Vorschau Bundesliga: VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart

In der Bundesliga rollt wieder der Ball. Traditionell startet dabei der deutsche Meister Freitags in die Saison, um sich sofort präsentieren zu können. In diesem Jahr heißt die Partie zum Auftakt deshalb: VfL Wolfsburg gegen VfB Stuttgart. Ein namhaftes Duell, das den Anhängern der beiden Vereine einiges verspricht. Um 20.30 Uhr rollt also am Freitag endlich wieder der Ball in der höchsten deutschen Spielklasse. Alles zur Partie gibt es hier.

Bundesliga: Wolfsburg - VfB Stuttgart (firo)
Von Dennis WEINACHT

Wolfsburg/Stuttgart. Zur deutschen Meisterschaft bedarf es exakt 34 Schritte. Der erste muss also schon zum Auftakt gegangen werden. An eine Titelverteidigung des VfL Wolfsburg glaubt zwar aktuell kaum jemand, aber dennoch wollen die Niedersachsen auch mit dem neuen Trainer Armin Veh und ohne den Meistermacher Felix Magath erfolgreich in die Spielzeit starten. Gegen den VfB Stuttgart dürfte das aber nur allzu schwer werden. Die Schwaben haben sich auf dem Transfermarkt mit Aliaksandr Hleb einen echten Knaller gesichert und der will sich sofort wieder in der Bundesliga einfinden.

PERSONAL & TAKTIK


Armin Veh wird im Großen und Ganzen auf die Mannschaft vertrauen, die in der letzten Saison die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Lediglich eine Änderung wird es geben: Sascha Riether wird wieder auf seiner angestammten Position in der rechten Verteidigung spielen, dafür rückt Neuzugang Karim Ziani ins Mittelfeld. Veh lässt seine Truppe also in einem 4-4-2 auflaufen, dessen Stärke die Offensive sein dürfte. Mit Misimovic, Dzeko und Grafite ist die Mannschaft wieder gut aufgestellt. Neuzugänge wie Fabian Johnson oder Obafemi Martins müssen deshalb zunächst mit der Bank Vorlieb nehmen. Nicht dabei sein werden Hasebe (Innenbanddehnung) und Kahlenberg (Hüftprobleme).

Beim VfB Stuttgart werden die beiden Neuen Aliaksandr Hleb und Pavel Pogrebnyak wohl zunächst nur zusehen dürfen. Trainer Markus Babbel begründet dies damit, dass es bereits eine eingespielte Formation gibt. Diese will er nun nicht umwerfen, die beiden Neuen sollen zunächst sinnvoll integriert werden. Beide Spieler werden aber wohl dennoch zum Einsatz kommen, wenn auch nur in der Rolle der Joker. Ansonsten wird der Trainer wie sein Pendant auf ein 4-4-2 setzen, bei dem vor allem die Flügel wichtige Dienste im Gang nach vorne leisten müssen. Jeronimo Cacau und Ciprian Marica sind auf Flanken angewiesen, sollen deshalb von Gebhart und Rudy ordentlich versorgt werden.

FORMKURVE & AUSGANGSLAGE

Vor dem Saisonstart ist eine genaue Form der beiden Mannschaften noch nicht zu erkennen. Jedoch kann die erste Runde des DFB-Pokals etwas Aufschluss geben, in der sich der VfB Stuttgart unerwartet schwer tat und der VfL Wolfsburg einen sicheren Sieg einfuhr. Dennoch ist ein Favorit vor diesem Duell kaum auszumachen. Es wird abzuwarten sein, wie die Niedersachsen als deutscher Meister in die Runde kommen und ob der VfB seinen Ansprüchen auf einen internationalen Platz gerecht werden kann.

In den Testspielen haben sich aber beide Teams recht gut in Form präsentiert und immer mal wieder überraschend souveräne Siege eingefahren. Der Wert solcher Freundschaftsspiele ist aber recht gering, und deshalb geben sie nur wenig Aufschluss über das, was zu erwarten ist.

DER DIREKTE VERGLEICH


Insgesamt spielten diese beiden Teams bereits 24 Mal gegeneinander. Dabei fuhr der VfB Stuttgart 13 Siege ein, es gab vier Remis und sieben Mal konnten sich die „Wölfe“ durchsetzen. In der abgelaufenen Saison waren Hin- und Rückspiel völlig gegensätzlich. Während sich die Niedersachsen in der ersten Partie noch sicher mit 4:1 durchsetzen konnten, gab es im zweiten Duell eine Niederlage mit dem selben Ergebnis. Interessant ist aber auch, dass diese Spiele oft auf sehr fairem Niveau abliefen. So gab es in 24 Duellen nur 46 Gelbe Karten pro Mannschaft. Der VfL Wolfsburg musste dabei noch nie einen Platzverweis hinnehmen. Stuttgart erst eine Rote Karte.

DIE SCHLÜSSELSPIELER

Beim VfL Wolfsburg werden die Schlüsselspieler ähnlich wie in der letzten Saison aussehen. So kommt es vor allem auf Andrea Bazargli, Zvjezdan Misimovic, Edin Dzeko und Grafite an. Wenn diese Achse wieder bestehen kann und auch der Rest der Mannschaft sein Übriges tut, kann es mit einem Auftaktsieg klappen. Besonders im Fokus stehen aber die beiden Stürmer. In der letzten Saison grandios aufgelegt, lastet nun eine extreme Erwartungshaltung auf den Angreifern. Gegen den VfB Stuttgart dürfte es zudem nicht allzu viele Tormöglichkeiten geben, weshalb absolute Effizienz gefragt ist.

Beim VfB Stuttgart wird einiges deshalb von der Defensive abhängen. Steht diese gut geordnet, kann ein Sieg bei den Niedersachsen gelingen. Im Mittelfeld sind die Schwaben ohne Hleb noch sehr stark auf Thomas Hitzlsperger angewiesen, der dieser Rolle aber zumeist gewachsen ist. Im Sturm hängt vieles vom deutschen Nationalspieler Cacau ab, der gut in sein WM-Jahr starten möchte.

DAS DUELL DES SPIELS

Das Duell des Spiels findet in dieser Partie neben dem Rasen statt. Markus Babbel musste als Trainer des VfB Stuttgart erstmals eine Saison selbst planen und vorbereiten. Nun wird sich zeigen, ob ihm dies gut gelungen ist. Sein Vorgänger hingegen trat das schwere Erbe des Felix Magath in Wolfsburg an und feiert nun sein Debüt in der Bundesliga als „Wolf“. Die beiden Übungsleiter stehen also vor einer schweren Spielzeit, in der ein Kampf gegen die große Erwartungshaltung nicht ausbleiben wird. Am ersten Spieltag werden auf keinen Fall beide gewinnen können, was das Duell umso brisanter macht. Für mindestens einen Trainer ist nach diesem Spiel schon richtig Feuer unter dem Dach. Ein Remis würde zwar beide Vereine geschickt aus der Affäre ziehen, sportlich würde es aber keinem so recht weiterhelfen.

AUFGESPIESST

Markus Babbel (Trainer, VfB Stuttgart): „Die Partie gegen Wolfsburg ist eine schwere, aber auch sehr reizvolle Aufgabe. Wir wissen um die Heimstärke des Deutschen Meisters. Aber wir sind gut vorbereitet.“

Armin Veh (Trainer, VfL Wolfsburg): „Wir sind bereit! Als aktueller Meister hat man es natürlich besonders schwer, da unsere Gegner gegen uns noch mehr motiviert sind. Dennoch glaube ich, dass wir auch in dieser Spielzeit wieder oben mitspielen können. Gegen seinen ehemaligen Klub zu spielen, ist immer etwas Besonderes.“

DIE PROGNOSE

Beide Teams wollen nicht mit einer Niederlage in die neue Saison starten und beginnen deshalb mit etwas angezogener Handbremse. Noch ist nicht alles Gold was glitzert und vieles muss sich erst noch finden. Der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart haben eine eingespielte Mannschaft, die aber qualitativ besser bei den Niedersachsen besetzt ist. Die Schwaben aber halten mit großem Kampf dagegen und sichern sich letztlich ein Unentschieden.

Eure Meinung: Wer kann sich bei diesem Knaller zum Auftakt durchsetzen?


 
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