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Analyse: Das Titelrennen in Deutschland
Normalerweise benötigt es schon ein kleines Wunder, dass der FC Bayern München in der deutschen Bundesliga nicht den Titel abräumt. In aller Regel sind die Münchner vorne dabei und feiern bereits früh die Meisterschft. Das aber wird in diesem Jahr sicherlich nicht der Fall sein. Die Konkurrenz an der Spitze ist groß, das belebt das Geschäft. Wer aber nun am Ende die Schale in den Händen halten darf, hängt nun auch vom Glück ab. Leicht wird es aber für keinen der fünf Anwärter auf den Titel.
Von Dennis WEINACHT
Berlin. Irgendwie durften sich in diesem Jahr schon einige Teams an der Tabellenspitze erproben. Da war ein Aufsteiger, ein Sensationsteam und eine Werks-Mannschaft. Nur der deutsche Rekordmeister hat sich bisher noch nicht die Ehre gegeben, sich auch an der Spitze fest zu beißen. Getreu dem Motto: Es reicht, wenn wir nach dem 34. Spieltag ganz oben sind. Goal.com verrät Euch die Chancen der Teams.
VfL Wolfsburg (Tabellenplatz 1, 57 Punkte)
Natürlich ist der VfL Wolfsburg derzeit der Top-Anwärter auf die deutsche Meisterschaft. Die „Wölfe“ aus der VW-Stadt zeigten bisher eine tolle Rückrunde, profitieren vor allem von einer sensationell guten Offensive. Nach anfänglichen Problemen hat sich nun auch die Defensive besser geordnet, was auch an einem sehr starken Diego Benaglio im Tor liegt. Insgesamt spielen die Niedersachsen eine gute bis sehr gute Saison, die aber noch lange nicht zu Ende ist. Gerade im Endspurt kommt es dann auch auf die ganz große Klasse an. Der physische Vorteil gegenüber der Konkurrenz fällt nach dem Aus der Bayern in der Champions League weg. Nun muss Wolfsburg seine Klasse bis zum Ende durchziehen. Es wird auch darauf ankommen, dass Leistungsträger wie Edin Dzeko, Graifte oder Svedjzan Misimovic nicht länger ausfallen.
FC Bayern München (Tabellenplatz 2, 54 Punkte)
Am offensivsten agieren die Bayern mal wieder im Titelkampf. Auch wenn es derzeit bereits einen Drei-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer gibt, so will Jürgen Klinsmann mit seiner Mannschaft doch noch die Schale einfahren. Zuletzt wirkte die Mannschaft besser in Form, trat mehr und mehr auch als Kollektiv auf. Der Kader ist sehr dünn besetzt, was im Titelrennen zu einem großen Nachteil werden kann. Vor allem in der Offensive haben die Münchner starke Defizite, die es aufzuholen gilt. Sportlich liegt die Konzentration nach dem Aus in Europa ganz auf der deutschen Meisterschaft. Neben dem Platz hat man da so seine Bedenken. Die Manager-Frage ist weiter offen, der Trainer steht auf der Kippe und auch das Spielermaterial für die kommende Saison steht noch völlig im Dunkeln. Ungewohnte Störfaktoren an der Isar.
Hamburger SV (Tabellenplatz 3, 54 Punkte)
Sehr stark agierte in der laufenden Saison bisher der Hamburger SV. Die Hanseaten spielen sehr geschlossen und sind spielerisch gut drauf. Man merkt aber auch, dass das Team noch sehr stark von einzelnen Spielern abhängig ist. Deutlich wurde das unter anderem im Pokal, als Piotr Trochowski nicht von Beginn an spielte. Seine fehlende Kreativität konnte von der Mannschaft nicht kompensiert werden. Am Ende geht es im Titel-Rennen auch um Nuancen. Da dürfte es für den HSV auch nicht gerade von Vorteil sein, dass die Truppe noch im UEFA-Cup spielen muss. Insgesamt zählt Hamburg also eher weniger zu den heißen Anwärtern auf die Schale. Dennoch sollte man Martin Jol und seine Mannen nicht abhaken. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass der deutsche Meister eben nicht der größte Favorit von Beginn an war.
Hertha BSC (Tabellenplatz 4, 52 Punkte)
Bis vor wenigen Wochen war Hertha BSC noch der große Favorit auf den Titel, nun ist die Mannschaft nicht mehr als solcher anzusehen. Die Verfolger-Rolle hat das Team zunächst zurückgeworfen, nun scheint aber wieder der Blick nach vorne gerichtet zu sein. Der Titelkampf wird wohl nur noch mit viel Glück angenommen werden können. Die Spieler sind sowohl individuell, als auch im Kollektiv noch nicht reif für einen Titelgewinn. Außerdem gibt es viele Unruhe-Herde gerade in der Offensive, wo Voronin und Pantelic für schlaflose Nächte bei Trainer Lucien Favre sorgen. Der Schweizer kann aber dennoch stolz auf das geleistete seiner Mannschaft sein. Auch wenn am Ende der Titel wohl nicht rausspringen wird.
VfB Stuttgart (Tabellenplatz 5, 51 Punkte)
Der letzte heiße Anwärter auf den Titelgewinn kommt aus Stuttgart und heißt VfB. Die Schwaben spielten während der gesamten Spielzeit kaum eine wichtige Rolle in den Spitzenrängen, nun aber rollen sie das Feld von hinten auf. Die Meisterschale ist zwar noch in weiter Ferne, aber es scheint, als würde der Klub lauern. Sollte die Konkurrenz nun einbrechen, scheint ein erneuter deutscher Meister namens VfB Stuttgart denkbar zu sein. Dafür muss aber von der Mannschaft noch mehr kommen, wenngleich gerade noch rechtzeitig Mario Gomez seine Form offensichtlich wieder gefunden hat. Von ihm und Jens Lehmann wird ein möglicher Gewinn der Schale auch abhängen. Wenn es so weitergeht, wie in den letzten Wochen, ist der VfB aber ein heißer Kandidat.
Goal.com-Fazit: Nur mit sehr viel Glück der Fans, die nicht aus München kommen, wandert die Schale im Sommer nicht an die Isar. Der VfL Wolfsburg ist zwar mittendrin statt nur dabei, aber dennoch dürfte es für die „Wölfe“ eng werden. Die anderen Verfolger kann man nahezu außen vor lassen. Sollte Wolfsburg patzen, wird Bayern sich nicht von einem Dritten einholen lassen. Es würde stark verwundern, wenn die Meisterschaft in diesem Jahr nicht bei den Bayern bleiben würde. Auch wenn es Felix Magath nicht gerne hören wird.
HIER findet Ihr das Restprogramm der fünf Titelanwärter!
Im Laufe des Tages werfen wir für Euch noch einen Blick auf die Titelrennen in Frankreich und Spanien!
Eure Meinung: Wer ist Euer Favorit für den Gewinn der deutschen Meisterschaft?
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