Willkommen in der Bundesliga, Paul Stalteri!

Paul Stalteri ist sicher kein Unbekannter in der Bundesliga: Ganze 8 Jahre spielte der heute 31-jährige Kanadier bei Werder Bremen und erreichte mit dem Team von der Weser 2004 die deutsche Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal (1999, 2004). Bei seinem letzten Verein, den Tottenham Hotspur aus der englischen Premier League, kam er zuletzt jedoch nicht über die Rolle des Beobachters auf der Tribüne hinaus. In Gladbach verspricht man sich aber einiges von seinem Neuzugang.

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Von Christoph Vogel

Mönchengladbach. Paul Stalteri ist wieder zurück. Zurück in der Liga, in der er die Glanzzeiten seiner Karriere hatte. Ein alter Bekannter also. Ablösefrei wechselte der 1,81 m große Kanadier von der Tribüne der Tottenham Hotspurs zu Borussia Mönchengladbach. Dort plant man langfristig mit dem Landsmann von Rob Friend, sodass er mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet wurde.

Verstärkung für die rechte Abwehrseite

Stalteri soll die akuten Probleme auf der rechten Seite der Gladbacher Viererkette lösen. Als Neuzugang erhält er dort den Vorzug gegenüber dem jungen Tobias Levels, der in der Hinrunde nur allzu selten eine konstant gute Leistung ablieferte und somit erst einmal ins 2. Glied rücken muss. Man erwartet sich in Mönchengladbach viel vom ehemaligen Bremer, vor allem die Stabilisierung der unsicheren Hintermannschaft. Mit seinen 31 Lenzen bringt Paul Stalteri die gewisse Erfahrung mit, die im Abstiegskampf Gold wert sein kann.

Als Fußballexot im kühlen Norden

Seine Karriere begann der am 18. Oktober 1977 in Toronto geborene Paul Stalteri im heimischen Kanada bei Toronto Lynx. Dort fiel er früh den Scouts des SV Werder Bremen auf, weshalb er im Jahre 1997 als kanadischer Nationalspieler im Alter von 20 Jahren in Bremens 2. Mannschaft wechselte. Er akklimatisierte sich schnell, schaffte es jedoch unter den Trainern Wolfgang Sidka und Felix Magath zunächst nicht in das Profiteam. Als Kanadier war Stalteri gewissermaßen ein Fußballexot, erst Jahre später sollte mit Kevin McKenna ein weiterer Vertreter des nordamerikanischen Staates hinzu kommen.

Mit Schaaf kam der Erfolg

Ein entscheidender Stichtag in der Karriere von Paul Stalteri war der 10. Mai 1999. Dann nämlich erfolgte der Trainerwechsel an der Weser und Thomas Schaaf übernahm das Amt von Felix Magath. Unter Schaaf gewann Werder im selben Jahr noch den DFB-Pokal und Stalteri durfte sich seines ersten Titels rühmen. Doch auf seine Premiere in der Bundesliga musste er noch ein ganzes Jahr warten, denn erst im August 2000 debütierte Stalteri zum Saisonauftakt gegen Energie Cottbus. Dort agierte der Kanadier gegen seinen Landsmann McKenna, was ein historisches Ereignis für den Spielbetrieb der Liga bedeutete. Im selben Spiel markierte er gar seinen Premieren-Treffer. Stalteri wuchs zu einer festen Größe innerhalb des Teams und überzeugte Trainer Schaaf als eine Stütze in der Bremer Hintermannschaft.

Spielstark zum Double

Im Laufe der Zeit entwickelte sich in Bremen eine spielstarke Mannschaft, die offensiven und attraktiven Fußball spielte. Den Höhepunkt markierte der Doublegewinn in der Saison 2003/04, für Stalteri demnach Titel Nummer zwei und drei. Bis heute ist er der einzige Kanadier, der jemals einen Titel in Deutschland holen konnte. In der kommenden Saison bot sich für Stalteri sogar die Möglichkeit, in der Champions League auf internationalem Niveau zu spielen. Nach 151 Spielen und 8 Jahren bei Werder wechselte Stalteri am Ende der Saison 2004/05 nach England zu Tottenham Hotspur.

Neuanfang auf der Insel

Bei Tottenham war Stalteri in seiner ersten Saison sofort Stammspieler und absolvierte 33 Partien. Ebenso 33 Spiele brauchte es, bis er seinen 1. Treffer erzielte: Beim 2:1 der Spurs gegen Manchester City markierte er einen Treffer. So gelungen die erste Saison für Stalteri lief, so ernüchternd waren die beiden Folgenden. Zwar kam er in der kanadischen Nationalmannschaft weiterhin zu Einsätzen und avancierte gar zum Kapitän, in England jedoch reichte es nur noch zu sporadischen Kurzeinsätzen. Mit dieser Situation waren beide Seiten unzufrieden und somit wurde Stalteri in der Saison 2007/08 für ein halbes Jahr zum Abstiegskandidaten FC Fulham ausgeliehen. Dort bewies er seine Qualitäten und schaffte mit den „Cottagers“ den Klassenerhalt, den so nur noch wenige auf der Rechnung hatten.

Zurück zu den Wurzeln

Diese Qualitäten registrierte man auch in Gladbach und so löste man in Tottenham den Vertrag Stalteris auf, der in der Hinrunde der Premier League nur noch zum Zuschauer degradiert worden war. Dadurch war der Weg frei für den ablösefreien Wechsel des Kanadiers zur Winterpause an den Niederrhein. Dort waren die guten Erinnerungen an die Bremer Zeit noch frisch genug und man empfang Stalteri mit offenen Armen und einer guten Portion Hoffnung. Seine Spielweise ist grundsolide und man kann von ihm sicherlich mehr Offensivaktionen erwarten als von seinem Vorgänger Tobias Levels. Um die Meisterschaft, wie zu Werderaner Zeiten, wird er zwar so schnell nicht spielen, doch erhofft man sich in Mönchengladbach ein „zweites Fulham“. Die Rückrunde wird zeigen, ob Stalteri mit seiner Erfahrung dem jungen Team die nötige Sicherheit geben kann, um den erneuten Gang in die 2. Liga zu verhindern. Denn abgestiegen ist Stalteri noch nie...

Eure Meinung: Kann Paul Stalteri auch mit Mönchengladbach den Klassenerhalt feiern?



 
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