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Teamcheck Bundesliga: VfL Bochum
Vorhang auf zur Saison 2009/10! Am 7. August startet endlich die Bundesliga, wenn der Deutsche Meister vom VfL Wolfsburg den VfB Stuttgart empfängt. Im großen Goal.com-Teamcheck analysieren wir für Euch alle Clubs der Bundesliga auf Herz und Nieren. Heute: VfL Bochum.
Von Christoph VOGEL
Bochum. Der VfL Bochum geht in die vierte Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg im Jahre 2006 und glaubt man der Tendenz, die sich seitdem konstant bei der Abschlusstabelle abzeichnet, so könnte es für die Fans eine ganz heikle Spielzeit werden: Auf Platz 8 (06/07) folgten der 12. (07/08) und zuletzt der 14. Rang (08/09). Trotz der niedrigsten Punkteausbeute seit rund 20 Jahren packte Marcel Koller mit seinem Team jedoch den Klassenerhalt und geht gestärkt aus der Leidenszeit heraus. Nun soll mit neuem Personal und einem treffsicheren Stanislav Sestak die Kurve endlich nach oben zeigen.
STÄRKEN & SCHWÄCHEN
Mit Marcel Koller besitzt der Klub einen Übungsleiter, der ähnlich wie Friedhelm Funkel zu seiner Zeit in Frankfurt die Rückendeckung vom Vorstand besitzt und daher relativ ruhig arbeiten kann. Der Schweizer stieg mit der Mannschaft in die 1. Bundesliga auf und zauberte fast jährlich ein Schnäppchen aus dem Hut, was vollends einschlug. Eines davon ist Sestak, der immer für mindestens zehn Tore gut ist und nun in Dedic einen weiteren Sturmpartner neben Klimowicz zur Seite bekam. Auch die Erfahrung im Abstiegskampf ist im Kampf gegen die Neulinge ein großer Trumpf. Doch Koller hat auch mit Problemen zu kämpfen, so bewegen sich altgediente Spieler wie Paul Freier oder Vahid Hashemian beinahe saisonübergreifend fernab ihrer Bestform und sind weit weg von Alternativen für die Startelf, die sich zuletzt durch großes Verletzungspech fast selbst aufstellte.
KOMMEN & GEHEN
Der Kader wurde deutlich verkleinert und zugleich verjüngt. Erneut schaffte es Sportdirektor Thomas Ernst, dass kein Leistungsträger den Verein verließ. Ivo Ilicevic wurde in die 2. Liga zu Kaiserslautern verliehen, Danny Fuchs folgte ihm. Mit Kaloglu und Mieciel gingen zwei Stürmer, die in der letzten Saison kaum bis gar nicht auffällig wurden, insbesondere der Türke hatte enttäuscht. Neu im Kader sind dagegen der Slowene Zlatko Dedic, der für 800.000 € aus der Serie B kam und um einen Stammplatz neben Sestak im Sturm mitkämpfen wird und Andreas Johansson. Der 27-jährige Schwede kam von Halmstads BK und soll als klassischer 6er die Abwehr entlasten.
DER STAR
Stanislav Sestak ist der Goalgetter im Trikot des VfL. Seit der Slowake 2007 von MSK Zilina für 750.000 € kam erzielte er 22 Treffer in 57 Partien und war eine der wenigen Konstanten im blauen Dress. Auf seinen Torinstinkt kann sich Trainer Koller verlassen, zudem ist Sestak enorm laufstark und spielt mannschaftsdienlich. Leider reichten seine Treffer zuletzt selten für Punkte, da die Defensive zu viel zuließ. Glanzpunkt allerdings war der 27. Spieltag, als Sestak die TSG Hoffenheim beim 3:0-Auswärtssieg per Hattrick nahezu im Alleingang abschoss.
DIE SCHLÜSSELSPIELER
In der Abwehr mauserte sich Christian Fuchs auf der linken Außenbahn zu einem der besten Spieler auf dieser Position in der Bundesliga und ist aus der ersten Elf nicht wegzudenken. Bekommt der 23-jährige die Probleme mit seinem Knie in den Griff, ist er ein ganz wichtiger Mann. Vor der Abwehr zog zuletzt Christoph Dabrowski die Fäden und zeigte mit nun schon 31 Jahren seine bislang beste Saison als Profi: Mit sechs Toren erzielte der lange Mittelfeldmann eine Karrierebestmarke. Im Sturm führt kein Weg an Sestak vorbei, doch die Neuzugänge Dedic und Johansson könnten ebenfalls zu Schlüsselspieler reifen, wenn sie den Anschluss ans Team finden und für mehr Torgefahr sorgen.
STARPOTENTIAL
Dennis Grote ist so manchem ein Rätsel, denn Talent hat der 22-jährige Mittelfeldspieler zweifelsfrei, doch zu selten zeigt er dies auch im Spiel. Der frisch-gebackene U-21-Europameister agierte in der letzten Saison vornehmlich als Einwechselspieler und erzielte beim Auswärtssieg in Gladbach den so wichtigen 1:0-Siegtreffer. Eben jene Borussen waren im Vorfeld auch an Grote interessiert und boten rund 1 Mio. €, doch Bochum lehnte ab, da man noch an sein Potential glaubt. Bekommt Grote mehr Einsatzzeiten und schafft den nächsten Sprung, so könnte er sich zu einem festen Bestandteil der Bochumer Stammelf entwickeln.

DER TRAINER
Marcel Koller ist ein echter Trainerfuchs und einer von der besonnenen Seite. Der Schweizer hielt es bei seiner Station zuvor beim 1. FC Köln lediglich 24 Spiele auf der Trainerbank, doch beim VfL ist Koller, der 2000 mit St. Gallen Schweizer Meister und Trainer des Jahres wurde, sesshaft geworden. Der 48-jährige geht in seine fünfte Saison in Bochum und sollte er seine Arbeit kontinuierlich fortführen, sollte es nur noch Formsache sein, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern.
DIE VORBEREITUNG
Ende Juni stieg der VfL ins Training ein und absolvierte im Juli ein Trainingslager in Kollers sportlicher Heimat St. Gallen in der Schweiz. Die drei Testspiele zwei drei Klubs aus der Axpo Super League und der Challenge League (die zweite Liga der Schweiz) endeten allesamt erfolgeich: 2:1 gegen den FC Zürich, 4:3 gegen St. Gallen und 3:1 gegen den FC Wil. Am Ende wirkte die Mannschaft deutlich müde nach den Strapazen der harten Trainingsarbeit. Gestern am Samstag wurde die Saison feierlich im rewirpowerSTADION eröffnet und als Schmankerl war der griechische Meister Olympiakos Piräus zu Gast in Bochum:
DIE GOAL.COM-PROGNOSE
Wie jedes Jahr wird es für Bochum vermutlich gegen den Abstieg gehen. Der Kader hat sowohl in der Breite, als auch in der Leistungsspitze zu wenig Substanz, um über 34 Spieltage dem Abstiegskampf fernzubleiben. Koller muss hoffen, dass das Verletzungspech für die neue Saison bereits in der letzten Spielzeit gänzlich aufgebraucht wurde und nun keine Leistungsträger mehr ausfallen. Geschieht dies oder schlagen die Neuzugänge nicht wie erwünscht ein, wird es eine ganz knifflige Saison. Doch das ist man aus dem letzten Jahr ja gewöhnt.
VfL Bochum: Der Sommerfahrplan
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Eure Meinung: Schafft der VfL Bochum in der kommenden Saison eine Überraschung und strebt nach vorderen Tabellenplätzen? Oder bleibt die Elf weiter tief im Abstiegssumpf stecken?
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