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Man of the Match: Michael Oenning
Am Ende war er klatschnass. Michael Oenning hatte keine Chance, länger als 30 Sekunden nach dem Abpfiff trocken zu sein. Schon hatte er die erste Bierdusche hinter sich. Die Fans stürmten indes zu Tausenden auf den Rasen und herzten ihren Trainer. Der 31. Mai 2009 ist der Tag des Michael Oenning. Es ist der Tag, an dem Franken aus Nürnberg der Zweiten Liga den Rücken zuwenden.
(dw) Nürnberg. Er ist kein Mann der großen Töne. Michael Oenning fühlt sich Zuhause vor seinem heimischen Klavier wohl. Er spielt mit Vorliebe die Stücke von Joseph Hayden, er spielt Beethoven, er spielt ab sofort in der Bundesliga. Nein, nicht was die Musik betrifft. Er spielt Bundesliga mit dem 1. FC Nürnberg. Ab der kommenden Saison. Er hat in einem Verein ein schweres Umfeld ein Stück weit professioneller gemacht. Das sieht man, wenn Martin Bader mit leuchtenden Augen erklärt: „Er ist selbstbewusst. Das überträgt sich auf die Mannschaft und das ganze Umfeld mittlerweile.“ Nach dem Abstieg wurden im Frankenland die leisen Töne angestimmt, Michael Oenning trug diese nur nach außen vor. Innerlich ging es ihm ganz klar darum, im Konzert der Großen mitzuspielen. Nicht mit seinen Hayden-Nummern.
„Ich kann das nicht glauben“
Deshalb erklärte er auch nach dem Spiel mit Blick auf den Rasen, der mit etlichen Fans gespickt war: „Das hätte ich nie gedacht. Das ist unglaublich, was hier gerade los ist.“ Er ist eben doch bescheiden. Nach außen. Aber seine Philosophie ist deutlich, er wusste, wie er die Franken wieder erfolgreich machen kann: „Ich habe hier recht schnell Fuß gefasst. Ich denke, dass die Mentalität der Menschen hier sehr speziell ist. Aber es gibt Parallelen. Du musst dich hier anpassen, musst dich öffnen und ein Teil der Menschen werden. Sonst scheiterst du.“ Auch sportlich wusste er seit der Winterpause, wo es lang geht: „Wir haben im Trainingslager ertsmals ein genaues Konzept erarbeitet und eine Strategie entwickelt.“ Nur mit einem klaren Notensystem kann man eben eine strukturierte Melodie spielen. Das wusste schon der alte Joseph Hayden.
Er ist nun mal ein Trainer, der auf die Jugend setzt. Er hat ein neues Wir-Gefühl bei den Franken aufleben lassen. Nun spielen sie wieder die ganz großen Töne im Konzert der Großen. Michael Oenning – Der Dirigent mit der ruhigen Art. Der 31. Mai – Es ist nicht nur der Todestag des Joseph Hayden, sondern auch der Tag eins im neuen Leben des 1. FC Nürnberg!
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