Vehs stille Rache

Der VfL Wolfsburg kehrt mit einem sicheren 2:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart in die Bundesliga zurück. Die Niedersachsen zeigen sich dabei als eingespielte Truppe und können nun auch wieder erster Stimmen vernehmen, die an eine Titelverteidigung glauben. Doch wie weit ist der amtierenden deutsche Meister mit dem Trainer Armin Veh schon? Was sagt dieses Spiel über den weiteren Verlauf der Saison aus?

Bundesliga: Wolfsburg, Stuttgart (FIRO)

Von Dennis WEINACHT

Wolfsburg. Das macht er schon wie sein Vorgänger Felix Magath: Nach dem Abpfiff lächelt Armin Veh selbstzufrieden und stolz auf seine Mannschaft still in sich hinein. In den letzten 90 Minuten hatte der VfL Wolfsburg seinen Einstand in der Bundesliga gefeiert, dabei den VfB Stuttgart mit einem beeindruckenden 2:0 geschlagen. Ausgerechnet die Schwaben, bei denen Veh noch bis 2008 selbst unter Vertrag stand. Wo er 2007 die deutsche Meisterschaft feierte. Genugtuung fühlte er in diesen Sekunden wohl auch. Sein Verhältnis zu seinem ehemaligen Arbeitgeber ist zwar nach wie vor gut, aber dennoch war es für den Trainer nach eigenen Aussagen „ein ganz besonderes Spiel“. Auch und vor allem des Gegners wegen.

„Wäre mehr möglich gewesen“

Gegen einen starken VfB wusste sich der VfL Wolfsburg gut durchzusetzen. Spielerisch agierten die „Wölfe“ sehr gut. Die Mannschaft wirkte eingespielt, hat den Kader kaum verändert im Vergleich zur Meistersaison. Die Truppe wurde lediglich sinnvoll ergänzt. So bleiben Streit und Neid weitgehend aus und das Team ist schon jetzt in einer starken Frühform. Diese war auch notwendig gegen die gut aufgestellten Schwaben. So erklärte auch Veh nach dem Spiel: „Die erste Halbzeit war ausgeglichen und beide Teams haben ein hohes Tempo angeschlagen. Das waren zwei Mannschaften auf Augenhöhe, da entscheiden dann Nuancen.“ Diese gaben am Ende den Ausschlag pro Wolfsburg.

Daran konnten auch Pavel Pogrebnyak und Aliakdsandr Hleb nichts ändern. Beide deuteten ihre Klasse an, spielten ordentlich mit. Hleb aber hätte sich bei seinem Bundesliga-Comeback mehr erwünscht: „Heute wäre mehr möglich gewesen. Bei den Toren waren wir zu unachtsam. Es waren aber auch positive Ansätze zu erkennen, insbesondere in der ersten Halbzeit. Darauf müssen wir aufbauen. Wir wollen unbedingt am nächsten Wochenende den ersten Saisonsieg schaffen.“ Trainer Markus Babbel ist auch ob der Neuen sicher, dass dies am nächsten Spieltag gelingen wird. Sein Fazit: „Bei Alex war klar, dass er keine 90 Minuten durchhält. Pavel hat sich vorne immer wieder gut eingebracht.“

Schwitzt sich Veh zum Titel?

Ersetzen muss der Trainer wohl für einige Spiele den verletzten Christian Träsch. Erste Befürchtungen während des Spiels bestätigten sich am Samstagmorgen: Der Innenverteidiger zog sich bei seinem Sturz in der 78. Minute einen Handbruch zu. R fällt auf bisher unbestimmte Zeit aus. Probleme, mit denen sich Armin Veh derzeit nicht befassen muss. Er genießt, schweigt und schwitzt. Nach dem Spiel betrat er schweißgebadet den Presseraum und die TV-Studios. Er genoss diesen Moment sichtlich. Er arbeitet hart, will seinen Vorgänger Magath vergessen machen. Zumindest während dieser Stunden war ihm das auch vollends gelungen – nicht nur wegen des Lächelns nach dem Abpfiff.

Eure Meinung: Kann Veh den Titel erneut nach Wolfsburg holen?



 
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