|
|
Spielbericht Bundesliga: Hamburger SV – Borussia Dortmund
Das Gipfeltreffen der beiden Europa League-Rivalen aus der letzten Saison wurde für den Hamburger SV zu einer deutlichen Sache: Die Norddeutschen konnten sich verdient mit 4:1 gegen Borussia Dortmund durchsetzen. Vier Tore fielen dabei schon in den ersten zwölf Minuten, das gab es zum letzten Mal vor über 21 Bundesliga-Jahren.
Von Sebastian HEIER
Hamburg. Bundesliga, die zweite Runde: Im Duell zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund war auf Seiten der Gelb-Schwarzen wohl noch eine große Rechnung offen - die Hanseaten mogelten sich am letzten Spieltag der vergangenen Saison noch an der Borussia vorbei und schnappten dem BVB den ersehnten Startplatz für die neue Europa League quasi vor der Nase weg. Doch eine geglückte Revanche sieht wohl ganz anders aus: Jürgen Klopp sah eine ganz schwache Leistung seiner Borussia. Der BVB musste sich in Hamburg mit einer verdienten 1:4-Niederlage abfinden.
PERSONAL & TAKTIK
Der Hamburger SV konnte im zweiten Heimspiel der Saison wieder auf U-21-Nationalspieler Jerome Boateng zurückgreifen, der sich noch am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg verletzt hatte. Doch noch besser war die Nachricht, dass HSV-Stammtorhüter Frank Rost zwischen den Pfosten stehen konnte. Bruno Labbadia setzte fast auf die gleiche Startelf wie vor einer Woche in Freiburg, bis auf eine kleinere Änderung: Neuzugang Eljero Elia rückte für Pitroipa in die erste Elf.
Auf der Gegenseite setzte Jürgen Klopp sein Vertrauen in die Elf, die am ersten Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Köln siegreich war. „Das Spiel am Samstag in Hamburg könnte zu früh kommen. Es wird eng“, erklärte Klopp schon vor der Partie zu der Personalie Dede – und tatsächlich, der angeschlagene Brasilianer musste sich mit dem Platz auf der Reservebank der Borussia abfinden.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Es war kein Spiel wie jedes andere, das stand vor dem Anpfiff fest, denn spätestens seit dem letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte Borussia Dortmund noch eine große Rechnung mit dem Hamburger SV offen. In letzter Sekunde schnappte sich der HSV noch den Startplatz für die Europa League von den Dortmundern weg. Dementsprechend motiviert wollte die Klopp-Elf in der HSH Nordbank-Arena auftreten, doch schon nach 180 Sekunden wurde die BVB-Euphorie getrübt.
57.000 Zuschauer, darunter rund 10.000 lautstarke BVB-Anhänger, erlebten nach einem Eckball der Hausherren schon in der 3. Minute die 1:0-Führung der Hausherren. Dortmunds Owomoyela bekam den Ball an den Oberschenkel, von wo aus sich das Leder über die Torlinie bewegte (Anmerkung: Die DFL hat das Tor nach dem Spielende Guy Demel zugeschrieben, da der Ex-Dortmunder den Ball noch mit der Fußspitze über die Linie drückte). Mit diesem Blitzstart begannen turbulente Minuten in Hamburg, denn auf der Gegenseite antwortete die Borussia in Person von Stürmer Nelson Valdez (4.) mit der schnellen Antwort zum 1:1-Ausgleich. Die schwache BVB-Defensive sollte jedoch schon wenige Minuten später erneut im Fokus stehen: Neuzugang Zé Roberto (10.) und HSV-Angreifer José Paolo Guerrero (12.) schalteten die Hintermannschaft der Dortmunder innerhalb von 120 Sekunden fast komplett aus und brachte die Gastgeber mit 3:1 in Front. Seit über 21 Jahren erlebte die Bundesliga keine vier Tore mehr in den ersten zwölf Minuten – zuletzt gab es dieses in der Partie Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart. In einer spannenden ersten Hälfte gingen die Gastgeber letztlich verdient mit der 3:1-Führung in die Halbzeit. Die Borussia aus Dortmund wirkte überfordert und fand kaum in der Offensive statt.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Zu Beginn der zweiten Halbzeit reagierte BVB-Coach Jürgen Klopp gleich mit einer Auswechslung: Spielmacher Tamás Hajnal musste in der Kabine bleiben und für ihn kam Defensivakteur Mats Hummels in die Partie. Die erste Chance der Partie hatte jedoch erneut der Hamburger SV, als Trochwoski in der 49. Minute das Ziel aus knapp 18 Metern verpasste. Auf der Gegenseite hatte die Borussia nur fünf Minuten später die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer: Nach einer Flanke von Kuba war der aufgerückte Santana freistehend zum Kopfball gekommen und setzte das Leder direkt in Richtung HSV-Schlussmann Frank Rost. Das Spiel nahm nun wieder Fahrt auf und im Gegenzug nach der großen BVB-Chance setzte der niederländische Neuzugang Elia seinen Schuss an die Latte.
In der 67. Minute verpassten gleich zwei HSV-Akteure, Guerrero und Petric, nur knapp den vierten Treffer der Gastgeber. Dieser fiel dann jedoch in der 72. Minute: Vier Minuten nach seiner Einwechslung war es der schwedische Neuzugang Marcus Berg, der das 4:1 für die Hamburger erzielte. Berg profitierte einmal mehr von der schwachen BVB-Defensive und einer Verkettung von Fehlern beim Gegner. Borussia Dortmund konnte sich zu keiner Zeit eine gute Position für einen Auswärtssieg erspielen und musste sich letztlich verdient geschlagen geben.
SCHLÜSSELSZENEN
Die Schlüsselszenen der Partie spielten sich in den ersten zwölf Minuten ab, als die Zuschauer in der HSH Nordbank-Arena gleich vier Treffer bestaunen durften. Die schwache BVB-Defensive sorgte letztlich für drei HSV-Tore zu Beginn der Partie, die eigentlich schon frühzeitig eine Vorentscheidung bedeuteten.
SPIELER DES SPIELS
Zé Roberto: Der Neuzugang vom deutschen Rekordmeister präsentierte sich bei seiner Bundesliga-Heimpremiere für den Hamburger SV mit seiner im deutschen Fußball-Oberhaus bekannten Genialität. Der Brasilianer schaltete nicht nur Dortmunds Spielmacher Tamás Hajnal komplett aus, sondern sorgte auch in der Offensive für viele Akzente und für viel Gefahr. Mit seinem Treffer krönte er seine starke Leistung schon früh in der Partie. Das Zé Roberto in dieser Saison noch zu einem ganz wichtigen HSV-Spieler werden kann, zeigte er an diesem Samstag.
FAZIT
Der zweite Spieltag war für Borussia Dortmund ein großes Desaster, doch dafür sorgte der BVB selbst, denn die Abwehrleistung war einfach katastrophal. Der Hamburger SV präsentierte sich so, wie man es nach den Neuverpflichtungen auch erwartet hatte: Spielfreudig, kreativ und dynamisch. Der Sieg ist für Hanseaten hochverdient und Dortmund fährt mit vielen Fragezeichen wieder nach Hause.
SCHIEDSRICHTER: MICHAEL KEMPTER – Note: 9
Hatte bei der Partie zwischen Hamburg und Dortmund nur wenige knifflige Szenen zu beurteilen. In einem über die komplette Zeit fair geführten Spiel musste Kempter nur in der 31. Minute die Gelbe Karte zücken. Eine schwierige Szene gab es noch kurz vor dem Ende der Partie, als ein Tor vom eingewechselten BVB-Stürmer Rangelow nicht gegeben wurde – diese Entscheidung war vertretbar.
SPIELNOTE: 8 – Die Partie lebte von der starken Anfangsphase. Vier Tore in zwölf Minuten, das gab es zuletzt vor über 21 Bundesliga-Jahren, damals zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart. Doch auch nach diesem Beginn wurde die Partie nicht langweilig, vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit hätten noch einmal Tore fallen können.
Eure Meinung: Hat der BVB verdient in dieser Höhe verloren? Wie beurteilt ihr die Leistungen der beiden Mannschaften?
Hamburg. Bundesliga, die zweite Runde: Im Duell zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund war auf Seiten der Gelb-Schwarzen wohl noch eine große Rechnung offen - die Hanseaten mogelten sich am letzten Spieltag der vergangenen Saison noch an der Borussia vorbei und schnappten dem BVB den ersehnten Startplatz für die neue Europa League quasi vor der Nase weg. Doch eine geglückte Revanche sieht wohl ganz anders aus: Jürgen Klopp sah eine ganz schwache Leistung seiner Borussia. Der BVB musste sich in Hamburg mit einer verdienten 1:4-Niederlage abfinden.
PERSONAL & TAKTIK
Der Hamburger SV konnte im zweiten Heimspiel der Saison wieder auf U-21-Nationalspieler Jerome Boateng zurückgreifen, der sich noch am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg verletzt hatte. Doch noch besser war die Nachricht, dass HSV-Stammtorhüter Frank Rost zwischen den Pfosten stehen konnte. Bruno Labbadia setzte fast auf die gleiche Startelf wie vor einer Woche in Freiburg, bis auf eine kleinere Änderung: Neuzugang Eljero Elia rückte für Pitroipa in die erste Elf.
Auf der Gegenseite setzte Jürgen Klopp sein Vertrauen in die Elf, die am ersten Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Köln siegreich war. „Das Spiel am Samstag in Hamburg könnte zu früh kommen. Es wird eng“, erklärte Klopp schon vor der Partie zu der Personalie Dede – und tatsächlich, der angeschlagene Brasilianer musste sich mit dem Platz auf der Reservebank der Borussia abfinden.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Es war kein Spiel wie jedes andere, das stand vor dem Anpfiff fest, denn spätestens seit dem letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte Borussia Dortmund noch eine große Rechnung mit dem Hamburger SV offen. In letzter Sekunde schnappte sich der HSV noch den Startplatz für die Europa League von den Dortmundern weg. Dementsprechend motiviert wollte die Klopp-Elf in der HSH Nordbank-Arena auftreten, doch schon nach 180 Sekunden wurde die BVB-Euphorie getrübt.
57.000 Zuschauer, darunter rund 10.000 lautstarke BVB-Anhänger, erlebten nach einem Eckball der Hausherren schon in der 3. Minute die 1:0-Führung der Hausherren. Dortmunds Owomoyela bekam den Ball an den Oberschenkel, von wo aus sich das Leder über die Torlinie bewegte (Anmerkung: Die DFL hat das Tor nach dem Spielende Guy Demel zugeschrieben, da der Ex-Dortmunder den Ball noch mit der Fußspitze über die Linie drückte). Mit diesem Blitzstart begannen turbulente Minuten in Hamburg, denn auf der Gegenseite antwortete die Borussia in Person von Stürmer Nelson Valdez (4.) mit der schnellen Antwort zum 1:1-Ausgleich. Die schwache BVB-Defensive sollte jedoch schon wenige Minuten später erneut im Fokus stehen: Neuzugang Zé Roberto (10.) und HSV-Angreifer José Paolo Guerrero (12.) schalteten die Hintermannschaft der Dortmunder innerhalb von 120 Sekunden fast komplett aus und brachte die Gastgeber mit 3:1 in Front. Seit über 21 Jahren erlebte die Bundesliga keine vier Tore mehr in den ersten zwölf Minuten – zuletzt gab es dieses in der Partie Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart. In einer spannenden ersten Hälfte gingen die Gastgeber letztlich verdient mit der 3:1-Führung in die Halbzeit. Die Borussia aus Dortmund wirkte überfordert und fand kaum in der Offensive statt.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Zu Beginn der zweiten Halbzeit reagierte BVB-Coach Jürgen Klopp gleich mit einer Auswechslung: Spielmacher Tamás Hajnal musste in der Kabine bleiben und für ihn kam Defensivakteur Mats Hummels in die Partie. Die erste Chance der Partie hatte jedoch erneut der Hamburger SV, als Trochwoski in der 49. Minute das Ziel aus knapp 18 Metern verpasste. Auf der Gegenseite hatte die Borussia nur fünf Minuten später die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer: Nach einer Flanke von Kuba war der aufgerückte Santana freistehend zum Kopfball gekommen und setzte das Leder direkt in Richtung HSV-Schlussmann Frank Rost. Das Spiel nahm nun wieder Fahrt auf und im Gegenzug nach der großen BVB-Chance setzte der niederländische Neuzugang Elia seinen Schuss an die Latte.
In der 67. Minute verpassten gleich zwei HSV-Akteure, Guerrero und Petric, nur knapp den vierten Treffer der Gastgeber. Dieser fiel dann jedoch in der 72. Minute: Vier Minuten nach seiner Einwechslung war es der schwedische Neuzugang Marcus Berg, der das 4:1 für die Hamburger erzielte. Berg profitierte einmal mehr von der schwachen BVB-Defensive und einer Verkettung von Fehlern beim Gegner. Borussia Dortmund konnte sich zu keiner Zeit eine gute Position für einen Auswärtssieg erspielen und musste sich letztlich verdient geschlagen geben.
SCHLÜSSELSZENEN
Die Schlüsselszenen der Partie spielten sich in den ersten zwölf Minuten ab, als die Zuschauer in der HSH Nordbank-Arena gleich vier Treffer bestaunen durften. Die schwache BVB-Defensive sorgte letztlich für drei HSV-Tore zu Beginn der Partie, die eigentlich schon frühzeitig eine Vorentscheidung bedeuteten.
SPIELER DES SPIELS
Zé Roberto: Der Neuzugang vom deutschen Rekordmeister präsentierte sich bei seiner Bundesliga-Heimpremiere für den Hamburger SV mit seiner im deutschen Fußball-Oberhaus bekannten Genialität. Der Brasilianer schaltete nicht nur Dortmunds Spielmacher Tamás Hajnal komplett aus, sondern sorgte auch in der Offensive für viele Akzente und für viel Gefahr. Mit seinem Treffer krönte er seine starke Leistung schon früh in der Partie. Das Zé Roberto in dieser Saison noch zu einem ganz wichtigen HSV-Spieler werden kann, zeigte er an diesem Samstag.
FAZIT
Der zweite Spieltag war für Borussia Dortmund ein großes Desaster, doch dafür sorgte der BVB selbst, denn die Abwehrleistung war einfach katastrophal. Der Hamburger SV präsentierte sich so, wie man es nach den Neuverpflichtungen auch erwartet hatte: Spielfreudig, kreativ und dynamisch. Der Sieg ist für Hanseaten hochverdient und Dortmund fährt mit vielen Fragezeichen wieder nach Hause.
SCHIEDSRICHTER: MICHAEL KEMPTER – Note: 9
Hatte bei der Partie zwischen Hamburg und Dortmund nur wenige knifflige Szenen zu beurteilen. In einem über die komplette Zeit fair geführten Spiel musste Kempter nur in der 31. Minute die Gelbe Karte zücken. Eine schwierige Szene gab es noch kurz vor dem Ende der Partie, als ein Tor vom eingewechselten BVB-Stürmer Rangelow nicht gegeben wurde – diese Entscheidung war vertretbar.
SPIELNOTE: 8 – Die Partie lebte von der starken Anfangsphase. Vier Tore in zwölf Minuten, das gab es zuletzt vor über 21 Bundesliga-Jahren, damals zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart. Doch auch nach diesem Beginn wurde die Partie nicht langweilig, vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit hätten noch einmal Tore fallen können.
Eure Meinung: Hat der BVB verdient in dieser Höhe verloren? Wie beurteilt ihr die Leistungen der beiden Mannschaften?
Goal.com-Flutlicht
/* empty because this one does not have controls */?>
-
Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte
Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.
-
Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine?
KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!
-
Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten
Die EM bietet den teilnehmenden Akteuren die Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu stellen, um sich für neue Klubs zu empfehlen - wir bieten einen Überblick der Wechselkandidaten.
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde