Einwurf: Gladbachs spätes Glücksmoment

Gegen Schalke war das Glück endlich einmal den Borussen holt und nach einem spannenden Spiel, in dem die Schalker mehr Chancen hatten, hatte Fortuna ein Einsehen mit dem Abstiegskandidaten. Colautti erzielte mit seinem ersten Bundesligator den erlösenden Siegtreffer. Ein Tor als entscheidende Initialzündung?

Borussias Colautti schießt mitten ins Schalker Herz und lässt den Verein weiter vom Klassenerhalt träumen (firo)

Von Christoph VOGEL

Mönchengladbach. Der Borussia-Park bebte wie noch nie zuvor in dieser Saison. Wie schwierig war die Ausgangslage vor dem Spiel: Borussia Mönchengladbach war Vorletzter und hatte nach den Samstagsspielen drei Punkte Rückstand gegenüber Energie Cottbus und Arminia Bielefeld. Das Spiel gegen den FC Schalke 04 sollte ein Endspiel werden, das am Besten gewonnen, aber keinesfalls verloren werden durfte. Nach mehr als 90 Minuten stand es noch 0:0, doch dann geschah dieser eine Moment, der eine ganze verkorkste Saison doch noch zum Guten wenden könnte.

Zwei Statisten wurden zu Hauptdarstellern

Es war ein Moment, der zwei ganz besondere Akteure in den Mittelpunkt rückte, die ein Sinbild für die Saison der Fohlen war: zum einen Oliver Neuville, der mit Verletzungen zu kämpfen hatte und im System mit einem Stürmer nicht (wie in Zweitligazeiten) neben Rob Friend eingeplant war. Kurzeinsätze waren das Resultat, die zuletzt auch nicht Anlässe zu ausgelassenen Jubelstürmen gaben. Zum anderen ist da Roberto Colautti. Der israelische Nationalstürmer kam trotz der Verletzung von Friend nur von der Bank und konnte den Kanadier nicht ersetzen. Nun spielte eben jener Neuville einen perfekt getimeten Pass auf eben jenen Colautti, der in der allerletzten Minute die Ruhe behielt und eiskalt zum 1:0 einnetzte.

Endlich über dem Strich

Auch der ansonsten so in sich ruhende Hans Meyer konnte sich nach dem Schlusspfiff die Jubelgesten nicht verkneifen, obwohl er direkt nach dem Tor noch die Fassung bewahrte, während rings um ihn die Gladbacher Bank, ja, der gesamte Borussia-Park bebte. Durch diesen Sieg hievte sich die Mannschaft auf den 15. Rang, sprich einen Nichtabstiegsplatz. Zwar ist die Lage weiterhin äußerst ernst, denn Cottbus und Bielefeld sind punktgleich, doch könnte dieser Sieg der Moment gewesen sein, der eine ganze Saison noch zum Guten wenden kann. Dieser berühmte Augenblick, der alles vergessen machen kann. Diese Minuten, die einen nach vorne blicken lassen.

Das Glück erarbeitet

Schalke war insgesamt die bessere Mannschaft und hatte die hochkarätigen Chancen, während Gladbach insgesamt nur zweimal aufs Tor schoss. Dazu kam, dass Marko Marin mit einem Elfmeter an Manuel Neuer scheiterte. Eine Szene, die so manchem Team das Genick gebrochen hätte. Doch Colautti nahm seinem Kollegen die Last von den Schultern und traf mit seinem ersten Bundesligator genau in die Seele der Fans. In der Lausitz und auf der Alm wird man sich fassungslos angeschaut haben, denn wie konnte eine Schalker Elf einen mehr als verdienten Punkt noch aus der Hand geben? Eine ganze Saison kann eben in einer Spielszene auf den Kopf gestellt werden.

Initialzündung?

Gladbach gab auch nach 90 Minuten nicht auf und konterte im eigenen Stadion. Diese drei Punkte könnte die benötigte Initialzündung für Trainer und Mannschaft gewesen sein, denn das nächste wichtige Spiel steht direkt vor der Tür: im direkten Duell gegen Cottbus geht es um die bildlichen sechs Punkte. Dank Colautti geht Gladbach nun mit dem Wissen in die Partie, dass das Pendel umgeschlagen sein könnte. Am Ende einer schrecklichen Saison, könnte noch einmal Alles gut gehen. Doch sicher ist: Hans Meyer wird sicherlich die richtigen Worte finden, um seine Mannschaft auf das Spiel gegen die Lausitzer einzuschwören – damit Gladbachs spätes Glücksmoment nicht umsonst war.

Eure Meinung: War das späte Tor der Borussen der entscheidende Moment? Packt Gladbach nun den Klassenerhalt?



 
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