ELF Kultstadien (11): Stadion Rote Erde in Dortmund

In diesen Stadien geht die Post ab! Die Fans singen sich bis zur Ekstase. Die Stimmung schwappt auf den Rasen. Andere Stadien indes überzeugen durch ihre besondere Lage, durch ihre traditionsreiche Geschichte oder sind einfach nur Kult. ELF, das populäre Ranking auf Goal.com, widmet sich dieses Mal täglich den Kultstätten der Republik. Da, wo der Fußball zu Hause ist. Und das war wieder einmal keine leichte Aufgabe. Deswegen haben wir uns auch dazu entschieden, zunächst nur die Stadien in die engere Auswahl zu nehmen, in denen derzeit noch aktiv bis zur 3. Liga gekickt wird. Freunde der Glück Auf-Kampfbahn, des Hamburger Volksparkstadions oder andere Nostalgiker müssen sich also vorerst noch gedulden. Diese Stadien kamen nicht in die Wertung, bieten aber genügend Stoff für ein weiteres Ranking. Den Anfang macht heute das legendäre Stadion Rote Erde in Dortmund!

Stadion Rote Erde, alte Heimat der Profis von Borussia Dortmund und im wahrsten Sinne des Wortes eine Kampfbahn (firo)

(en) Dortmund. Borussia Dortmund und das Westfalenstadion, der heutige Signal Iduna Park, diese beiden gehören untrennbar zusammen. Doch es existiert auch eine Geschichte vor dem Westfalenstadion, denn von 1937 bis 1974 lag die sportliche Heimat des BVB im Stadion Rote Erde. „Der Gesamteindruck dieser Kampfbahn ist ganz eigenartig. Wuchtig und trutzig“, zitierten die Ruhr Nachrichten Autor Max Ostrop in dessen Buch „Deutschlands Kampfbahnen“ von 1928.

Grundstein für Erfolge in den 50er und 60er Jahren

Ein geschichsträchtiger Ort, an dem die Borussia ihre erste ganz große Erfolgsära vor ihrer Renaissance in den 1990er Jahren feierte: Ob die deutschen Meisterschaften 1956, 1957 und 1963, der DFB-Pokalsieg 1965 oder der Europacupsieg der Pokalsieger 1966 - die Grundsteine für diese Triumphe wurden im Stadion Rote Erde gelegt, das die vorherige Spielstätte „Weiße Wiese“ ablöste. Eröffnet wurde das Stadion 1926, der Architekt Hans Strobel zeichnete für die Planung verantwortlich. In Folge eines Luftangriffs von 1945 erlitt das Stadion schwere Schäden, die nur allmählich behoben werden konnten. Die jüngste Sanierung der Roten Erde wurde nach 14-monatiger Arbeit erst 2008 abgeschlossen, da unter anderem Brandschutz- und witterungsbedingte Mängel festzustellen waren.

Wo sich Tradition und Moderne treffen

Markant für den denkmalgeschützten Bau ist das Marathon-Tor sowie seine unmittelbar an den Signal Iduna Park angrenzende Lage. Tradition und Moderne finden somit harmonischen Einklang, denn vor jedem Heimspiel des BVB ist Rote Erde ein beliebter Treffpunkt der schwarz-gelben Fangemeinde. Während die ehemalige Kampfbahn heute etwa 28.000 Zuschauern Platz bietet, umfasste die Kapazität zu früheren Zeiten über 40.000 - schließlich erfreuten sich die Spiele des BVB schon damals großer Beliebtheit.

Kein Anachronismus, sondern weiterhin aktiv genutzt

Zweimal war die Spielstätte Austragungsort von Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft, beide Male entschied die DFB-Elf die Partie für sich: 1935 mit einem 3:1 gegen Irland, 1967 mit einem 6:0 gegen Albanien. Auch weitere sportliche Wettkkämpfe wie Boxveranstaltungen (in den 1950er Jahren) oder das Deutsche Turnfest 1990 gastierten in der Roten Erde. Auch in der heutigen Zeit ist das Stadion längst kein Anachronismus, sondern wird noch immer regelmäßig genutzt: Die Drittliga-Mannschaft von Borussia Dortmund II trägt hier ihre Heimspiele aus. Ebenso dient es verschiedenen Dortmunder Leitahtletik-Vereinen als Heimat.

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