Spielbericht Bundesliga: TSG 1899 Hoffenheim – VfL Bochum

Die TSG 1899 Hoffenheim steht vor einer handfesten Krise. Auch gegen den VfL Bochum verlieren die Hoffenheimer glatt mit 0:3. Dreimal trifft dabei Stanislav Sestak, der eine überragende Partie macht. Der Aufsteiger muss zudem zwei Platzverweise hinnehmen und die Maßnahme des Trainingslagers als gescheitert ansehen.

Erleichterung: Marcel Koller bejubelt den Treffer seiner Schützlinge (firo)

Von Dennis WEINACHT

Sinsheim. Der Rasen war genial, das Wetter optimal. Alles hätte so wunderbar für die TSG 1899 Hoffenheim verlaufen können, wäre da nicht Stanislav Sestak gewesen, der gleich drei Tore für den VfL Bochum erzielte. Die äußeren Bedingungen hatten bei den Hausherren so viel mehr versprochen....

Zerfahrener Beginn

Aber trotzdem startete die Partie eher zerfahren. Beide Mannschaften fanden nicht ihre spielerische Linie, viele kleine Fehler im Aufbauspiel waren keine Seltenheit. Gefördert wurde das Ganze auch nicht gerade dadurch, dass Marcel Koller seine Mannschaft früh umbauen musste. Joel Epallé zog sich sehr früh einen Jochbeinbruch zu, musste bereits nach zehn Minuten auf einer Trage vom Platz transportiert werden. Für ihn kam Paul Freier in die Begegnung. Für das erste spielerische Highlight sorgte Janker, der in den ersten Minuten einer der Besten war. Sein Schuss aus 21 Metern verfehlte das Tor aber knapp (12.). Insgesamt gehörte die Anfangsphase doch recht deutlich den Hausherren, die aber ihre Angriffe nicht konsequent und präzise genug ausspielten. Immerhin war noch eine ganze Weile zu absolvieren.

Hoffenheim besser, aber zu uneffizient

Aber es sollte erstmal dabei bleiben, dass Hoffenheim gefährlicher und geordneter wirkte. Allerdings war die fußballerische Leichtigkeit, die etwa in der Hinrunde noch zu sehen war, absolut nicht vorhanden. Völlig abgemeldet war zum Beispiel Chinedu Obasi, der nicht in die Partie fand. Außerdem glücklos Sejad Salihovic, der weite Wege ging, dem aber auch immer wieder der letzte Pass missglückte. Noch schwächer trat der VfL Bochum auf. Im Mittelfeld ohne Idee und Konzentration, in der Defensive zumeist einen Schritt zu spät. Nur durch den Kampf, der mitunter auch überzogen hart geführt wurde, konnten die Gäste sich in dieser Partie halten. Enttäuschend aber, was der Aufsteiger mit seinen spielerisch guten Akteuren aus der Überlegenheit machen konnte.

Sestak schockt die TSG

Umso überraschender, dass der VfL Bochum plötzlich aus dem Nichts in Führung ging. Nach einem Eckball wirkte Daniel Haas zum wiederholten Male im Herauslaufen unsicher, klatschte den Ball nur zu schwach weg. Ono kam an den Ball, donnerte das Leder mehr mit Glück wieder ins Zentrum, wo Sestak völlig frei stand und ins leere Gehäuse einschob (42.). Das war der Schock für die Hausherren, die nun völlig unnötig in Rückstand lagen. Es sollten bis zur Pause weitere Bemühungen folgen, die aber ebenfalls nicht mit einem Torerfolg belohnt wurden. Wie in den letzten Wochen so oft: Hoffenheim spielte ordentlich, machte aber die Tore nicht und lag plötzlich in Rückstand.

Bei diesem Ergebnis blieb es auch bis zur Pause. Ärgerlich, dass die Gastgeber ausgerechnet nach einer Standardsituation in Rückstand gerieten. Es war bereits das siebte Tor der laufenden Rückrunde, das Bochum nach einem ruhenden Ball erzielte. Das hätte auch der Aufsteiger wissen können, ja sogar wissen müssen.

Sestak macht alles klar, TSG sieht zweimal Rot

Aber es sollte nicht gerade besser laufen in den zweiten 45 Minuten für die Hausherren. Bochum spielte nun bedeutend besser mit, erarbeitete sich einige tolle Torchancen. So war es nur folgerichtig, dass einmal mehr Stanislav Sestak das 2:0 folgen ließ. Nach 55 Minuten und einem Einwurf nutzte er die Unordnung in der Abwehr der Hoffenheimer und traf zur scheinbaren Vorentscheidung.

Einen Bärendienst legte zudem Carlos Eduardo seiner Mannschaft auf, als er nach einer Tätlichkeit zurecht die Rote Karte sah (59.). Nicht besser machte es nur 70 Sekunden später der Schlussmann Daniel Haas. Völlig ungestüm trat er Sestak vor dem Strafraum um. Für diese harte Notbremse geba es ebenfalls zurecht die Rote Karte. Nun waren die Vorzeichen extrem schlecht für Hoffenheim, das Match schien verloren zu sein.

Sestak zum Dritten

Dennoch muss man auch den Gastgebern Respekt aussprechen. Die TSG spielte danach keineswegs auf Schadensbegrenzung, versuchte nochmals ranzukommen. Auch Trainer Rangnick stellte nochmals offensiver, wurde dann aber mit seiner Mannschaft ausgekontert. Nach einer Vorlage von Paul Freier war einmal Sestak zur Stelle, stocherte das Leder über die Linie. Nun stand es 3:0 für den VfL Bochum. Die Gäste hatten sich in einen Rausch gespielt und die Führung ging absolut in Ordnung. Mit ein wenig mehr Geschick, wäre ein echter Kantersieg des VfL möglich gewesen. Hoffenheim schlug sich am Ende selbst.

Europa in weiter Ferne

Aber mit dieser Leistung dürfte es auch schwer für den Aufsteiger werden, weiterhin von der Teilnahme am europäischen Geschäft zu träumen. Bochum hingegen sammelt wichtige Punkte gegen den Abstieg und darf nun positiv auf die Zielgerade der Bundesliga blicken. Ralf Rangnick hingegen darf in den kommenden Tagen Aufbauarbeit leisten. Seine Mannschaft ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Eure Meinung: Kann sich Hoffenheim nochmals verbessern in dieser Saison? Und hält Bochum die Klasse?



 
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