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Als Mario Balotelli untertauchte, war Domenico Berardi zur Stelle. Der 19-Jährige gehört zu Italiens größten Talenten und darf sich WM-Hoffnungen machen.

ANALYSE
Von Rafael Corradino

Von der italienischen Fußballgewerkschaft AIC wurde Domenico Berardi zum Fußballer des Jahres 2013 der Serie B gekürt - mittlerweile stellt er sein Können allerdings in Italiens höchster Spielklasse unter Beweis. Spätestens seit seinem Viererpack gegen den AC Mailand haben den Youngster alle auf dem Schirm, doch unter Insidern gilt er bereits seit geraumer Zeit als Juwel. Juventus hat bereits zugeschlagen.

Mit Sassuolo taumelt er derzeit zwar trotz seiner Tore dem direkten Wiederabstieg entgegen, aber dass er selbst wieder in Italiens zweite Liga zurückkehren wird, gilt als unwahrscheinlich. Der Marktwert des erst 19-Jährigen wird auf zehn Millionen Euro taxiert und Juventus hat sich 50 Prozent der Transferrechte an Berardi gesichert.

Mit seinen vier Toren gegen Milan hat er sich bereits früh in die Geschichtsbücher und Statistiken des italienischen Fußballs eingetragen. Er ist nicht nur der zweitjüngste Spieler, dem vier Tore in einer Partie gelangen, sondern auch der erste Akteur, der je einen Viererpack gegen Milan geschnürt hat.



Ein Lob gab es nach diesem Auftritt auch von Milan-Angreifer Mario Balotelli, der Experten zufolge zwar zu den talentiertesten Stürmern der Welt gehört, derzeit aber in einem heftigen Formtief steckt. "Komplimente und viel Glück an Berardi", erklärte der 23-Jährige auf Twitter. Berardis Saisonstatistik weiß zu überzeugen: zwölf Tore hat er bislang in 2013/2014 erzielt. Mit einem Durchschnittswert von einem Treffer alle 118 Minuten gehört er zur Spitzengruppe in Italiens Serie A.



Berardi hatte 2013 einen entscheidenden Anteil daran, dass er sich nun mit Sassuolo überhaupt in der Serie A präsentieren darf. Seine acht Treffer in der zweiten Saisonhälfte führten die Mannschaft mit zum Aufstieg. Fünfmal traf er zum wichtigen 1:0, viermal baute er die Führung entscheidend aus. Eusebio Di Francesco, Ex-Sassuolo-Coach, hatte den Youngster in der eigenen Jugend entdeckt und hochgezogen.

Mit 15 verließ Berardi seine Heimat im tiefsten Süden Italiens, um bei seinem Bruder in Modena den Durchbruch zu schaffen. Schnell wurde ein Sassuolo-Scout auf den Jungen aufmerksam und so nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Berardi ist in seiner Art als Angreifer einzigartig.

"Nach italienischen Spielern, die seinem Typ ähneln, sucht man in der Fußballgeschichte fast vergebens. Sein starker linker Fuß erinnert an Giuseppe Signori; von der Körpersprache und den Dribblings her erinnert er an den jungen Alessandro Del Piero", erläutert Simone Gambino von Goal Italien. Vor allem sein großes Potenzial sorge in Italien für Hoffnung - bereits im Juni könnte er Juventus verstärken, für knapp fünf Millionen Euro kann sich der italienische Rekordmeister die übrigen 50 Prozent der Transferrechte sichern.

Am Sonntag trifft Berardi mit Sassuolo auf den SSC Neapel. Die Süditaliener müssen sich in Acht nehmen. Für Berardi ist es eine weitere Chance, auf der großen Bühne vorzuspielen und Nationaltrainer Prandelli auf sich aufmerksam zu machen. Bereits im Freundschaftsspiel gegen Spanien am 5. März könnte er im Vincente Calderon sein Debüt für die italienische Nationalmannschaft feiern. Die großen Klubs haben ihn längst im Visier - und Juventus lacht sich ins Fäustchen.

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