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Wieder einmal ein Torklau...
Mit Babak Rafati waren die Hoffenheimer Anhänger nach dem Spiel nicht ganz so zufrieden gewesen. Immer wieder gab es in der Rhein-Neckar-Arena Pfiffe und Rufe gegen den Unparteiischen. Nein, für die Heimmannschaft hatte er wahrlich nicht gepfiffen, das konnte man ihm nicht vorwerfen. Nicht nur wegen seines Torklaus machte er sich unbeliebt bei den meisten Fans im Stadion. Und dennoch kritisierten die objektiven Fans des Fußballs am Ende nicht den Schiedsrichter, sondern vor allem den Verband, der sich für moderne Techniken nicht öffnet. In diesem Fall wäre es gut für den Sport gewesen – und für Rafati.
Von Dennis WEINACHT
Sinsheim. Es war die elfte Minute der Partie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München: Sejad Salihovic bringt einen Freistoß in die Mitte. Der neue Hoffenheimer Josip Simunic kommt mit dem Kopf an den Ball, der anschließend an den Innenpfosten prallt. Was dann passiert ist unglaublich: Das Leder springt hinter die Linie. Einen guten halben Meter ist der Ball bereits im Tor als Michael Rensing eingreifen kann. Selbst in Echtzeit ist es nicht zu übersehen, dass das Spielgerät deutlich hinter der Linie war. Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover war die Sicht versperrt, sein Assistent Frank Willenborg stand an der Außenlinie nicht auf Höhe des Tores. Er hätte es andernfalls sehen müssen.
Van Bommel nicht zum Liebling
Auch eine weitere Szene hatte das Schiri-Gespann nicht gesehen und in der Folge falsch beurteilt: Mark van Bommel rammte in Erwartung eines Eckballs Isaac Vorsah böse zur Seite. Das war eine hässliche Szene vom Bayern-Kapitän, die selbst Franz Beckenbauer hart kritisierte: „Solche Szenen sind vielleicht American Football, das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Hätte der Schiedsrichter es gesehen, wäre wohl mindestens eine Gelbe Karte fällig gewesen. Und das konnte sich der Niederländer nun wahrlich nicht erlauben. Denn in den folgenden Minuten war er der Meister der taktischen Fouls. Marcel Reif kommentierte bei Sky ganz nüchtern: „Wenn es der Schiedsrichter nicht sieht, kann er es nicht abpfeifen und ahnden.“ Dennoch darf die Frage erlaubt sein, warum er so viel nicht gesehen hatte?
Für Bayern-Trainer Louis van Gaal liegt das Problem aber nicht bei den Unparteiischen, sondern beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Man könnte sich längst für Techniken wie etwa eine Tor-Kamera öffnen. Dann hätte Simunic jetzt einen Treffer auf seinem Konto zu verbuchen. Van Gaal fand dazu jedenfalls klare Worte: „Es ist lächerlich, dass wir in dieser modernen Zeit die vorhandene Technik nicht nutzen.“ Für die Nerven der Fans wäre es allemal schonender, wenn zumindest Tore für die Schiedsrichter klar zu erkennen wären.
Hoeneß wie immer selbstbewusst
Sportlich waren beide Mannschaften jedoch auch noch nicht bei einhundert Prozent, das merkte man schnell. Die Spielzeit ist noch jung und die Teams überzeugten nicht wirklich über die kompletten 90 Minuten. Vor allem vom FC Bayern München hätte man sich phasenweise mehr Mut, mehr Anteilnahme an der Partie und weniger Passivität gewünscht. Bayern-Ikone Uli Hoeneß aber sah das wie immer anders: „Wenn wir weiter solche Fortschritte machen, werden wir in der Bundesliga sehr bald vorneweg marschieren!“ Davon war am Samstag nicht viel zu sehen. Und wenn die Technik genutzt würde und der Schiri glücklicher agiert hätte, wäre es wohl eine Niederlage zum Auftakt des Rekordmeisters gewesen. Auch wenn das Remis im Endeffekt vollkommen leistungsgerecht war...
Eure Meinung: Sollten in der Bundesliga endlich technische Hilfsmittel eingesetzt werden?
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