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Fußball nur Nebensache: Demonstrationen in Rio

Confed Cup in Rio: Größte Massen-Demonstration seit 20 Jahren

Fußball nur Nebensache: Demonstrationen in Rio

CHRISTOPHE SIMON

Auch am Montag wurde im Gastgeber-Land des Confed Cups friedlich demonstriert. Über 200.00 Menschen machten auf den Straßen Brasiliens auf die hohen Kosten des Turniers aufmerksam.

Rio de Janeiro. Die größte Massen-Demonstration seit 20 Jahren in mehreren Großstädten des Landes hat am Montag erneut einen Schatten auf den Confed Cup in Brasilien geworfen. Mehr als 200.000 Menschen zogen durch die Straßen der Metropolen, um vor allem gegen die hohen Kosten der Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr zu protestieren.

"Naturell der Jugend"

Die Demos liefen relativ friedlich ab. Dennoch setzte die Polizei Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse gegen kleinere, maskierte Gruppen ein. In der Nähe der Gebäude der Regionalregierung im Zentrum von Rio de Janeiro kam es zu kleineren Ausschreitungen. Dabei brachen Jugendliche ins Gebäude ein. Das brasilianische Fernsehen zeigte Bilder eines kleineren Feuers. Fünf Polizisten wurden verletzt, ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt. In Rio gingen rund 100.000 Menschen auf die Straße.

In der Hauptstadt Brasilia erklommen rund 200 Personen das Dach des Regierungsgebäudes, verließen dieses aber auf Aufforderung der Polizei wieder. Anschließend bildeten rund 5000 Protestler eine Menschenkette rund um den Komplex. In Sao Paulo zogen 65.000 Menschen friedlich durch die Straßen.

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff versuchte, die Situation zu entspannen und erklärte am Montag: "Friedliche Demonstrationen sind legitim. Es ist das Naturell der Jugend, zu demonstrieren."

FIFA greift nicht ein

Der Fußball-Weltverband FIFA als Ausrichter des Confed Cups hatte am Tag zuvor nach vorangegangenen Ausschreitungen in Rio de Janeiro und Recife erneut nur mit einem Schulterzucken reagiert und keinen Handlungsbedarf erkannt. "Wir respektieren die Demonstranten und ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit", sagte Sprecher Pekka Odriozola. Die FIFA stehe mit den lokalen Behörden in engem Kontakt, habe jedoch keinen Einfluss auf die Ereignisse: "Wir sind nur im Stadion zuständig."

 

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