Daum erläutert seine Entscheidung

In einer Presseerklärung erklärte Christoph Daum am gestrigen Abend, warum er so kurzfristig beim 1. FC Köln hinschmiss. Bei seinem neuen Arbeitgeber wird es sich höchstwahrscheinlich um Fenerbahçe Istanbul handeln, auch wenn dieser eine Verpflichtung Daums bestätigen wollte. Diesen Eindruck vermittelte ebenfalls ein Interview von Präsident Wolfgang Overath mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Christoph Daum
(fd) Köln. „Am vergangenen Samstag habe ich ein sportlich wie finanziell überzeugendes Angebot eines europäischen Top-Klubs erhalten“, begründet Christoph Daum seine plötzliche Kündigung. „Daraufhin haben meine Anwälte über das Pfingstwochenende einen längerfristigen Vertrag ausgehandelt, den ich gestern unterschrieben habe.“

Mehr als 3,5 Millionen Euro netto pro Jahr

Wie Bild erfuhr, wird Daum bei seinem neuen Arbeitgeber ab sofort 3,5 Millionen Euro netto jährlich verdienen. Zum Vergleich: Am Rhein wird sein Gehalt auf 2,5 Millionen Euro geschätzt – brutto. In einem Interview mit dem Kölner Stadt Anzeiger bestätigte Vereinspräsident Wolfgang Overath, dass Christoph Daum des Geldes wegen seine Zelte in Köln abbricht. „Die Zahlen, die Christoph Daum genannt hat, haben noch ein Stückchen höher gelegen. Womöglich haben sich da zwei türkische Vereine gegenseitig hochgeschaukelt. Am Abend des Pfingstmontag klingelt mein Handy und Christoph Daum sagt, er wolle mich als ersten informieren. Er habe einen unglaublichen Vertrag bei einem Riesenverein für vier Jahre unterschrieben. Er sei sehr dankbar für die Zeit in Köln, aber der Vertrag habe eine Dimension - das könne er im Interesse seiner Familie und auch seinem eigenen Interesse unmöglich ablehnen, er habe einfach unterschreiben müssen.“

Am Mittwoch noch über mögliche Vertragsverlängerung geredet

Pikant: Nur wenige Tage zuvor führte er mit Wolfgang Overath noch Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung, plante die kommende Saison und sprach über mögliche Transfers. „Tja, am Mittwoch vor Pfingsten habe ich mit Christoph Daum zusammen gesessen und über alles gesprochen: neue Spieler, die Situation im Verein, es war ein gutes Gespräch. Und am Ende habe ich vorgeschlagen, dass wir nach seinem Urlaub über eine Vertragsverlängerung sprechen sollten. Darauf hat er weder ja noch Nein gesagt, eher so etwas wie ‚jaja’.“

„Meine Mission in Köln ist erfüllt“

Daum selbst sprach in Sachen Köln immer von einer „Herzensangelegenheit“, doch als neben der finanziellen, auch die sportliche Perspektive beim neuen Verein stimmte, war er nicht mehr zu halten, wie er weiter in der Erklärung schreibt. „Mit meinem neuen Klub, der bis auf weiteres noch nicht genannt werden möchte, habe ich die Möglichkeit, direkt wieder international zu spielen, was für mich immer mein größter Anreiz und Wunsch als Trainer war. Außerdem werden mir dort sportliche Rahmenbedingungen geboten, mit denen ich auch für die nächsten Jahre die Champions League erreichen kann. Somit ist meine Entscheidung keine gegen den 1. FC Köln, sondern für die neue Herausforderung. Ich hätte zwar auch gern meinen noch eine Saison laufenden Vertrag abgearbeitet. Meine Mission in Köln ist aber mit dem Aufstieg und dem Erreichen eines Mittelfeldplatzes ohne Abstiegsgefahr in der abgelaufenen Bundesligasaison erfüllt, worauf ich schon nach dem letzten Bundesligaspieltag hingewiesen habe. Damit haben wir alle zusammen in Köln eine Basis geschaffen, auf der jetzt weiter erfolgreich aufgebaut werden kann. Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit beim 1. FC Köln, die phantastische Unterstützung der Fans und wünsche dem 1. FC Köln alles Gute. Ein Teil meines Herzens wird immer hier bleiben", schrieb er zum Schluss in seinem offenen Brief, der dem Kölner Express vorlag.

Könnt ihr Daum verstehen? Was haltet Ihr von der Art wie er gekündigt hat? Versteht ihr den Frust den Fans? Was sagt ihr dazu, wie das Wechseltheater über die Bühne ging?



 
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