Spielbericht Bundesliga: SC Freiburg – Hamburger SV

Mit dem einen Punkt muss der SC Freiburg und können die Hamburger leben. Die Hausherren beantworteten die Frage nach ihrer Bundesliga-Tauglichkeit mit einem starken Auftritt, bei dem nur die Krönung durch den Siegtreffer fehlte.

Bundesliga: Hamburger SV - Hertha BSC Berlin, Jansen (firo)
Von Daniel BUSE

Freiburg. Der SC Freiburg und der Hamburger SV haben sich zum Bundesliga-Auftakt 1:1 (0:1) getrennt. Nach der frühen Gästeführung in der 3. Minute spielten fast nur noch die Hausherren, die in der zweiten Halbzeit den verdienten Ausgleich machten.

PERSONAL & TAKTIK

Die Freiburger starten mit einem 4-4-2, bei dem die Innenverteidigung – die große Freiburger Problemstelle von Pavel Krmas und Oliver Barth besetzt wird. Im Tor vertritt Manuel Salz den verletzten Simon Pouplin.

Bei den Hamburgern bleiben die Top-Einkäufe Marcus Berg und Eljero Elia zunächst auf der Bank. Dafür sind unter anderem die beiden Ex-Freiburger Dennis Aogo und Jonathan Pitroipa in der HSV-Startelf.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

Der HSV erwischte in Freiburg einen Traumstart: Schon in der 3. Minute gelang den Gästen das erste Tor, als nach einem Eckball eine Kopfballabwehr des Freiburgers Idrissou bei Jonathan Pitroipa landete, der mit links flach und unhaltbar aus 14 Metern einschoss. Wer jetzt allerdings annahm, dass der HSV alles unter Kontrolle haben würde, sah sich getäuscht.

Nach dem 0:1-Rückstand spielte fast ausschließlich der SC Freiburg. Die Gastgeber brauchten zwar ein paar Minuten, um den Schock zu verdauen, doch dann waren sie da. Mit großem Laufeinsatz und ihrem Kurzpassspiel brachten sie den HSV in große Probleme. Chancen bekamen sie auch: Einen Traumpass von Johannes Flum auf die rechte Seite brachte Du-Ri Cha nach innen und dort rutschte Tommy Bechmann den Ball am Pfosten vorbei (20.).

Und noch zwei Möglichkeiten gab es für den SCF, der die Partie klar beherrschte: Banovic (23.) und Abdessadki (37.) verfehlten mit ihren Versuchen knapp das Hamburger Tor. Zur Pause war die HSV-Führung sehr glücklich, denn nach dem frühen 1:0 war von den Gästen nichts mehr zu sehen.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchte der HSV, mit mehr Ballbesitz Ruhe ins eigene Spiel zu bekommen und den Tempofußball der Freiburger zu unterbinden. Das klappt allerdings nur phasenweise, denn nach etwa einer Stunde war der SCF wieder auf der Betriebstemperatur der ersten Halbzeit.

In der 65. Minute holten sich die Gastgeber dann die Belohnung für ihre Leistung wenigstens teilweise ab. Idrissou setzte sich gegen den eingewechselten David Rozehnal gut durch und flankte nach innen. Dort rutschte Tommy Bechmann der Ball ab und das Spielgerät senkte sich über Hamburgs Torwart Frank Rost zum 1:1 ins Netz.

Nach dem Ausgleich machten die Freiburger weiterhin den gefährlicheren Eindruck und forderten in einigen Szenen Strafstoß, den Schiri Peter Sippel jedoch nicht gab. Die einzige ganz dicke Chance hatte erstaunlicherweise der HSV, für den Mladen Petric aus fünf Metern einen Fallrückzieher nur mit dem Schienbein traf und neben das Freiburger Tor setzte (87.).

SCHLÜSSELSPIELER

Die Überlegenheit der Freiburger hing vor allem mit der guten Leistung ihrer Mittelfeldspieler zusammen. In der ersten Halbzeit war Johannes Flum die ordnende Hand im SCF-Spiel und nach dem Seitenwechsel übernahm Yacine Abdessadki die Rolle des Regisseurs.

Bei den Hamburgern blieben fast alle Spieler blass. Torhüter Frank Rost war gewohnt stark und auch Jonathan Pitroipa konnte bei der Rückkehr zu seinem alten Klub zeigen, was er kann. Von Leuten wie Piotr Trochowski und Paolo Guerrero war überhaupt nichts zu sehen.

SCHLÜSSELSZENE

Durch das 1:1 holte sich der SC Freiburg in der 65. Minute wenigstens einen Punkt: Mohamadou Idrissou setzte seinen Körper im Zweikampf gegen David Rozehnal gut ein und flankte mit links in die Mitte. Tommy Bechmann stand dort ganz alleine und traf den Ball bei seinem Schussversuch nicht richtig. Deshalb machte die Kugel einen hohen Bogen und verschwand hinter Hamburgs Torwart Frank Rost.

SPIELER DES SPIELS: Yacine Abdessadki

Der Mittelfeldmann der Freiburger brauchte eine Anlaufphase nach dem frühen Rückstand. Dann aber fand er gut in die Begegnung und war ein Motor des SC-Angriffspiels, das dem HSV viele Probleme bereitete. In der 37. Minute hatte er die Möglichkeit zum Ausgleich, doch er schlenzte den Ball aus 16 Metern über den Kasten. In der zweiten Hälfte spielte er noch auffälliger und war oft nur durch Fouls zu bremsen. Ein starker Auftritt des Freiburger Regisseurs. 

FAZIT: Der Hamburger SV kehrt mit einem Punkt vom Auftritt in Freiburg zurück. Das ist aber auch schon einer der wenigen positiven Aspekte für die Hanseaten. Auf der anderen Seite müssen sich die Freiburger ärgern, dass sie nicht aus ihrer Überlegenheit drei Zähler gemacht haben. Ein Sieg für den SCF wäre verdient gewesen.

SCHIEDSRICHTER: Peter Sippel

SPIELNOTE: 6, denn die Freiburger zauberten phasenweise schöne Kombinationen auf den Rasen. In der zweiten Hälfte gab es einige ruhigere Phasen in der Partie, die dennoch unterhaltsam war. Kein hochklassiges Spiel, aber solider Bundesliga-Durchschnitt.

Eure Meinung: Wie habt ihr das Spiel zwischen Freiburg und Hamburg gesehen?


 
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