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Confed Cup 2013: Deutsche Hingucker beim "Festival der Champions"

Mit Felix Brych hat es zumindest ein Deutscher zum Confed Cup geschafft, aber es lohnt sich für die Bundesliga dennoch, die Generalprobe zu verfolgen.

Rio de Janeiro. Brasilien muss in den nächsten zwei Wochen als Gastgeber beim Confed Cup seine Tauglichkeit für die Fußball-WM im kommenden Jahr unter Beweis stellen. Und auch ohne die deutsche Nationalmannschaft vor Ort gibt es genug Gründe für Bundesliga und DFB, beim "Festival der Champions" am Ball zu bleiben.

Der Bundestrainer ist vor Ort, ein deutscher Schiedsrichter auch und gleich 13 Legionäre aus der Bundesliga: Mitten in der Sommerpause spült der Confed Cup in Brasilien auch ein bisschen WM-Atmosphäre über den Teich nach Deutschland. Schließlich ist es die Generalprobe für das große Fußball-Event im kommenden Jahr.

Beim "Festival der Champions" fehlt die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes, die Brasiliens Ikone Pele Anfang der Woche neben Spanien zum ernsthaftesten WM-Titelkandidaten erkoren hat. Schuld daran trägt Italiens "Enfant terrible" Mario Balotelli, der vor Jahresfrist der DFB-Elf mit zwei Treffern im EM-Halbfinale den Weg ins Endspiel verbaut hatte.

Italien vertritt Europa

Und so vertritt die "Squadra Azzurra" - übrigens mit Balotelli angereist - als "Vize" den europäischen Kontinent. Europameister Spanien hatte bereits zuvor als WM-Triumphator sein Ticket gelöst. Gastgeber Brasilien und Uruguay sind die anderen Weltmeister im Achterfeld, das die Kontinental-Champions Mexiko, Japan, Nigeria und Tahiti komplettieren.

Joachim Löw reist weniger als Spion der Konkurrenz und vielmehr als Inspekteur der Örtlichkeiten an. Für den Bundestrainer, den Assistent Hansi Flick sowie Teammanager Oliver Bierhoff begleiten, wird das Turnier in einem Jahr das "logistisch anspruchsvollste, was wir in den letzten zehn Jahren erlebt haben". Angesichts der riesigen Entfernungen im fünftgrößten Land der Erde gesteht der Bundestrainer: "Da war selbst Südafrika einfacher zu planen."

Löw und Flick in der Lauerstellung

Der DFB-Tross macht sich am Sonntag Richtung Brasilien auf. Löw und Flick werden dann am Mittwoch in Fortaleza Brasiliens Auftritt gegen Mexiko unter die Lupe nehmen. Für Superstar Neymar, der nach seinem 57 Millionen Euro teuren Wechsel zum FC Barcelona unter besonderer Beobachtung steht, eine willkommene Gelegenheit, sich für die Pleite gegen die Azteken im Olympiafinale von London zu revanchieren.

Einen Vorgeschmack auf die langen Reisen bekommen auch gleich 14 Vertreter aus Deutschlands Ligafußball. Japan vertraut auf acht Bundesliga-Legionäre, Nigeria auf einen Kölner und einen Bremer. Von Triple-Gewinner Bayern München wollen Dante und Luiz Gustavo mit Brasilien sowie Javi Martinez mit Spanien noch einen Titel hamstern.

Nummer 14 ist Schiedsrichter Felix Brych. "Als nur einer von vier europäischen Schiedsrichtern nominiert zu werden, ist der größte Erfolg meiner bisherigen Laufbahn", verkündet der 37 Jahre alte Münchner stolz.

Brasilien auf dem Prüfstand

Auf dem Prüfstand steht aber vor allem Brasilien - als Gastgeber neben dem Platz und mit der auf Weltranglisten-Platz 22 abgestürzten Seleção auf dem Grün. Die Elf des zurückgekehrten Nationaltrainers Luiz Felipe Scolari scheint mit dem 3:0 gegen Frankreich am Sonntag rechtzeitig die Kurve bekommen zu haben. Die sechs Spielstätten - bei der WM kommen sechs weitere dazu - gewannen am Ende auch den Wettlauf gegen die Zeit, nur Belo Horizonte und Fortaleza jedoch im vorgegebenen Limit.

Alles auf dem letzten Drücker - die brasilianische Nonchalance macht der FIFA weiter sorgen. Drei Tage vor Turnierstart warteten noch 234.000 bestellte Tickets auf ihre Abholer. Fast 30.000 davon für das Spiel Italien gegen Mexiko am Sonntag. Verstopfte Straßen und lange Schlangen an den Schaltern prägten schon am Mittwoch das Bild rund um das Maracanã.

"Wer sich damit bis zum Spieltag Zeit lässt, läuft Gefahr, nicht rechtzeitig ins Stadion zu kommen", warnt deshalb der Weltverband. Für die 16 Spiele bis zum 30. Juni wurden gut 690.000 der 835.000 angebotenen Eintrittskarten verkauft. Ein Rekordergebnis.

Rund 60.000 werden am Samstag (21.00 Uhr MESZ) beim Anpfiff der Auftaktpartie zwischen Brasilien und Japan im Nationalstadion Mané Garrincha von Brasília für den ersten Hauch von WM-Stimmung sorgen. Unter einem von Stuttgarter Architekten konzipierten Dach. Mit Torlinientechnik aus Würselen bei Aachen. Beim "Festival der Champions" lohnt es sich, aus deutscher Sicht hinzugucken.

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