die Bundesliga schaffte, erlebte den ersten Spieltag gar nicht erst. Im Vorfeld wurde der Blondschopf abgesägt und von Jugendtrainer Thomas Tuchel ersetzt. Andersen stünde damit also theoretisch zur Verfügung, doch wer den Hannover’schen Größenwahn kennt, weiß, dass Andersen den 96ern wahrscheinlich zu unerfahren sein dürfte. Selbiges gilt wohl auch für Eduard Becker, der jüngst beim Karlsruher SC entlassen wurde.

Matthäus bringt sich traditionell selbst ins Gespräch

Einer, der sich immer selbst ins Gespräch bringt, ist Lothar Matthäus. Der Wandervogel und Rekordnationalspieler bekleckerte sich in seiner jungen Trainerkarriere nicht gerade mit Ruhm. Weder bei Rapid Wien, Partizan Belgrad, als Nationaltrainer Ungarns, bei Atletico Paranaense, Red Bull Salzburg, noch bei Maccabi Netanya in Israel. Ob Kind Matthäus das Vertrauen schenkt? Bisher hat sich noch kein Verein getraut, dieses Risiko einzugehen. Warum sollte da ausgerechnet die angeschlagenen 96er Versuchskaninchen spielen wollen?

Mehr Erfahrung haben Funkel und „Auge“

In Hannover möchte man nun sicher auf einen Trainer mit Erfahrung setzen. Klaus Augenthaler wäre jemand, der nach dem Grazer AK bereits drei Bundesliga-Clubs mehr oder weniger erfolgreich geleitet hat.  Noch erfahrener ist Friedhelm Funkel, der bislang fünf Bundesligisten betreute. Allerdings machte der gebürtige Neusser meist eher im Tabellenmittelfeld von sich aufsehen – wenn überhaupt. Da Hannover jedoch erfolgreicher sein möchte, als dies unter Hecking der Fall war, muss ein Spitzenmann her, einer, der weiß, wie es im oberen Tabellendrittel riecht.

Slomka, der Mann aus der Region

Und da bleibt vor allem ein Name hängen: Mirko Slomka, der zudem noch im 30km entfernten Hildesheim geboren wurde. Bereits von 2001-2004 war er als Co-Trainer der Profis in Hannover tätigt, er kennt also den Club und identifiziert sich mit dem Verein. Auch während seiner Zeit auf Schalke fuhr Slomka zu seiner Frau in die niedersächsische Hauptstadt. Die Familie Slomka hat ihr Haus dort selbst während seiner Tätigkeit im Ruhrgebiet nie aufgegeben und Slomkas Kinder gehen immer noch in Hannover zur Schule. Slomka, er gilt als Wunschkandidat der Fans, doch sicher ist ein Engagement dennoch nicht. Denn egal wo seit Mai 2008 ein Trainerstuhl frei wurde, war Slomka immer im Gespräch als einer der Favoriten. Und nie wurde er genommen. Misstrauen so mancher Clubbosse mag die eine Sache sein, aber wie zuletzt auch beim 1. FC Köln zu sehen war, fordert Slomka anscheinend einfach viel zu viel Gehalt. Sonst säße er statt Soldo derzeit in Köln auf der Bank. Ob Hannover die Knete hat und diese auch so ausgeben will?

Was meint ihr: Wer wird neuer Trainer in Hannover? Welcher Kandidat wurde vielleicht noch nicht genannt?

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