Bayern München: Gewinner und Verlierer
Siege und Niederlagen liegen im Fußball oft sehr nah beieinander. Was am Ende aber zählt, ist der gesamte Saisonverlauf, aus dem sich in jedem Club Sieger und Verlierer herauskristallisieren. Wer also waren die Erfolgsgaranten? Wer lieferte schwache Leistungen ab? Und wer erhält eine zweite Chance?
Von Elmar NEVELING
München. Die Saison 2008/09 – sie verlief so gar nicht nach dem Gusto des FC Bayern. Kein Wunder daher, dass zwei Gewinner ein Ersatzkeeper und ein Interimstrainer sind. Zu den vielen Verlierern gehörten neben dem geschassten Trainer Jürgen Klinsmann gleich zwei Rechtsverteidiger.
DIE GEWINNER
Hans-Jörg Butt: Vor der Saison als Reservekeeper für Oliver Kahn-Kronprinz Michael Rensing eingeplant, fand sich der Routinier in Barcelona plötzlich in der Startelf wieder – und blieb dort bis Saisonende. Butts Paraden gegen Stuttgart sicherten den Bayern Rang zwei.
Jupp Heynckes: Führte die Münchener mit seiner souveränen Art und natürlicher Autorität noch in die Königsklasse, auch die Spieler waren voll des Lobes. Vier Siege und ein Remis – diese Bilanz lässt sich für den Interimstrainer sehen. Der Lohn: Eine überraschende Anstellung als neuer Coach von Bayer Leverkusen.
Franck Ribéry: Der Franzose bewies einmal mehr seine Weltklasse und konnte fast als einziger im Team gegen den FC Barcelona mithalten. Winkte manchmal frustriert ab, wenn die Mitspieler nicht auf seine Ideen eingingen. Der geniale Franzose kokettiert mit einem Wechsel: Ob die Bayern bei einem Mega-Angebot schwach werden?
DIE VERLIERER
Michael Rensing: Jahrelang hatte Rensing auf diesen Moment gewartet: Endlich die Nummer eins des FC Bayern zu sein. Seine Leistungen waren zumeist durchschnittlich, die Sündenbock-Rolle erhielt er jedoch zu Unrecht. Die Degradierung ins zweite Glied und Bayerns Interesse an Manuel Neuer zeigen: Für Rensing wird’s in München schwierig.
Christian Lell: Im Vorjahr machte das Eigengewächs seine Sache als Stellvertreter von Willy Sagnol noch sehr ordentlich. Doch diese Saison wurde deutlich, dass Lell international nicht Bayerns Ansprüchen genügt. Musste sich sogar Pfiffe von den eigenen Fans anhören.
Massimo Oddo: Der Italiener stritt sich mit Christian Lell um die Position des Rechtsverteidigers, doch keiner von beiden überzeugte. Uli Hoeneß bezeichnete seine Verpflichtung als „Fehler“. Entsprechend wurde die Leihgabe schon nach einem halben Jahr wieder zurück nach Mailand geschickt.
DIE ZWEITE CHANCE
Tim Borowski: Das erste Münchener Jahr des früheren Bremers lief so gar nicht nach seinen Vorstellungen: Anfangs zumindest noch torgefährlicher Joker, spielte Borowski im Saisonverlauf so gut wie keine Rolle mehr. Sofern „Boro“ beim FC Bayern bleibt, besteht für ihn die Hoffnung, dass es unter Louis van Gaal besser laufen wird.
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