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"Allarme Balotelli!" - Vorteil Spanien

Mario Balotelli wird in der Neuauflage des EM-Finals von 2012 zwischen Italien und Spanien beim Confed Cup fehlen. Nicht zuletzt deshalb ist der Weltmeister klarer Favorit.

Rio de Janeiro/Fortaleza. Spaniens Seleccion stimmte sich gerade auf die Neuauflage des EM-Endspiels gegen Italien ein, da verbreiteten die Nachrichtendienste im Land des Halbfinal-Gegners wahre Schreckensmeldungen. "Allarme Balotelli!", "Niente Balotelli contro la Spagna" und "Balotelli ko" lauteten die Schlagzeilen in der Nacht auf Montag in Europa. Ausgerechnet Mario Balotelli, der Italien nach dem 2:4 (0:1) gegen Brasilienbei der Revanche für das 0:4 im EM-Finale von Kiew zum Sieg führen sollte, wird am Donnerstag in Fortaleza fehlen.

Diese für die Fußball-Nation Italien unheilvolle Nachricht deutete sich am Sonntag wenige Stunden nach Spaniens eindrucksvollem 3:0 (1:0) gegen Nigeria, mit dem das erneute Duell perfekt war, bereits an. Am Montagmorgen war dann das endgültige Aus Gewissheit.

Die Spanier hatten schon zuvor nicht gerade vor Ehrfurcht gezittert. "Wir hatten noch nie Angst vor einem unserer Gegner, und die werden wir auch jetzt nicht bekommen", sagte Spielmacher Andres Iniesta. Warum auch? Die "Rote Furie" stellt das beste Team bei der "Mini-WM" und steuert unbeirrt aufs Traumfinale gegen Gastgeber Brasilien am Sonntag im Maracanã in Rio de Janeiro zu. Und: Italien geht buchstäblich am Stock.

Personelle Sorgen herrschen bei Prandelli

Nicht nur die Personalie Balotelli bereitet Sorgen. Ignazio Abate (Schulter) sitzt bereits wieder zu Hause, Regisseur Andrea Pirlo plagt eine Wadenverletzung und Riccardo Montolivo brummt der Schädel. Immerhin: Bei Pirlo und Montolivo sei er fürs Halbfinale "optimistisch", sagte Mannschaftsarzt Enrico Castellacci. Vor allem Pirlo wird Italien im Estadio Castelao dringend benötigen gegen die starken Spanier.

Die zelebrierten gegen gute Nigerianer phasenweise Traumfußball. 22 Schüsse gaben Iniesta und Co. ab, 17 davon aufs Tor, drei fanden ihr Ziel. Jordi Alba (3., 88.) und Fernando Torres (62.) trafen im 28. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie (seit 21. Juni 2010). Das bedeutete eine neue Bestmarke. Die alte hatte Frankreich (September 1994 bis März 1999) inne. Und mit welcher Leichtigkeit die Spanier ihren Sieg herausspielten, trotz lange zäher Gegenwehr.

Coach Vicente del Bosque ächzte zwar über die "enorme Hitze und atemraubende Luftfeuchtigkeit" in Fortaleza. Doch seine Mannschaft scheint die einzige in Brasilien zu sein, der das nichts ausmacht. "Wir haben glücklicherweise Spieler, die technisch sehr beschlagen sind", meinte del Bosque: "Das erlaubt uns, in den entscheidenden Momenten Energie zu sparen." Die Italiener werden auch diesen Satz mit einigem Schrecken vernommen haben.

"Italien schwieriger Gegner"

Doch Spanien begegnet dem angeschlagenen Kontrahenten mit Respekt. "Italien ist ein schwieriger Gegner, ein Großer in Europa, ein Großer in der Welt. Sie wollen Revanche nehmen für das EM-Finale im vergangenen Jahr, aber ich hoffe, dass wir am Sonntag im Endspiel stehen werden", sagte del Bosque.

Torres, mit fünf Treffern an der Spitze der Torjägerliste, nannte Italien eine "gefährliche Mannschaft, die uns das Leben immer schwer gemacht hat". Und Iniesta erwartet "ein hartes Halbfinale". Zumal Cesc Fabregas (muskuläre Probleme) lädiert ist.

Aber was soll's? Fällt Fabregas aus, spielt halt David Villa. Oder Torres von Anfang an. Oder Juan Mata. Oder David Silva. Oder Santi Cazorla. Oder, oder, oder. "Sie sind die Besten der Welt", sagte Italiens Trainer Cesare Prandelli ehrfürchtig: "Wir versuchen, unsere Entwicklung weiter voranzutreiben, die Kräfte zu bündeln und unser Spiel zu spielen." Viel Glück, möchte man ihnen zurufen.

EURE MEINUNG: Gelingt Italien dennoch die Revanche?

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