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Das beste Team der Goal 50 stünde fest - aber welcher Einzelspieler macht es?

Wer ist der Topspieler der Saison? Das Rennen um die Trophäe Goal 50 war nie so eng wie aktuell

Das beste Team der Goal 50 stünde fest - aber welcher Einzelspieler macht es?

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Die Bayern waren die Besten in Europa, aber kein Einzelspieler ragte wirklich heraus. Messi und Ronaldo konnten nicht abräumen – das macht die Wahl des Siegers schwer.

KOMMENTAR
Von Peter Staunton

Es hat in den letzten 12 Monaten eine Verschiebung in der internationalen Fußball-Landschaft gegeben, die es sehr schwer macht, die besten Spieler der Saison 2012-13 zu benennen. Ist individuelle Brillanz alleine ausreichend, um die Auszeichnung einzusacken? Sollte der beste Spieler das beste Team repräsentieren? Oder sollte der Spieler belohnt werden, der persönliche Rekorde aufgestellt hat? Es ist nicht mehr eine staubtrockene Angelegenheit und ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Es war die Art von Saison, in der die herausragende Mannschaft ohne einen herausragenden Kandidaten auskam, denn es war die unerbittliche Konsistenz und Konstanz des FC Bayern München, die alles dominierte.

Die beiden Top-Klubs aus Spanien dominierten zwar weiterhin ihre Liga, aber auch sie konnten in der vergangenen Saison der Champions League nicht mit dem Ligaprimus konkurrieren. Barcelona blieb in der schlechten Saison unter seinen Möglichkeiten und wurde nur Meister, während Real auf ganzer Linie versagte.

GOAL 50 - FRÜHERE SIEGER
 2008 - CRISTIANO RONALDO

Der Stürmer führte Manchester United zu Premier League und Champions League Titelehren.
 2009 - LIONEL MESSI

Der Barca-Star half dabei die aktuellen Europa-Champions zu besiegen, als Pep Guardiolas Team sich anschickt den Kontinent zu dominieren.
 2010 - WESLEY SNEIJDER

Der Spielmacher trieb Inter zum Triple und führte Holland ins Finale der WM.
 2011 - LIONEL MESSI

Ein weiterer Sieg in der CL sowie seine 53 Tore machten den Argentinier zum erneuten Titelträger.
 2012 - CRISTIANO RONALDO

Auch wenn Messi ihn ausstechen konnte, so holte er sich doch mit seinem Team den Titel in La Liga mit einem Punktrekord.

Messis Torrekord alleine machte seine Überlegenheit deutlich und verdeutlichte seinen Wert für Barca. Und doch wurde sein Team in Hin- und Rückspiel von Bayern München zerstört. Er ist der beste Spieler in der Welt, aber er hatte nicht die beste Saison.

Auch wenn Borussia Dortmund und Bayern München Real Madrid und Barca jeweils in den Champions-League-Halbfinals der vergangenen Saison überwinden konnten, so schien es nur eine temporäre Überlegenheit gegenüber den Clasico-Klubs zu sein. Barcas Feldüberlegenheit und die Tatsache, dass man den besten Spieler weltweit in den eigenen Reihen weiß, ließen Hoffnung aufkeimen, weiterhin das Feld zu dominieren.

Real und Barca hatten auch großen Anteil daran, dass Spaniens Nationalelf die Gegner in Serie niederringen konnte. Der Sieg bei der Euro 2012 wirkte nur wie eine weitere Trophäe für das Team von Vicente del Bosque, das sich anschickte, alle möglichen Titel wie ein Staubsauger aufzusaugen.

Aber die Welt sieht in diesem Sommer ganz anders aus als noch ein Jahr zuvor. Bei Real Madrid finden umfangreiche Veränderungen statt, Barcelona befindet sich im größten Umbruch seit der Amtsübernahme von Pep Guardiola im Jahr 2008 und die Herrlichkeit der spanischen Nationalelf fand im Confederations Cup sein Ende.  

Die Bayern, Sieger der Champions League und Gewinner der nationales Doubles, haben zweifelsfrei bewiesen, dass sie die beste Vereinsmannschaft der Welt sind. Letzte Saison gewannen sie alle Titel in einer Art und Weise, die so dominant nie zuvor gesehen wurde. Ihre Einheit funktionierte absolut effizient und das ohne übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler. Franck Ribery war wohl ihr konstantester Spieler über die Saison, aber diese Anerkennung, bescheiden wie sie auch ist, verharmlost die Wirksamkeit von Spielern wie Manuel Neuer, Philipp Lahm, Dante, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Toni Kroos, Mario Mandzukic und sogar Arjen Robben. 

Doch trotz des deutsch-deutschen Champions-League-Finals und der Tatsache, dass die Bundesliga die Anlaufstelle für viele ausgezeichnete Spieler und Teams ist, bleibt die Tendenz, dass die Liga nebst Klubs als Produkt unter Wert angesehen wird. Man wird immer noch am Rande der europäischen Fußball-Elite wahrgenommen, dem Trio der Ligen aus Spanien, England und Italien. Bis man weit verbreitete Anerkennung für den hohen Spielstandard erhält, für den respektvollen Umgang hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit in den Klubs, wird sich auch an dieser Tatsache kaum etwas ändern. Denn ist es schwer sich daran zu gewöhnen, dass man sich besser von der Wahrnehmung distanzieren sollte, dass Madrid und Barca die dominierenden Kräfte im Fußball sind. Ein paar Jahre zuvor war es ähnlich in Bezug auf Englands "Große Vier".

Von der Premier League kann derzeit jedenfalls nicht gesagt werden, dass sie die besten Spieler der letzten 12 Monate in ihren Reihen wusste. Die anhaltende Ablehnungshaltung der Besten auf dem Markt verfügbaren Spielern gegenüber der englischen Liga in diesem Sommer zeichnet die Liga in einem düsteren Licht. Folglich sind erstklassige Spieler von internationalem Ruf dünner als je zuvor auf dem Boden der EPL gesät. Diejenigen Spieler, die herausragend spielten, taten dies auch nur innerhalb der Grenzen der Premier League, ohne auf kontinentaler Ebene überzeugen zu können. Und um wirklich als die besten Spieler angesehen zu werden, ist die internationale Arena die Bühne, auf der diese Spieler zu glänzen haben.

Während Robin van Persie und Michael Carrick den Applaus auf nationaler Ebene einheimsten, galt das nicht für ihre Auftritte in der Champions League, wo United an der Hürde der letzten 16 Teams scheiterte.

Luis Suarez hatte keine Gelegenheit, sich im besten Wettbewerb in Europa zu präsentieren, denn er hing in der Europa League mit Gareth Bale fest - als die besten Spieler der Britischen Inseln.

Das heißt, es gibt keine bessere Bühne als einen guten Sommer des internationalen Fußballs, um Personen ins Rampenlicht zu katapultieren. Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaft oder die Europameisterschaft im Allgemeinen sorgen dafür, dass es eine Vielzahl von Spielern gibt, die auf der großen Bühne das Publikum beeindrucken können. Der Confederations Cup hat schließlich dafür gesorgt, dass Neymar breitere Anerkennung erfahren durfte und dass Europas Sinne für die Talente von Fred und Paulinho geschärft wurden. Doch reicht das, um die Listen der Topspieler zu erobern?

Mit den ganzen Fakten im Hinterkopf ist es schwieriger denn je, den Spieler zu finden, der die Goal 50 anführen kann. In Ermangelung eines absolut herausragenden Kandidaten, der den Rest in Bezug auf seine Fähigkeit und Leistung weit übertrifft, haben wir es mit einem offenen Rennen zu tun. Wenn es einfach nur um die Auswahl des besten Spieler der Welt ginge, wäre es einfacher. Wäre es eine Belohnung für die beste Entwicklung auf einer persönlichen Ebene, dann würden Bale und Neymar ernsthafte Anwärter sein. Wenn es um einen Preis für den besten Spieler im besten Team ginge, dann könnte sich ein Großteil der ersten Mannschaft des FC Bayern München den Titel unter sich aufteilen.

Wie es aktuell aussieht, ist das Ergebnis nicht vorhersehbar.

EURE MEINUNG: Wer wird und wer sollte es "wuppen"?

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