Borussia Dortmund: Gewinner und Verlierer

Siege und Niederlagen liegen im Fußball oft sehr nah beieinander. Was am Ende aber zählt, ist der gesamte Saisonverlauf, aus dem sich in jedem Club Sieger und Verlierer herauskristallisieren. Wer also waren die Erfolgsgaranten? Wer lieferte schwache Leistungen ab? Und wer erhält eine zweite Chance?

Kapitän Sebastian Kehl führte Borussia Dortmund zum Auswärtssieg in Berlin (firo)

Von Elmar NEVELING

Dortmund. Angesichts einer Klasse-Saison, bei der mit dem verpassten Einzug in die UEFA Europa League nur das berühmte „i-Tüpfelchen“ fehlte, gab es 2008/09 beim BVB überwiegend Gewinner: Ob der wiedererstarkte Nuri Sahin oder Nelson Valdez, den Trainer Jürgen Klopp so sehr mit Vertrauen auflud, dass es ihm der Stürmer mit unermüdlichem Einsatz (und sogar Toren…!) dankte. Neben dem Paraguayer spielten sich auch noch einige andere Borussen-Profis in den Vordergrund. Doch für manch einen Akteur verlief die Saison auch nicht ganz wie gewünscht.

DIE GEWINNER

Sebastian Kehl: Monate-, ja fast jahrelang fiel der Kapitän verletzungsbedingt aus. In dieser Saison konnte Kehl endlich wieder regelmäßig spielen und wurde erneut zum Leader seiner Mannschaft. Seine Leistungen steigerten sich kontinuierlich, daher verwundert es schon etwas, dass Bundestrainer Joachim Löw nicht auf den 29-Jährigen setzt. Mittlerweile seit über sieben Jahren beim BVB, gehört Kehl schon beinahe zum Inventar der Borussia.

Die Innenverteidigung: Egal, welchen der drei man nimmt: Ob Mats Hummels, Neven Subotic oder Felipe Santana – sie alle überzeugten vollauf. Anfangs als „Baby-Abwehr“ verspottet, lieferten die Jungspunde beeindruckende Leistungen ab. Hummels (der in der Rückrunde leider verletzt ausfiel) wurde vom Bayern-Reservisten zum BVB-Stammspieler, Subotic schaffte ohne Probleme den Sprung aus der zweiten Liga ins Oberhaus und der Brasilianer Santana steigerte sich nach halbjähriger Eingewöhnung plötzlich auf phänomenale Weise.

Jürgen Klopp: Was Jürgen Röber oder Thomas Doll misslang, Jürgen Klopp schaffte es: Nach Jahren des sportlichen Mittelmaßes weckte „Kloppo“ beim BVB die Geister und hielt, was er versprach: Die Borussia spielte wieder mit Herz und Leidenschaft, nichts war es mehr mit dem lustlosen Gekicke der Vorsaisons. Die Heerschar schwarz-gelber Anhänger dankt es ihm hingebungsvoll. Auch wenn dem Trainer mit dem äußerst knapp verpassten Europacup die Krönung versagt blieb, dieser Mann passt zum BVB!

DIE VERLIERER

Florian Kringe: Unermüdlicher Einsatz ist Florian Kringe niemals abzusprechen. Er rackert und rackert und rackert. Doch trotz allen Einsatzes: Diese Saison fand der 26-Jährige nicht recht zu seiner Form. Angesichts des sehr gut besetzten Mittelfeldes und der Rückkehr von Sebastian Kehl blieb ihm schließlich immer häufiger nur noch der Platz auf der Ersatzbank. Deshalb stänkern und nachlassen? Nicht so Teamplayer Kringe, der nächste Saison garantiert wieder angreifen wird.

Tinga: Für den Brasilianer gilt das Gleiche wie für Florian Kringe: Immer ein Vorbild an Einsatzwillen, der sich auch nicht entmutigen ließ, als er nicht mehr zur Startelf gehörte. Für Tinga ist es eine neue Erfahrung, spielte er doch in seiner bisherigen Karriere immer von Beginn an, wenn er fit war. Auch der 31-Jährige wird nächste Saison wieder ins Team drängen und den in den letzten Jahren vermissten internen Konkurrenzkampf beim BVB beleben.

Kevin-Prince Boateng: Mit großen Hoffnungen kam Boateng im Winter von Tottenham Hotspur zur Borussia. Sein Negativ-Image wollte der Leihspieler ablegen, sich darüber hinaus für eine Festanstellung beim BVB bewerben. Doch nichts wurde es: Sein zuweilen allzu rustikales Einsteigen, verbunden mit einem Platzverweis in Wolfsburg. sowie die Schlagzeilen abseits des Spielfeldes, dienten nicht als Empfehlung. Auch weil dem BVB die geforderte Ablösesumme zu hoch war, muss Boateng zurück zu den „Spurs“.

DIE ZWEITE CHANCE

Marcel Schmelzer: Der talentierte Außenverteidiger kam nicht oft zum Einsatz, doch wenn, so überzeugte der 21-Jährige mit Leidenschaft und Raffinesse. Sein Pech: Mit dem Transfer von Young-Pyo Lee, der als Ersatz für den verletzten Dede verpflichtet wurde, rückte Schmelzer zumeist ins zweite Glied zurück. Noch gibt es für ihn an Dede kein vorbeikommen, doch Schmelzers Zeit könnte erst noch folgen.

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