Für drei Trainer geht es um den Job

Armin Veh musste am vergangenen Wochenende überraschend schnell seinen Hut beim VfB Stuttgart nehmen. Nach einer Weile der Stagnation scheint das Trainerkarussell wieder mächtig ins Rollen gekommen zu sein. Plötzlich stehen wieder einige Übungsleiter in der Kritik. Schon an diesem Wochenende könnte für drei davon das Aus gekommen sein. In Bochum, Gelsenkirchen und Hannover wackeln die Trainerstühle.

Fred Rutten (foto ANP)

Von Dennis WEINACHT

Gelsenkirchen. „Müller raus“, hallte es am Donnerstag von den Rängen der imposanten Arena in Gelsenkirchen. Längst haben die Fans ihren Schuldigen gefunden, wenngleich aber auch die Person Fred Rutten nicht außerhalb des Fokus aller Kritiker steht. Gegen Manchester City wurde eines ganz deutlich: Die Handschrift des Trainers ist bis zum heutigen Tag nicht zu erkennen. Die Taktik kann nicht umgesetzt werden. Individuelle Fehler sind so häufig zu sehen, wie schon lange nicht mehr bei den „Königsblauen“. Manager Andreas Müller hat den Kader sicherlich zu verantworten, aber auch der Trainer darf bei objektiver Betrachtung nicht vergessen werden. Die spielerische Substanz dürfte weit über dem liegen, was das Team am Donnerstag abzurufen wusste. Sollte das nicht der Fall sein, wäre die Diagnose für den Patient FC Schalke 04 noch bedeutend tragischer.


Rutten zeigt sich ratlos

Das besonders Erschreckende derzeit bei dem Klub aus dem Ruhrpott: Neben der spielerischen Qualität fehlt mitunter auch der Wille, die Entschlossenheit. Die Mannschaft kämpft nicht mehr, scheint sich selbst aufgegeben zu haben. Der Glaube an die eigene Stärke fehlt. Der Charakter wird längst in Frage gestellt, das Team aber schafft keine Argumente mehr, diese Situation meistern zu können. Nicht mehr mit Fred Rutten, der selbst den unbedingten Glauben vermissen lässt. Indes glaubt er mehr an das eiserne Prinzip Hoffnung, das aber nicht aufgeht. Der Niederländer selbst erkannte nach der Niederlage gegen Manchester City, dass seine Mannschaft in der derzeitigen Verfassung keine Erfolge haben wird. Ein Gegenmittel fehlt aber auch ihm: „Die Mannschaft hatte nach dem 0:1-Rückstand nicht den Glauben, das Spiel drehen zu können.“

Endspiel gegen Stuttgart?

Diesen Glauben muss er seinen Mannen nun ganz schnell wieder verabreichen. Schon gegen den VfB Stuttgart ist die Mannschaft am Sonntag wieder in der Pflicht. Geht auch diese Partie verloren, könnte es für den Niederländer eng werden. Die Stimmen mehren sich gegen ihn. Viele Ausrutscher kann er sich nicht mehr erlauben. Bei weiteren Misserfolgen dürfte die Abwärts-Spirale ihre nächste Stufe nach unten finden. Seit Donnerstag ist klar: Die erste dieser Stufen wurde bereits mit der Zusammenstellung des Kaders betreten.

Koller kämpft um seinen Job


Ebenfalls um seinen Job bangen muss Marcel Koller beim VfL Bochum. Der Coach ging mit seiner Mannschaft zuletzt durch die Hölle. Derzeit steht ein Abstiegsplatz zu Buche. Nach übereinstimmenden Medienberichten muss der Trainer jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, sonst wird er in der Winterpause von einem anderen Coach abgelöst. Am Sonntag muss er dabei die schwere Aufgabe gegen den Hamburger SV meistern. Und obwohl er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel einen Fanschal in Richtung der Fotografen hielt, weiß auch er um was es im Fußball geht: „Wichtig sind am Sonntag nur die Punkte.“

Hecking am gefährdetsten

Das gilt auch für Dieter Hecking von Hannover 96. Er soll nach Möglichkeit noch bis zur Winterpause Trainer bleiben. Dann will Klub-Chef Martin Kind eine Bilanz ziehen. Am Samstag aber könnte das wieder anders aussehen. Verliert 96 im Kellerduell im eigenen Stadion gegen den Karlsruher SC, würde es wohl für Hecking nicht mehr weitergehen. Der Trainer selbst ist sich seiner nicht mehr sicher, fordert aber dennoch: „Ich gehe meinen Weg. Das wird dazu führen, dass wir wieder in die Spur kommen. Wir müssen laufen und kämpfen.“

Irgendwie klingen die Parolen bei allen Teams gleich. Warm ums Herz wird es den Fans aber dabei nicht. Eher ist es um und in den Anhängern in dieser Jahreszeit kühl. Armin Veh musste seinen Stuhl schon räumen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann der nächste Coach folgen wird...

Eure Meinung: Wo wäre ein Trainerwechsel sinnvoll? Und welcher Klub sollte an seinem Coach festhalten?



 
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