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Werder – Das Zünglein an der Waage?
Eigentlich sind der FC Bayern München und der SV Werder Bremen eher keine Freunde der ersten Stunde. Beide Mannschaften spielen in aller Regel um die Vorherrschaft in der Bundesliga als größte Konkurrenten gegeneinander. Dieses Mal ist das aber nicht so. Miteinander soll der VfL Wolfsburg nochmals vom Thron gestoßen werden. Und ganz insgeheim geht es auch noch um die Spekulationen neben dem Rasen: Was wird denn nun aus Thomas Schaaf? Spielt er am 34. Spieltag gegen seinen neuen Verein?
Von Dennis WEINACHT
Wolfsburg/Bremen. In seinem schwarzen Anzug lief Thomas Schaaf minutenlang über den Rasen der Fußball-Arena zu Istanbul. Sein Blick ging nach unten, es war eine der schwersten Stunden des Trainers im Amt beim SV Werder Bremen. „Die Mannschaft sitzt traurig in der Kabine. Wir haben es heute nicht geschafft, das müssen wir akzeptieren“, erklärte er nach dem Abpfiff sichtlich mitgenommen. Nun müssen der Blick aber wieder nach vorne gerichtet werden: „etzt müssen wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir noch vor uns haben, Samstag in Wolfsburg und dann das Pokalfinale.“ Beide Spiele sind von immenser Bedeutung, wenngleich das Spiel gegen den VfL Wolfsburg für die Hanseaten eher weniger ausschlaggebend sein dürfte.
„Meisterschaft ist egal“
Denn auch wenn Werder Bremen letztlich mit an der Entscheidung um den Titel arbeiten wird, geht es doch nur um eine passive Rolle, die nach Befinden des FC Bayern München und des VfB Stuttgart möglichst perfekt ausgeübt werden soll. Die Norddeutschen werden aus dem Süden beobachtet, sollen das Zünglein an der Waage sein. Denn: Wenn die Mannschaft von Thomas Schaaf gegen die „Wölfe“ einen Sieg einfahren kann, wären die nachfolgenden Mannschaften wieder dicke im Rennen um die Schale. Bremen wird also für eine Entscheidung sorgen – egal in welche Richtung. Der Geschäftsführer forderte auch deshalb die Mannschaft auf, sich in der Pflicht zu sehen: „Es geht am Samstag noch um viel, aber das darf uns nicht beeinflussen. Wir wollen unser Spiel gewinnen. Wer dann am Ende deutscher Meister wird, ist uns egal. Es geht um unsere Leistung.“
Schaaf gegen seine Zukunft?
Vor allem geht es aber auch um die Zukunft von Trainer Schaaf. Angeblich soll er etwas stärker mit einem Wechsel zum VfL Wolfsburg liebäugeln. Zehn Jahre nach seiner Übernahme als Cheftrainer scheint ein Ende der Ära im Sommer möglich zu sein. Zwar wehrt sich Werder noch heftig gegen solche Spekulationen, aber nach der Saison wird es auch Gespräche geben, in denen man sicher auch über die Zukunft des Coachs reden würde. Schaaf will auf Dauer vor allem eines sein: erfolgreich. Er will ein Schwergewicht der Bundesliga sein und eben nicht nur der Hoffnungsträger anderer Mannschaften im Kampf um den Titel. Eine Rolle möchte er vor allem nie wieder einnehmen: die des Züngleins an der Waage...
Eure Meinung: Vermiest Bremen Wolfsburg die Meisterfeier?
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