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ELF Kultstadien (2): Signal-Iduna-Park, Dortmund
In diesen Stadien geht die Post ab! Die Fans singen sich bis zur Ekstase. Die Stimmung schwappt auf den Rasen. Andere Stadien indes überzeugen durch ihre besondere Lage, durch ihre traditionsreiche Geschichte oder sind einfach nur Kult. ELF, das populäre Ranking auf Goal.com, widmet sich dieses Mal täglich den Kultstätten der Republik. Da, wo der Fußball zu Hause ist. Und das war wieder einmal keine leichte Aufgabe. Deswegen haben wir uns auch dazu entschieden, zunächst nur die Stadien in die engere Auswahl zu nehmen, in denen derzeit noch aktiv bis zur 3. Liga gekickt wird. Freunde der Glück Auf-Kampfbahn, des Hamburger Volksparkstadions oder andere Nostalgiker müssen sich also vorerst noch gedulden. Diese Stadien kamen nicht in die Wertung, bieten aber genügend Stoff für ein weiteres Ranking. Weiter geht es heute mit dem zweiten Platz, dem stimmungsvollen Signal-Iduna-Park in Dortmund!
(en) Dortmund. Wenn das keine ehrenvolle Auszeichnung ist: Diesen Monat wählten die Redakteure der renommierten englischen Tageszeitung Times ihren weltweiten Stadionfavoriten – und entschieden sich für: den Dortmunder Signal-Iduna-Park! Großartige Anerkennung ausgerechnet aus dem Mutterland des Fußballs, der Heimat von historischen Kultstätten wie dem Old Trafford in Manchester oder der Anfield Road in Liverpool.
Times lobt den „Klassiker“
In der Laudatio hieß es auf der Homepage der Times: „Borussia Dortmunds Stadion ist der Klassiker. Gewaltige Ränge, die die Geräusche mit einer ohrenbetäubenden Intensität auf den Rasen zurückwerfen. Dieser Platz wurde für den Fußball und für die Fans erbaut. (…) Die beste Atmosphäre auf dem Kontinent.“
In der Tat, der Signal-Iduna-Park ist einzigartig: Die gewaltige 25.000 Zuschauer fassende Südtribüne („die gelbe Wand“) ist sein Markenzeichen und bietet mehr Menschen Platz, als so manches Stadion eines Profi-Klubs insgesamt. Doch es sind die leidenschaftlichen schwarz-gelben Anhänger, die das Stadion erst mit Leben füllen: Stolze 50.675 Dauerkarten verkaufte der BVB vor dieser Saison und stellte damit einen fantastischen Rekord auf. Dabei bleibt es jedoch längst nicht nur bei der rein zahlenmäßigen Unterstützung, wie erst das jüngste Testspiel gegen Real Madrid bewies: Ungeachtet des deprimierenden Ergebnisses von 0:5 herrschte eine großartige Stimmung, dem feierlichen Rahmen des 100-jährigen Jubiläumsjahres von Borussia Dortmund angemessen. Die BVB-Fans initiierten mehrfach die LaOla-Welle, feierten sich und ihren geliebten Verein: „Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz!“
Symbiose aus Tradition und Moderne
Es ist die Mischung aus Tradition und Moderne, die den Signal-Iduna-Park so besonders macht. Trotz wiederholter Ausbauarbeiten hat er sich ein hohes Maß an Ursprünglichkeit bewahrt und sich nicht in eine unpersönliche Mehrzweck-Arena verwandelt. Eine Ursprünglichkeit, die auch als reines Fußballstadion ohne Laufbahn zum Ausdruck kommt. Hier ist der Zuschauer (sofern er nicht in den obersten Tribünenreihen sitzt…) nah am Geschehen.
Foto-Galerie: Der Signal-Iduna-Park in Dortmund
Wenngleich nicht verschwiegen werden soll, dass der Kapazitätsausbau von 54.000 auf heute gut 80.000 Zuschauer auch damit einher ging, dass viele Modefans den Weg ins Stadion fanden, die sich eher bespaßen lassen wollten, als selbst zur Stimmung beizutragen. Ein Umstand, der sich in weniger erfolgreichen BVB-Jahren auch in der Stimmung niederschlug, da der Kern „echter“ Fans nun ein bedeutend größeres Stadion atmosphärische füllen musste. Wobei diese Entwicklung beileibe kein Dortmunder Phänomen ist, sondern eines fast aller erfolgreichen Klubs.

Fußballtempel der Emotionen
Zur Weltmeisterschaft 1974 als „Westfalenstadion“ eröffnet, löste es die vorherige BVB-Heimat „Rote Erde“ ab und erlebte seither zahlreiche Höhepunkte: Ob die Dortmunder Meisterschaften von 1995, 1996 und 2002, diverse Europapokal-Highlights oder die WM-Spiele von 1974 und 2006 – die Zuschauer nahmen in diesem Fußballtempel immer wieder ein intensives Bad an Emotionen. Unvergessen auch der Last-Minute-Treffer von Jürgen Wegmann zum 3:1 im Relegations-Rückspiel gegen Fortuna Köln 1986, ohne den der BVB in die Zweitklassigkeit abgestiegen und wohl kaum seine große Renaissance in den 1990er Jahren gefeiert hätte. Augenzeugen von damals sprechen noch heute von einem der intensivsten Momente in der Geschichte des Stadions, in dem sich wildfremde Menschen glückselig um den Hals fielen.
Für Dortmunder noch immer das „Westfalenstadion“
Auch die deutsche Nationalmannschaft tritt aufgrund der famosen Fanunterstützung immer wieder gerne in Dortmund an und galt dort als nahezu unbesiegbar – bis zu jenem bitteren 0:2 nach Verlängerung gegen Italien bei der Weltmeisterschaft 2006… Seit Ende 2005 trägt das Stadion den Namen der Signal Iduna Gruppe; Dortmundern kommt allerdings der historische Name „Westfalenstadion“ noch immer deutlich leichter über die Lippen. Auch von offizieller Seite wurde es bereits ausgezeichnet: Der europäische Fußballverband UEFA honorierte es als sogenanntes „Fünf-Sterne-Stadion“ mit der höchsten Kategorie.
Keine Frage: Der Signal-Iduna-Park ist ein Stück lebendige Fußballgeschichte und ein elemantares Wahrzeichen Dortmunds, das aufgrund seiner (natürlich gelben!) und markanten Eckpfeiler von vielen Plätzen der Stadt aus zu sehen ist und stets daran erinnert: In Dortmund ist der Fußball zuhause!
Foto-Galerie: Der Signal-Iduna-Park in Dortmund
Unser Goal.com Ranking: Deutschlands ELF Kultstadien (Übersicht)
Eure Meinung: Der Signal-Iduna-Park auf Rang zwei unserer Stadionrangliste – an welcher Stelle steht für Euch diese Kultstätte des Fußballs? Und welche Erlebnisse verbindet Ihr mit der Heimat des BVB?
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