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Zu den großen Verlierern der Auftaktpartie beim Confed Cup zählte auch Shinji Kagawa. Der Ex-Dortmunder konnte seinem Team beim 0:3 gegen Brasilien kaum Impulse geben

Brasília. Ein freundliches Lächeln, aber eisiges Schweigen: Mit hochgeklapptem Kragen der Trainingsjacke stapfte Shinji Kagawa wortlos aus dem Nationalstadion von Brasília. Kein Kommentar zum 0:3 (0:1) der japanischen Fußball-Nationalmannschaft beim Auftakt des Confed Cups gegen Gastgeber Brasilien - zumindest nicht zu den deutschen Fragestellern.

Kein Wort zum Spiel

Kein Ton zu den 90 Minuten, in denen er doch so gerne Akzente gesetzt hätte. "Es ist mir klar, dass ich mich beweisen muss. Ich stehe in der Pflicht, mehr Verantwortung zu übernehmen", hatte der 24-Jährige, der in der Sommerpause 2012 von Borussia Dortmund zum englischen Rekordmeister Manchester United gewechselt war, vor dem Turnier angekündigt.

"Ich habe nicht ins Spiel gefunden"

Doch auf dem Platz tauchte er nach gutem Beginn unter wie das ganze Team. "Ich habe nicht ins Spiel gefunden", gab er gegenüber heimischen Medien zu. Die Kyodo News machten indirekt auch ihn für die Niederlage verantwortlich. Die Schlüsselspieler hatten sich ganz besonders beweisen wollen, erinnerte die Nachrichtenagentur, "aber Brasilien hat sie zurück auf den Boden der Tatsachen geholt". Auch die Worte von Verteidiger Yuto Nagatomo dürften Kagawa kaum gefallen haben. "Sehen Sie sich doch beide Mannschaften an: Ist irgendeiner von uns gut genug für Brasilien? Die Antwort ist nein, nicht einer."

Kagawa auf Links

Der italienische Trainer Alberto Zaccheroni hatte Superstar Keisuke Honda zentral im Mittelfeld aufgestellt und den technisch versierten Mittelfeldspieler Kagawa mal wieder auf die linke Seite verbannt. Kagawa rochierte stets über die ganze Platzbreite, war zunächst fast bei jedem Angriff der "Blue Samurai" Anspielstation - doch bald war auch von ihm nur wenig zu sehen.

Klopp hatte Tränen in den Augen

Schon Ende Mai hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der Asiens "Internationalen Spieler des Jahres 2012" gerne wieder im schwarz-gelben Trikot sehen würde, in der britischen Tageszeitung The Guardian geklagt: "Shinji ist einer der besten Spieler der Welt und jetzt spielt er 20 Minuten bei Manchester United - auf dem linken Flügel! Das bricht mir das Herz. Wirklich, da habe ich Tränen in den Augen."

20 Ligaspiele...

Immerhin bestritt der Japaner trotz einer zweimonatigen Zwangspause wegen einer Knieverletzung in seiner ersten Saison 20 Ligaspiele für die "Red Devils", verfehlte aber mit sechs Toren sein selbst gestecktes Ziel von zehn Treffern. "Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler mit einem der besten Torriecher, die ich je gesehen habe", urteilt Klopp.

...aber noch nicht angekommen!

Trotz des Lobs des als Teammanager ausgeschiedenen Alex Ferguson ("Seine Gelassenheit am Ball ist fantastisch") ist Kagawa bei ManU sportlich noch nicht angekommen. "Ich muss in meiner zweiten Saison durchsetzungsfähiger werden", sagte er kürzlich, "davon wird die Nationalmannschaft auch profitieren."

Am Samstag war dies noch nicht der Fall. "In Manchester spielt jeder für sich und tut, was er will - aber am Ende funktioniert das", gestand der "Messi Japans", wie ihn die Nippon-Fans nennen. Da ist sein Nationaltrainer ganz anderer Ansicht. "Wir sind hier, um uns als Mannschaft zu entwickeln. Das gilt für alle Spieler, auch für Kagawa", bekräftigte Zaccheroni.
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