Spielbericht Bundesliga: VfB Stuttgart – SC Freiburg

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten bekamen die Zuschauer in Stuttgart zu sehen. Für die erste hätten sie Schadenersatz verlangen können und die zweite hätte noch ein paar Minuten länger dauern dürfen, denn sie bot sechs Tore.

Pavel Pogrebnyak, VfB Stuttgart (firo)
Von Daniel BUSE

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat den ersten Dreier der Saison geholt: Gegen den SC Freiburg siegten die Schwaben mit 4:2 (0:0). In der ersten Halbzeit war überhaupt nichts los – und in der zweiten Halbzeit ging es richtig rund.

PERSONAL & TAKTIK

Stuttgart-Trainer Markus Babbel rotierte mit Blick auf die vielen Spiele in den kommenden Wochen und ließ Kapitän Thomas Hitzlsperger draußen. Für ihn spielte Martin Lanig im 4-4-2 im Mittelfeld. Auf der linken Seite kam für Ludovic Magnin Arthur Boka zum Einsatz.

Der SC Freiburg brachte genau die Mannschaft, die auch die zweite Hälfte gegen den Hamburger SV begonnen hatte. Felix Bastians ersetzte in der Innenverteidigung des Freiburger 4-4-2 Oliver Barth.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

Die erste Hälfte war ein ganz großer Langweiler. Es gab nur wenige erwähnenswerte Szenen bei ganz warmem Wetter. Die ersten 15 Minuten gehörten dem VfB, der von den Freiburgern viel Platz im Mittelfeld angeboten bekam. Die Gäste kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe und zogen sich weit zurück. In der 14. Minute gab es die beste Chance für die Stuttgarter: Sami Khedira leitete bei einem Konter den Ball zu Cacau weiter und der zog den Ball aus 18 Metern am langen Pfosten vorbei.

Danach kam in einem schwachen Durchgang der SC etwas besser ins Spiel und konnte das Derby ausgeglichen gestalten. Ein Schuss von Jonathan Jäger in die Wolken (20.) war die einzige Möglichkeit für den Aufsteiger. Beim VfB zogen vor allem Aliaksandr Hleb und Gebhart von der Außenlinie immer wieder nach innen und trafen dort auf eine große Anzahl von SC-Abwehrspielern, die ihren Job souverän erledigten. Nach einem Halten von Mathieu Delpierre an Mohamadou Idrissou hätte es in der 40. Minute einen Strafstoß für die Gäste geben können.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Der zweite Durchgang entschädigte mit sechs Treffern für den müden Kick vor der Pause. Los ging’s mit dem 1:0 für den VfB: Nach einer abgewehrten Ecke schickte Aliaksandr Hleb einen Traumpass auf Arthur Boka. Dessen flache Hereingabe musste Pavel Pogrebnyak nur noch aus zwei Metern ins leere Tor ticken (53.). Der SC war allerdings nicht geschockt und hatte direkt danach durch Jonathan Jäger die große Chance zum Ausgleich (54.).

Mit dem eingewechselten Elson kam viel mehr Schwung ins Spiel der Stuttgarter. Nach einem Foul des unsicheren SC-Keepers Manuel Salz an Pogrebnyak verwandelte der Brasilianer den fälligen Elfmeter zum 2:0 (64.). Freiburg machte aber weiterhin munter mit und kam schon kurz danach durch einen wuchtigen Kopfball von Idrissou nach einer Flanke von Yacine Abdessadki zum 2:1 (70.).

Viel Tempo und ganz wenig Spiel im Mittelfeld boten im Anschluss beiden Teams noch einige Möglichkeiten. Es war wieder Elson, der für den VfB vorlegte: Mit einem Knaller aus 30 Metern, der über SC-Torwart Salz einschlug, machte er das 3:1 (76.). Und es war wieder Idrissou, der nachzog. Nach einem Eckball rückten die Stuttgarter raus und vergaßen den Stürmer, der den Ball zum 3:2 reintickte (85.). Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte Julian Schieber, der mit einem wuchtigen Linksschuss Salz wieder schlecht aussehen ließ (89.).

SCHLÜSSELSPIELER

Für die Schwaben waren die Ideengeber Aliaksandr Hleb und Elson die entscheidenden Leute. Hleb bereitete mit einem tollen Pass den Führungstreffer vor und der eingewechselte Brasilianer übernahm viel Verantwortung nach der Pause.

Bei den Freiburgern spielte Johannes Flum eine gute Partie. Außerdem war Jonathan Jäger im Mittelfeld viel unterwegs und bot sich mit vielen langen Sprints gut an. Und in der Spitze war diesmal Mohamadou Idrissou der mit Abstand gefährlichste Stürmer, den der SC Freiburg aufbot.

SCHLÜSSELSZENE

Nach einer unterirdischen ersten Halbzeit brachte gleich die erste gefährliche Szene des zweiten Durchgangs in der 53. Minute den Stuttgartern die Führung, die sie dann im Laufe des Spiels nicht mehr abgaben. Eine Ecke wehrte der SC zu kurz ab, Aliaksandr Hleb sah den durchstartenden Arthur Boka auf der linken Seite und dessen flache Hereingabe musste Pavel Pogrebnyak nur noch über die Linie drücken.

SPIELER DES SPIELS: Elson

Der eingewechselte Brasilianer brachte ganz viel Schwung ins VfB-Spiel. Er schlug den Eckball, aus dem sich das 1:0 entwickelte. Er schickte den Pass auf Pogrebnyak, als der den Strafstoß zum 2:0 herausholte. Er machte das 2:0 vom Elfmeterpunkt. Er erzielte mit einem tollen 30-Meter-Knaller das 3:1. Er war einfach der beste Mann auf dem Platz: Elson.

FAZIT: Die Stuttgarter nutzten in der zweiten Halbzeit die Unsicherheiten in der Freiburger Deckung konsequent aus. Der Aufsteiger war spielerisch und kämpferisch nicht schlechter als der VfB – aber er machte mehr Fehler.

SCHIEDSRICHTER: Lutz Wagner

SPIELNOTE: 5, eine ganz schwache erste und eine unterhaltsame zweite Halbzeit. 

Eure Meinung: Wie habt ihr das Spiel zwischen Stuttgart und Freiburg gesehen?


 
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