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Stefan Effenberg: Deutschland wie der FC Barcelona

Der ehemalige Bayern-Star Stefan Effenberg sieht bei der DFB-Elf klare Parallelen zum System des FC Barcelona. Auch in Schalke, Hannover und Freiburg äußerte man sich.

Berlin. Sky-Experte und Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg erkennt im erweiterten WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw das "System Guardiola". Auch die Schalker Stars Leon Goretzka, Max Meyer und Julian Draxler äußerten sich zu ihrer Nominierung.

"Man sieht an den Nominierungen der Spieler ganz klar, dass man darauf abzielt, wie Barcelona oder wie Guardiola mit Bayern München zu spielen", sagte Effenberg bei Sky Sport News HD: "Also nicht unbedingt mit Stoßstürmern, sondern mit vielen flinken Offensiven, die über Ballsicherheit zum Erfolg kommen."

Effenberg: "Gomez muss Löws Entscheidung akzeptieren"

Die Nicht-Nominierung von Stürmer Mario Gomez ist für Effenberg deshalb verständlich. "Gomez hat die Entscheidung von Joachim Löw zu akzeptieren - es ist auch nachvollziehbar, da er keine gute Saison gehabt hat. Das Risiko für Löw ist zu groß, Gomez mit zu so einem wichtigen Turnier zu nehmen, bei dem erwartet wird, dass Deutschland den Titel holt", so Effenberg.

Gomez selbst hatte sich bei Facebook zu Wort gemeldet und von der "hässlichsten Saison" seiner Karriere gesprochen. Gleichzeitig kündigte der Italien-Legionär auch an: "Ich werde wiederkommen."

Meyer, Goretzka und Draxler noch vorsichtig

Mit Max Meyer und Leon Goretzka hat sich Löw für zwei Schalker Youngster entschieden und damit so einige Fußballexperten überrascht. Das gab auch Meyer selbst zu: "Für mich kam die Nominierung völlig überraschend", so der 18-Jährige, der "keine Ansprüche stellt" und sein "Bestes geben" will. Leon Goretzka sieht die Nominierung als "Lohn für die gute Rückrunde" und freut sich auf ein mögliches Debüt für die A-Nationalmannschaft. Für die WM-Teilnahme werde er "alles geben".

Selbst der heißbegehrte Julian Draxler ist sich seiner Sache noch nicht sicher: "Ich freue mich sehr, aber das heißt noch nicht, dass ich auch in Brasilien dabei bin. Ich werde jetzt versuchen, mich dem Bundestrainer in den kommenden Wochen anzubieten. Damit will beim Spiel gegen Nürnberg anfangen."

Der Hoffenheimer Kevin Volland will bereits gegen Polen loslegen und überzeugen: "Ich mich bestmöglich präsentieren und werde alles geben. Ich werde die Zeit genießen, was dabei raus kommt, werden wir sehen.“ Bis zum 2. Juli muss sich Nationalcoach Löw auf 23 Spieler festgelegt haben.

Zieler: Kein Mitleid mit Adler

Torhüter Ron-Robert Zieler hat sich über die Berufung ins vorläufige WM-Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft riesig gefreut. "Es kam nicht ganz überraschend. Ich hatte immer ein gutes Gefühl", sagte der Keeper von Hannover 96. Im Vorfeld der Nominierung habe er sich "bewusst aus Spekulationen" herausgehalten, sagte Zieler am Donnerstag nach der Bekanntgabe durch Bundestrainer Joachim Löw.

Der 25 Jahre alte Schlussmann sieht gute Chancen auf seinen dritten Länderspiel-Einsatz im Testspiel gegen Polen am kommenden Dienstag in Hamburg. "Bei der WM werde ich wohl nicht zum Einsatz kommen, das akzeptiere ich. Aber im Training werde ich alles geben", sagte Zieler. Sein Ziel sei es, auch in Zukunft bei der Nationalmannschaft dabei zu sein.

Mitgefühl für den nicht nominierten Rene Adler zeigte Zieler nicht. "Es ist sehr schade für ihn, aber so ist das nun mal im Leistungssport. Mitleid kann man da nicht haben." Bundestrainer Löw hatte sich etwas überraschend gegen den erfahrenen Hamburger Torwart und für Zieler entschieden.

Streich: "Nicht Geld die Welt regiert, sondern Qualität und Ausbildung."

Für Freude sorgte Löws Nominierung auch ganz im Süden der Republik. "Das überrascht mich nicht. Matze hat sich das verdient. Wenn es dann nicht zur WM reicht, geht die Welt nicht unter. Wenn es doch reicht, wäre es großartig. Was willst Du mehr?", sagte Freiburg-Trainer Christian Streich zur Nominierung Matthias Ginters und meinte: "Jetzt muss es der Letzte verstanden haben: Bei uns wird man Nationalspieler."

Im Länderspiel in Hamburg gegen Polen am Dienstag stehen neben Ginter unter anderem auch seine Vereinskollegen Christian Günter und Oliver Sorg im Kader. Die beiden Freiburger Außenverteidiger waren zuvor noch nie in die A-Nationalmannschaft berufen worden. Für Streich ist das der Beweis dafür, "dass nicht Geld die Welt regiert, sondern Qualität und Ausbildung."

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