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Ein Fußball-Leckerbissen im Feinschmeckertempel: Im Traumfinale des Confed Cups spielen elf Brasilianer gegen elf Spanier - und am Ende gewinnt wie immer (auch) Bayern München.

Rio de Janeiro. Als Javi Martinez aus der spanischen Jubeltraube wieder auftauchte, hatte er ein breites Grinsen im Gesicht - und mit ihm freute sich (fast) die ganze Fußball-Welt. Spanien gegen Brasilien: Der Confed Cup bekommt sein Traumfinale.

Zwei Bayern im Maracana

"Ein Finale im Maracanã gegen Brasilien, das war schon als Kind mein Traum - jetzt ist er in Erfüllung gegangen", sagte Martínez nach dem 7:6 i.E. (0:0 n.V.) gegen Italien, mit dem die Selección das Endspiel erreichte. Dort wird am Sonntag (24.00 Uhr MESZ/ZDF) der "Meister der Meister" gekrönt - und mindestens ein Profi von Triple-Sieger Bayern München wird auch diesmal wieder jubeln.

Er freue sich besonders auf das Duell mit seinen Klubkollegen Luiz Gustavo und Dante, meinte Martínez. "Schon wieder ein Finale", fügte er ein bisschen ungläubig an. Nach denen in Champions League und DFB-Pokal ist es sein drittes in dieser Saison.

Luiz Gustavo erinnerte vor dem Endspiel an den Halbfinaltriumph von Bayern München in der Champions League gegen den FC Barcelona. Vor allem dem Tiki-Taka der Spanier, die den Ball mit Kurzpässen lange in ihren eigenen Reihen halten, sieht der Defensivmann gelassen entgegen. "Statistiken sind auch nur Nummern. Und in diesem Jahr haben wir in der Champions League Barcelona trotz weniger Ballbesitz besiegt. Das Ergebnis drückt sich allein in Toren aus, und die wollen wir machen. In Führung gehen, unser Spiel aufziehen und das Ergebnis über die Zeit bringen", sagte der 25-Jährige.7

Der Hitzefaktor

Welt- und Europameister Spanien hatte leiden müssen in der Hitze Fortalezas. Und die Brasilianer, in ihrem Halbfinale gegen Uruguay (2:1) ebenfalls schwer gefordert, wittern nun ihre Chance. "Es ist der richtige Moment für dieses Duell gekommen und der Zeitpunkt, um Spanien vom Sockel zu stoßen", sagte WM-Rekordtorschütze Ronaldo, während Topstar Neymar erklärte: "Mein Vater hat mir mal gesagt, egal wie stark der Gegner ist, du musst dich so teuer wie möglich verkaufen. Und das haben die Italiener im Halbfinale gemacht. Ich hoffe, dass wir mit dem gleichen Willen, mit der gleichen Courage auf sie losstürmen. Denn dann können wir als Sieger vom Platz gehen."

Die tapferen Italiener hatten Spanien fast so weit. Wer nach dem Spiel in das Gesicht von Trainer Vicente del Bosque blickte, musste glauben, es wäre bereits geschehen gewesen. Schweißperlen bedeckten seine Stirn. "Jetzt lasst mich doch erstmal durchschnaufen", stöhnte er, als er über Brasilien reden sollte. Dann tat er es dennoch: "Ich hoffe, meine Spieler fühlen sich glücklich wie Kinder, weil sie im Maracanã spielen dürfen. Sie haben so viel gewonnen, aber das Ding noch nicht. Wir sind wirklich heiß darauf."

Das war seinen Spielern nach dem Halbfinale anzusehen und ihren Worten zu entnehmen. Wann immer das Wort "Maracanã" fiel, grinsten sie. Das 10:0 gegen Tahiti in der Vorrunde im "Tempel des Fußballs" war ein schmackhafter Appetitanreger, jetzt wartet der köstliche Hauptgang. "Dieses Spiel weckt unseren Hunger", sagte Kapitän Iker Casillas, der Spanien gegen Italien im Spiel gehalten hatte: "Jeder, der den Fußball liebt, will dieses Spiel sehen, beide Mannschaften verdienen dieses Finale. Es wird ein ganz besonderes Spiel."

Möglich gemacht hat es Jesus Navas, der nach dem Fehlschuss von Leonardo Bonucci Spaniens siebten Elfmeter verwandelte. Martinez, von del Bosque in der torlosen Verlängerung in der ungewohnten Stürmer-Rolle erprobt, war darüber besonders froh. "Ich sollte den nächsten Elfmeter schießen, mein Puls raste schon", sagte er. Sein Eingreifen wurde nicht mehr nötig, weil "der kleine Jesus Spanien neues Leben schenkte", wie das Sportblatt Marca dichtete. Die Zeitung AS nannte die Seleccion im Überschwang "unbesiegbar".

"Wir werden bereit sein und eine gute Show abliefern"

Doch Brasilien hat sich bei diesem Turnier jede Menge Respekt zurückgeholt. Welche Spieler er fürchte, wurde del Bosque gefragt. "Todos", antwortete er, alle. "Alle sind in der Lage, uns Probleme zu bereiten. Sie haben Neymar vorne, der fantastisch spielt, aber auch andere sehr starke Spieler." Dass Spanien nach den Strapazen von Fortaleza einen Tag weniger Zeit zur Erholung habe, mache es komplizierter, "aber ich suche keine Ausreden. Wir werden bereit sein und eine gute Show abliefern."

Seit 29 Pflichtspielen ist Spanien jetzt unbezwungen. "Es ist an Zeit, dass diese Serie reißt - und das wird auch passieren", sagte Carlos Alberto Parreira, der technische Koordinator der Seleção.

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