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Spielbericht Bundesliga: FC Energie Cottbus – FC Bayern München
„Deutscher Meister wird nur der FCB, nur der FCB, nur der FCB“, hallte es in den letzten 30 Minuten durch das sonnige Stadion der Freundschaft zu Cottbus. Mit einem deutlichen 3:1 (1:1) setzt sich der deutsche Rekordmeister aus München gegen die Lausitzer durch und greift damit wieder entscheidend ins Rennen um die deutsche Meisterschaft ein. Cottbus hingegen bleibt im Abstiegskampf hängen und muss weiterhin richtig zittern.
Von Dennis WEINACHT
Cottbus. Als Franck Ribéry nach 90 Minuten zum wiederholten Male per Elfmeter an Gerhard Tremmel scheiterte war die Partie ohnehin längst gelaufen. Wieder etwas verbessert als unter der Ära Klinsmann gewinnt der FC Bayern München auch im zweiten Spiel mit Trainer Jupp Heynckes. Der FC Energie Cottbus blieb letztlich chancenlos.
Energie startet forsch
Dabei startete der Gastgeber durchaus ansehnlich in diese Begegnung. Die Lausitzer hielten stark dagegen, wollten dem FC Bayern München offensichtlich Paroli bieten. Immer wieder wurden die Gastgeber dabei durch schnelle Gegenangriffe gefährlich. Allerdings spielten sie ihre Aktionen in der Offensive nicht konsequent aus. Ein ganz ähnliches Problem hatte auch der deutsche Rekordmeister, der ebenfalls mit Zug nach vorne agierte, dem aber oft das Glück in den entscheidenden Momenten versagte. So blieben die ersten Minuten der jungen Partie torlos, was aber zum Glück kein allzu langer Zustand bleiben sollte.
FCB kontrolliert und führt
Denn nach etwa 20 Minuten hatte der Gast von der Isar das Geschehen absolut im Griff, spielte nun besser und präziser nach vorne. Auch der letzte Pass kam nun zumeist an. Lediglich im Torabschluss versagten die Münchner noch. Nicht so aber Ernesto Sosa: Nach einer Hereingabe verlängerte der Cottbuser Burca das Leder unglücklich weiter zum Argentinier, der aus kurzer Distanz einschießen konnte (23.). Nun konnte der amtierende Titelträger doch den Weg für einen erfolgreichen Nachmittag ebnen, nun schienen die Zeichen wieder auf Tabellenführung zu stehen, betrachtete man auch das Ergebnis in Stuttgart. Lediglich das Torverhältnis verwehrte dem FCB zu diesem Zeitpunkt die Führung in der Tabelle.
Cottbus mit glücklichem Ausgleich
Aber auch das sollte nicht gerade der dauerhafte Zustand bleiben. Zwar kontrollierte die Mannschaft von Geburtstagskind Jupp Heynckes auch anschließend die Geschicke auf dem Platz vollkommen, aber die Energie wirkte immer wieder gefährlich. Angelov etwa hätte nach 34 Minuten einnetzen können, als er aber einen schneller als Schweinsteiger am Ball und aus kurzer Distanz an Butt scheiterte. Obwohl die Münchner das Spiel absolut im Griff hatten, wirkten die Platzherren durchaus auch torgefährlich und spielerisch gut. Vor allem auch in der Defensive war Cottbus nun stabiler.
Das änderte aber nichts daran, dass die Führung eigentlich verdient war, auch noch, als die Lausitzer zum schmeichelhaften Ausgleich kamen: Nach einem Einwurf verlängerte dieses Mal Martin Demichelis unglücklich zum Gegespieler. Rost zwang Butt mit einem Fallrückzieher zu einer sensationellen Parade und Ivica Iliev staubte ab zum 1:1 (44.). Es war zur Pause trotz des tollen Kampfes ein schmeichelhaftes Ergebnis für FCE.
Kaum Kreativität
Nach dem Wiederanpfiff konnte aber der FC Bayern München nicht mehr die Dominanz ausüben. Es fehlte mitunter auch an Kreativität. Kaum einmal ein genialer Pass, oder wenigstens eine tolle Einzelaktion war zu sehen. So musste dann doch irgendwann Franck Ribéry in die Partie kommen. Die beste Chance im ersten Teil der zweiten Halbzeit hatte aber Lukas Podolski, der frei auf Tremmel zulief, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte (59.). Wenn man deutscher Meister werden will, muss man solche Möglichkeiten nutzen. Für Cottbus lief die Partie aber bisher gut. Sie boten eine solide Leistung, hatten ihrer Seits auch immer wieder kleinere Ausflüge in die Offensive zu verbuchen.
Demichelis trifft
Dennoch war es absolut verdient, dass die Gäste aus München erneut in Führung gehen konnten. Im Anschluss an einen Eckball des fleißigen, aber oft glücklosen Podolski kam Martin Demichelis mit dem Schädel an den Ball und drückte das Leder über die Linie (62.). Es war ein schöner Treffer des sehr konzentrierten Argentiniers, der auch in der Abwehr zumeist absolut solide stand. War das nun die Initialzündung für seine Truppe? Spielten die Süddeutschen nun wieder etwas entschlossener nach vorne?
„Poldi“ belohnt sich selbst, Ribéry verschießt
Und ob! Denn kurz darauf folgte der schönste Angriff der kompletten Partie. Luca Toni leitete ein schönes Zuspiel von Franck Ribéry auf Lukas Podolski weiter. Dieser schob aus halblinker Position am Strafraum in die rechte Ecke ein (66.). Auch in dieser Höhe war die Führung absolut verdient und es schien zugleich die Vorentscheidung zu sein. Cottbus machte in der Offensive kaum einen Stich, hinterließ nie den Eindruck, nochmals zurück zu kommen. Stattdessen erkämpfte sich der FC Bayern München weiter einige gute Möglichkeiten, die aber nicht genutzt werden konnten. Das war schon eine recht starke und aufopferungsvolle Leistung des deutschen Rekordmeisters, der sehr zielstrebig agierte. Der FCE hingegen war mittlerweile an der Grenze seiner Möglichkeiten angekommen.
Gerhad Tremmel hatte aber in der 90. Minute noch einmal seinen großen Auftritt: Wie schon vor einem Jahr parierte er einen Strafstoß klasse gegen Franck Ribéry. Der Franzose wird sicherlich in Zukunft nicht mehr allzu gerne gegen den Energie-Schlussmann antreten, auch wenn es letztlich nur eine Nuance war.
München spielt es sicher runter
Denn trotzdem setzte es am Ende diese Niederlage. Der FCB war selbstverständlich spielerisch besser und auch über die gesamte Spieldauer absolut dominierend. Wieder einmal war aber auch zu sehen, dass die fußballerischen Highlights erst mit der Einwechslung des letztlich unglücklichen Franck Ribéry Einzug hielten. Letztlich wäre auch ein noch höherer Sieg möglich gewesen, was aber schade aus Sicht der gut kämpfenden Cottbuser gewesen wäre. Der FCE bleibt damit tief im Keller hängen.
Eure Meinung: Steigt Cottbus nun ab?
Und holen die Bayern den Titel?
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