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Der Karlsruher SC hat in der Hinserie die meisten Spiele verloren, die zweit wenigsten Treffer erzielt und die zweit meisten erhalten. Mit 13 Zählern steht das Becker Team an der 15. Stelle. Im Frühjahr wollen die Badener mit zwei Rückkehrern den Ligaverbleib zum zweiten Mal in Folge realisieren.

Von Johannes RUPPRECHTER

Karlsruhe. Letzte Saison war der Karlsruher SC das Überraschungsteam, spielte vor allem eine tolle Hinrunde. In der schweren zweiten Spielzeit war dies jedoch ganz anders. Das Team von Trainer Edmund Becker haderte fast durchgehend mit einer schlechten Chancenverwertung. Auch die Konstanz ließ zu wünschen übrig. Auf ein zwischenzeitliches Hoch, folgte stets eine Pleite. Dadurch entwickelte sich nie wirklich Selbstvertrauen im Team, Automatismen stellten sich nicht ein.

Die Vorbereitung: Im Trainingslager im türkischen Belek arbeitete das Team von Trainer Edmund Becker vor allem an der Offensive. Die Ergebnisse in der Vorbereitung waren eher durchwachsen, in den Halbzeit-Pausen wurde zumeist bunt durchgemischt, viel wurde ausprobiert. Das erste Testspiel gegen den ukrainischen Erstligisten Dnepr Dnepropetrovsk endete 1:1. Anschließend wurde Drittligist Fortuna Düsseldorf beim Comeback von Kapitän Maik Franz mit 3:1 besiegt. Gegen den FC Ingolstadt zollte man den hohen Belastungen Tribut und unterlag mit 0:2, ehe man den VfR Aalen mit 5:0 vom Platz schoss. Gegen den Drittligisten wurden fünf verschieden Torschützen vermeldet. „Wir haben hier die optimalen Bedingungen genutzt, sehr intensiv trainiert und einiges getan, was uns in der Rückrunde zu Gute kommen soll“, bilanzierte Coach Becker zufrieden über das Trainingslager. Direkt nach der Rückkehr gab es eine tolle Nachricht für Innenverteidiger Tim Sebastian. An seinem 25. Geburtstag kam sein Sohn Jordy Leon zur Welt. Bevor es am 1. Februar mit dem Rückrundenstart beim VfL Bochum los geht, wartet am 28. Januar noch das Pokal-Achtelfinal-Heimspiel gegen Zweitligst Wehen Wiesbaden. Die Generalprobe für die ersten beiden Pflichtspiele gibt es am Samstag den 24. Januar gegen den 1. FC Nünberg.

Die Transfers: Dies wird ein besonderes Spiel für einen Neo-Karlsruher. Marco Engelhardt kam im Winter von den Franken zurück zu den Badenern und unterschrieb einen Vertrag bis 2012. Mit Giovanni Federico (Dortmund) wechselte ein weiterer alter Bekannter in den Wildpark. Von Engelhardt verspricht sich Becker mehr Stabilität und spielerische Raffinesse auf der Sechser-Position. Der 28-jährige Federico, der in der Aufstiegssaison zum Torschützenkönig der zweiten Liga avancierte, wurde mit Kaufoption vorerst bis Saisonende ausgeliehen. Bei ihm bleibt abzuwarten, ob er nach eineinhalb Jahren mit wenig Spielpraxis an alter Wirkungsstätte sofort wieder zu alter Form findet. Wichtig wäre es allemal, denn der Karlsruher SC hat im engen Tabellenkeller, mit zwei Zählern Vorsprung auf Schlusslicht Mönchengladbach, eines nicht – Zeit!

Das war gut: Die Becker-Elf stand hinten bis zum 9. Spieltag relativ kompakt, danach fehlte Kapitän Maik Franz in der Innenverteidigung an allen Ecken und Enden. Mit Stefano Celozzi, Neuzugang von den Bayern Amateuren, entwickelte sich ein eigentlich als Ergänzungsspieler geholter Akteur prächtig und spielte sich in den Blickpunkt größerer Vereine. Zudem schoss mit Lars Stindl gegen Ende der Hinserie ein weiterer Youngster empor und sorgte für Furore. Um den Nachwuchs muss man sich beim Vorjahres-Elften also nicht sorgen.

Das muss besser werden: Ganz klar zu wenig kam von der Offensiv-Abteilung. Lediglich Sebastian Freis sorgte in des Gegners Strafraum regelmäßig für Gefahr – fünf Mal traf der von Köln umworbene Stürmer. Massimilian Porcello knipste als zweitgefährlichster Akteur lediglich zwei Mal – symptomatisch, dass der Halb-Italiener vor der Abwehr positioniert ist. Von den Offensiv-Akteuren Kennedy, Timm, Iashvil, und Carnell ging viel zu wenig Torgefahr aus. Vor allem mit dem Australier Joshua Kennedy musste man im Herbst oft Mitleid bezüglich seiner fehlenden Kaltschnäuzigkeit haben, das war oft stümperhaft und für einen lange gesetzten Stürmer schlicht gar nichts!

Goal.com-Meinung: Ob die Badener den Klassenerhalt schaffen, wird zu einem großen Teil davon abhängen, ob Heimkehrer Federico seine Torgefährlichkeit wieder aktivieren kann. Aber auch die anderen Offensiv-Akteure müssen im gegnerischen Strafraum kühler und cleverer agieren. Es müssen also einige Faktoren eintreffen, um die Klasse auch in der verflixten zweiten Saison zu halten. Am Ende reicht's knapp – Platz 15!

Eure Meinung: Wo landet der Karlsruher SC am Saisonende?

Und morgen auf Goal.com: Der VfL Bochum und Hertha BSC im großen Bundesliga-Check

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