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Für die FIFA steht fest: Die Generalprobe Confed Cup war ein Erfolg, die WM 2014 wird ein Fußball-Fest ohne Probleme.

Rio de Janeiro. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sieht nach dem "besten Confed Cup aller Zeiten" einer erfolgreichen Fußball-WM 2014 entgegen. Die Unruhen rund um das Vorbereitungsturnier will er zwar nicht ignorieren, aber die positiven Aspekte standen für Blatter im Vordergrund.

"Dieses Turnier war ein großer Erfolg, trotz der sozialen Unruhen im Umfeld. Es war keine Generalprobe, es war ein Wettbewerb der Champions. Wir werden im nächsten Jahr eine herausragende WM haben, keine Probleme, überhaupt keine Probleme", sagte Blatter am Montag in Rio de Janeiro. Die WM findet vom 12. Juni bis 13. Juli 2014 in zwölf Städten Brasiliens statt.

Die Proteste hätten allen Beteiligten zu schaffen gemacht, gab Blatter zu. Aber er habe "den Eindruck, dass die sozialen Unruhen jetzt ruhen. Ich weiß nicht, für wie lange, aber sie ruhen." Der Schweizer sprach den Sicherheitskräften "ein sehr großes Kompliment" aus. Diese hätten alle Herausforderungen "professionell" gemeistert. Für Blatter hatte die "Mini-WM" mehrere Sieger: "Die Fußballfamilie, die Menschen in Brasilien, den Fußball in Brasilien."

Südafrika bereits übertrumpft

Der "Mini-WM" 2009 in Südafrika hatte er die Note 7,5 (von 10) gegeben. Jetzt sagte Blatter: "In der Uni braucht man acht von zehn Punkten, um zum Masterstudiengang zugelassen zu werden. Ich vergebe dieses Mal keine Note, ich sage nur: Brasilien ist bereit für den Masterstudiengang, und der findet nächstes Jahr statt."

Die wiederkehrenden Nachfragen zu den Protesten, die es auch am Finaltag im Umfeld des Maracanã-Stadions gegeben hatte, störten den 77-Jährigen sichtlich. "Fußball verbindet Menschen - in und vor den Stadien. Keiner hat etwas gegen friedliche Demonstrationen, aber wir verurteilen Gewalt. Ich bin sicher: Es wird eine wunderbare WM. Man kann nie alle Menschen glücklich machen. Wir versuchen, so viele Leute wie möglich glücklich zu machen, indem wir sagen: Fußball bringt nicht nur Unterhaltung, sondern auch Emotionen und Hoffnung."

Nicht alles perfekt

Generalsekretär Jérôme Valcke sprach in Zusammenhang mit den Protesten von einer "unkomfortablen Situation. Aber wir hatten zu keiner Minute das Gefühl, wir müssten Spiele absagen." Fußball-Idol Ronaldo assistierte: "Ich habe viel geredet mit den Leuten in den Stadien und auf der Straße. Die Brasilianer sind nicht gegen die WM. Sie sind gegen Korruption und Veruntreuung, gegen die Art, wie das Gesundheits- und das Erziehungswesen gehandhabt wird." Beim Confed Cup sei "nicht alles perfekt" gelaufen, ergänzte das Mitglied des WM-OK, "aber wir wissen, was wir verbessern können".

Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo bilanzierte: "Wir haben die Kriterien erfüllt!" Inmitten der Unruhen habe man "die Sicherheit aller Teilnehmer gewährleistet. Und das brasilianische Volk konnte sich ausdrücken, weil wir in einer lebendigen Demokratie leben." Es sei aber die Pflicht der Politik, Transport- und Kommunikationswege weiter zu verbessern. "Nicht nur für die WM, sondern für unser Land. Der Fußball kann als Plattform für die soziale Entwicklung dienen. Wir sind noch kein perfektes Land, wir sind in der Entwicklung."

Seleção begeistert

Blatter schwärmte vor allem vom Endspiel zwischen Brasilien und Weltmeister Spanien (3:0) am Sonntag und den "fantastischen, nicht fanatischen Fans". Die Seleção habe in der "Kathedrale" Maracanã "Geschichte geschrieben". Überhaupt sah er "technisch-taktisch ein außergewöhnliches Turnier".

Die FIFA untermauerte Blatters Worte im Palmen-Saal des Hotels Copacabana Palace mit einigen Zahlen und Rekorden. 804.659 Zuschauer (Schnitt: 50.291) seien zu den 16 Spielen gepilgert, das ist der zweithöchste Wert der Cup-Geschichte. 68 Tore (4,25/Spiel) sind eine Bestmarke. Die Halbfinals sorgten auf den neun TV-Schlüsselmärkten, darunter Deutschland, für nie erreichte Zuschauerzahlen. Und auch die Internetseite der FIFA verzeichnete mit 30 Millionen Besuchern aus 190 Ländern im Turnierzeitraum einen Bestwert.

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