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Deutschland diskutiert: Brauchen wir die Torkamera?
Und wieder ist eine spannende Woche ins Land gezogen. Sieben Tage, in denen es hoch herging in den höchsten Spielklassen der Liga, in den Wettbewerben rund um den Fußball-Globus. So manche Äußerungen, Fehltritte, Platzverweise oder geniale Tore schlugen hohe Wellen. Abseits, oder nicht? Platzverweis, oder Schwalbe? „Trainer raus!“ oder Rückendeckung für den Coach? Deutschland diskutiert! Dieses Mal: Brauchen wir die Torkamera?
Von Falko BLÖDING
Berlin. Alle Jahre wieder: Bei einem nicht gegebenen Treffer werden die Forderungen nach der Torkamera laut. In der letzten Saison traf Bayerns Miro Klose gegen Köln, ebenso im Jahr zuvor gegen Bayer Leverkusen. Doch beide Mal gaben die Schiedsrichter seine Tore nicht, da sie nicht sicher waren, ob der Ball die Linie auch mit vollem Umfang überschritten hatte. Die neue Spielzeit ist gerade einen Spieltag alt und schon ist die Diskussion wieder voll im Gange!
Rafati erkennt Simunic' Tor nicht an
Diese Szene erhitzt die Gemüter der Fans: In der zehnten Minute des Topspiels zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern setzt sich Josip Simunic nach einem Eckstoß im Kopfballduell durch und köpft das Leder auf den Münchener Kasten. Der Ball prallt an den Innenpfosten und segelt über die Torlinie. Torwart Michael Rensing befördert ihn mit einem Reflex aus der Gefahrenzone. Da hat der Ball die Linie allerdings schon überschritten. Schiedsrichter Babak Rafati und sein Gespann versagen dem regulären Treffer dennoch die Anerkennung.
Eine krasse Fehlentscheidung, schließlich war auch ohne viele Zeitlupen am Fernsehschirm zu erkennen, dass es ein glasklares Tor war! Rensing stand bei seiner Rettungstat bereits hinter der Linie und musste nach hinten greifen, um die Kugel abzuwehren.
„Das muss man sehen“
„Ich habe meinen Arm hochgerissen und der nächste Blick ging gleich zum Schiedsrichter. Ich war mir nicht sicher und es hätte durchaus sein können, dass der Ball drin ist. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, war er ja auch drin. Das war sehr glücklich für uns“, schilderte Rensing bei sport1.de die Situation aus seiner Sicht. Sein Gegenüber Timo Hildebrand hat kein Verständnis für Rafatis Entscheidung: „Rensing steht bereits hinter der Linie und nimmt auch noch den Arm nach hinten. Das muss man sehen.“
Van Gaal und Hoeneß sind dafür
Während der Unparteiische an der Strafraumgrenze postiert war und einige Spieler zwischen sich und dem Tor standen, hatte sein Assistent an der Eckfahne beste Sicht auf das Geschehen. Dennoch zeigte er kein Tor an. Was muss also geschehen, um solche Fehleinschätzungen zu verhindern? Viele Prominente fordern nun vehement die Einführung des „Videobeweis“. „Ich finde es lächerlich, dass das in dieser modernen Zeit noch nicht eingeführt ist. Ein Tor ist sehr wichtig in der Welt des Fußballs“, bekannte Bayern-Trainer Louis van Gaal, der in diesem Fall ja der Leidtragende gewesen wäre. Sein Manager Uli Hoeneß sieht es genauso: „Solange es noch keine Torkamera gibt, wird es so was immer wieder geben. Ich bin ein totaler Verfechter der Torkamera.“
„Es geht um Millionen und Existenzen“
Schon am Sonntagmorgen im DSF-Doppelpass hatte Schalkes Trainer Felix Magath dargelegt, warum für ihn die Einführung von Hilfsmitteln mittlerweile unabdingbar sei: „Der Fußball hat sich enorm weiter entwickelt. Wir reden hier von Profisport, bei dem es um Millionen geht. Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Da können wir uns solche Entscheidungen nicht leisten.“ Magath plädierte für die Lösung „Chip im Ball“, bei der signalisiert wird, sobald das Leder die Linie überschritten hat.
Kein Einsatz ohne Regeländerung der FIFA
Chip im Ball und Torkamera sind längst entwickelt „und wären innerhalb einer Woche einsatzbereit“, so DFL-Chef Christian Seifert. Allerdings könne die Liga keinen Alleingang unternehmen: Solange die FIFA ihre Regeln nicht ändere, seien der DFL die Hände gebunden. Schiedsrichter Rafati und seine Kollegen wären über Unterstützung jedenfalls erfreut: „Es hätte Tor geben müssen, aber wir konnten nicht, weil es im Spiel nicht zweifelsfrei zu erkennen war. In einem solchen Fall sind wir Schiedsrichter dafür, dass zumindest die Hintertorkamera eingeführt wird“, sagte der 39-Jährige.
„Hier geht es nicht um Mord“
Doch es gibt auch Skeptiker. Gegner der Torkamera befürchten, dass eine neuerliche Technisierung Einzug erhält. Die Schiedsrichter müssten das Spiel öfter unterbrechen, um sich Szenen erneut anzusehen und dies sei nur die Vorstufe zur Einführung des Videobeweis, auch bei Fouls und Elfmetersituationen. Quintessenz: Der Fußball soll so (einfach) bleiben wie er ist.
Fußball-Nostalgiker mahnen an, dass Fehlentscheidungen bei der Frage „Tor oder nicht Tor“ eben dazu gehörten und es sonst nie den Mythos „Wembley-Tor“ gegeben hätte. Oder wie es WDR2-Kultreporter Manni Breuckmann am Sonntag formulierte: „Es ist nur ein Spiel. Schließlich soll hier kein Mord aufgeklärt werden.“
Pro oder Contra Torkamera? Was ist Eure Meinung?
Berlin. Alle Jahre wieder: Bei einem nicht gegebenen Treffer werden die Forderungen nach der Torkamera laut. In der letzten Saison traf Bayerns Miro Klose gegen Köln, ebenso im Jahr zuvor gegen Bayer Leverkusen. Doch beide Mal gaben die Schiedsrichter seine Tore nicht, da sie nicht sicher waren, ob der Ball die Linie auch mit vollem Umfang überschritten hatte. Die neue Spielzeit ist gerade einen Spieltag alt und schon ist die Diskussion wieder voll im Gange!
Rafati erkennt Simunic' Tor nicht an
Diese Szene erhitzt die Gemüter der Fans: In der zehnten Minute des Topspiels zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern setzt sich Josip Simunic nach einem Eckstoß im Kopfballduell durch und köpft das Leder auf den Münchener Kasten. Der Ball prallt an den Innenpfosten und segelt über die Torlinie. Torwart Michael Rensing befördert ihn mit einem Reflex aus der Gefahrenzone. Da hat der Ball die Linie allerdings schon überschritten. Schiedsrichter Babak Rafati und sein Gespann versagen dem regulären Treffer dennoch die Anerkennung.
Eine krasse Fehlentscheidung, schließlich war auch ohne viele Zeitlupen am Fernsehschirm zu erkennen, dass es ein glasklares Tor war! Rensing stand bei seiner Rettungstat bereits hinter der Linie und musste nach hinten greifen, um die Kugel abzuwehren.
„Das muss man sehen“
„Ich habe meinen Arm hochgerissen und der nächste Blick ging gleich zum Schiedsrichter. Ich war mir nicht sicher und es hätte durchaus sein können, dass der Ball drin ist. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, war er ja auch drin. Das war sehr glücklich für uns“, schilderte Rensing bei sport1.de die Situation aus seiner Sicht. Sein Gegenüber Timo Hildebrand hat kein Verständnis für Rafatis Entscheidung: „Rensing steht bereits hinter der Linie und nimmt auch noch den Arm nach hinten. Das muss man sehen.“
Van Gaal und Hoeneß sind dafür
Während der Unparteiische an der Strafraumgrenze postiert war und einige Spieler zwischen sich und dem Tor standen, hatte sein Assistent an der Eckfahne beste Sicht auf das Geschehen. Dennoch zeigte er kein Tor an. Was muss also geschehen, um solche Fehleinschätzungen zu verhindern? Viele Prominente fordern nun vehement die Einführung des „Videobeweis“. „Ich finde es lächerlich, dass das in dieser modernen Zeit noch nicht eingeführt ist. Ein Tor ist sehr wichtig in der Welt des Fußballs“, bekannte Bayern-Trainer Louis van Gaal, der in diesem Fall ja der Leidtragende gewesen wäre. Sein Manager Uli Hoeneß sieht es genauso: „Solange es noch keine Torkamera gibt, wird es so was immer wieder geben. Ich bin ein totaler Verfechter der Torkamera.“
„Es geht um Millionen und Existenzen“
Schon am Sonntagmorgen im DSF-Doppelpass hatte Schalkes Trainer Felix Magath dargelegt, warum für ihn die Einführung von Hilfsmitteln mittlerweile unabdingbar sei: „Der Fußball hat sich enorm weiter entwickelt. Wir reden hier von Profisport, bei dem es um Millionen geht. Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Da können wir uns solche Entscheidungen nicht leisten.“ Magath plädierte für die Lösung „Chip im Ball“, bei der signalisiert wird, sobald das Leder die Linie überschritten hat.
Kein Einsatz ohne Regeländerung der FIFA
Chip im Ball und Torkamera sind längst entwickelt „und wären innerhalb einer Woche einsatzbereit“, so DFL-Chef Christian Seifert. Allerdings könne die Liga keinen Alleingang unternehmen: Solange die FIFA ihre Regeln nicht ändere, seien der DFL die Hände gebunden. Schiedsrichter Rafati und seine Kollegen wären über Unterstützung jedenfalls erfreut: „Es hätte Tor geben müssen, aber wir konnten nicht, weil es im Spiel nicht zweifelsfrei zu erkennen war. In einem solchen Fall sind wir Schiedsrichter dafür, dass zumindest die Hintertorkamera eingeführt wird“, sagte der 39-Jährige.
„Hier geht es nicht um Mord“
Doch es gibt auch Skeptiker. Gegner der Torkamera befürchten, dass eine neuerliche Technisierung Einzug erhält. Die Schiedsrichter müssten das Spiel öfter unterbrechen, um sich Szenen erneut anzusehen und dies sei nur die Vorstufe zur Einführung des Videobeweis, auch bei Fouls und Elfmetersituationen. Quintessenz: Der Fußball soll so (einfach) bleiben wie er ist.
Fußball-Nostalgiker mahnen an, dass Fehlentscheidungen bei der Frage „Tor oder nicht Tor“ eben dazu gehörten und es sonst nie den Mythos „Wembley-Tor“ gegeben hätte. Oder wie es WDR2-Kultreporter Manni Breuckmann am Sonntag formulierte: „Es ist nur ein Spiel. Schließlich soll hier kein Mord aufgeklärt werden.“
Pro oder Contra Torkamera? Was ist Eure Meinung?
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