Nach dem Köln-Aus: Nun spricht Daum

Die Fans waren geschockt, traurig und mächtig enttäuscht. Der Rücktritt von Christoph Daum beim 1. FC Köln hatte eine Welle der Empörung ausgelöst und für mächtig Diskussionen in der Bundesliga gesorgt. Die neue Generation der treulosen Trainer? Nun spricht Daum erstmals in einem Interview ausführlich über seine Beweggründe.

Christoph Daum

(dw) Köln/Ankara. Gegenüber der Bild am Sonntag erklärte Christoph Daum seinen Abgang beim 1. FC Köln: „Martin Jol, Felix Magath oder auch ich hatten jeweils andere Zielsetzungen. Wenn man dann mit dem Klub keine Einigung erzielt, unterschiedliche Zielsetzung hat – da kann man doch nicht böse sein.“ Auch die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hatte nichts mit der aktuellen Situation zutun: „Dieses Vertragswerk ist doch nur entstanden, weil der 1. FC Köln in der Zweiten Liga war. Und eine zweite komplette Saison in dieser Liga hätte ich mir nicht mehr angetan. Nur deshalb die Klausel – sonst hätte ich so etwas bestimmt nicht gemacht.“

„Tatsachen werden bewusst verdreht“

Überrascht ist Daum vor allem darüber, wer ihn wegen diesen Schrittes kritisiert hat: „Ich stelle mit Verwunderung fest, wer darüber spricht. Es gibt genug Flecken auf den weißen Westen. Wer holt Labbadia aus dem laufenden Vertrag in Fürth raus? Wer hat es kürzlich mit ihm wieder so gemacht?“ Er fühlt sich von den Kritikern ungerecht behandelt: „Mich überrascht, wenn Trainer sagen, sie halten Verträge ein, obwohl dies überhaupt nicht stimmt. Da wird nur so geredet, weil es gerade so reinpasst. Oder hat Matthias Sammer damals etwa seinen Vertrag bei Inter Mailand erfüllt? Das Gerede der Saubermänner stinkt mir. Da werden bewusst Tatsachen verdreht.“

Zuletzt äußerte er sich auch noch über die Zukunft von Lukas Podolski. „In Köln wird er ein Leistungsträger. Dafür braucht er noch nicht einmal die Kapitänsbinde. In der Nationalelf wird er auch wieder durchstarten. Er hat einfach das Potenzial“, erklärte der Coach, der zuletzt sogar betont hatte, dass er seine Karriere beim 1. FC Köln beenden wolle: „Ich kann mir vorstellen, dass der 1. FC Köln meine letzte Station wird, aber in anderer Funktion.“ Unklar, ob er bei den Anhängern nochmal gerne gesehen wäre...

Eure Meinung: Könnt Ihr den Standpunkt von Christoph Daum verstehen?



 
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