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Chelsea als Vorbild – Gladbachs Mauertaktik
Die Borussia holte zwar keinen Punkt in München, doch hatte sich Trainer Hans Meyer das Champions League Spiel unter der Woche des FC Chelsea bei Barcelona ganz genau angeschaut und die ein oder andere taktische Maßnahme daraus gezogen.
Von Christoph VOGEL
München. Das Debüt von Jupp Heynckes als Interimstrainer bei Bayern München ist nach dem 2:1 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach geglückt, wenn auch ohne viel Glanz. Zwar war seine Elf optisch überlegen und beherrschte besonders in Halbzeit eins die Partie, doch die Gladbacher standen äußerst kompakt und hielten sich diszipliniert an ihre taktische Marschroute. Die hatte vor dem Spiel Trainer Hans Meyer ausgegeben: in der Defensive den Bayern den Spaß am Fußball nehmen – und sich dabei den FC Chelsea als Vorbild nehmen.
Stürmer gedoppelt
Meyer hatte das Spiel des FC Barcelona gegen die Londoner verfolgt und gesehen, wie eine Mannschaft ein spielstarkes Team den Wind aus den Segeln nehmen kann. Das 0:0 zunächst einmal mit Mann und Maus verteidigen war die Devise. Und siehe da: Mehr als eine halbe Stunde lang gelang diese richtig gut. Gladbach doppelte die Stürmer Luca Toni und Lukas Podolski und ließ ihnen nur ganz wenig Raum. Dann war es dann nach einem Tor von Schweinsteiger dennoch geschehen. Was Meyer bei seiner „Taktikschulung“ auf internationalem Parkett übersehen hatte: Chelsea hatte zwar kein Gegentor kassiert, doch selber auch kein Tor geschossen.
Kompaktheit ist Trumpf
Diesem Fakt half aber Torwart Hans-Jörg Butt unter die Arme, indem er durch gütige Mithilfe zuvor den Ausgleich per Elfmeter zuließ. Die Anfangssituation war somit hergestellt, doch noch vor der Pause sollte sich die optische Überlegenheit erneut auszahlen, da Podolski mit einem schönen langen Ball die Abwehr aushebelte und Hamit Altintop zum 2:1 einnetzte. Der Startschuss für ein Fußballfeuerwerk der Bayern? Fehlanzeige! Die Münchener taten sich nach der Pause noch schwerer mit den disziplinierten Gladbachern, die in den letzten Minuten (dem Ergebnis geschuldet) vier Stürmer auf dem Platz hatten.
Der feine Unterschied
Nach 90 Spielminuten stehen die Borussen damit erneut mit leeren Händen da, obwohl die Bayern in der zweiten Hälfte nicht mehr alles investierten um das Ergebnis häher zu gestalten. Dennoch haben sich die Gladbacher noch nicht aufgegeben und müssen sich ob der Niederlage nicht schämen. Aber: ohne Punkte steigt man bekanntlich ab, sodass es für die Borussen immer enger wird. Die Mauertaktik (nennen wir sie einmal so) ging prinzipiell auf, der Unterschied zum Vorbild aus London ist dennoch ersichtlich: Chelsea steht eben im Halbfinale der Königsklasse, während Gladbach im Tabellenkeller der Bundesliga um den Ligaverbleib kämpft. Taktik ist eben nicht alles...
Eure Meinung: Ging das Konzept von Hans Meyer auf? Oder hätte Gladbach von Beginn an offensiver sein müssen?
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