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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Laura Reinkens

Dortmund. Die Champions-League-Hymne wird den Spielern von Borussia Dortmund wahrscheinlich nie wieder aus dem Ohr gehen. Bis ins Finale haben sie es 2012/13 geschafft. In der Liga wurde man unangestrengt Zweiter. Soweit alles erreicht, was die Fans erhofften und international sogar weit darüber hinaus. Aber jetzt ist der Punkt erreicht, an dem Jürgen Klopps Team liefern muss. Man sollte den Fokus nächste Saison wieder ein wenig mehr auf die Meisterschaft legen und schauen, wie man eben wenigstens von den schottischen wieder zurück zu den spanischen Verhältnissen kommt.

Dabei müssen sich die Dortmunder breiter aufstellen als zuletzt. Es kann nicht sein, dass Robert Lewandowski und Julian Schieber die einzigen beiden Stürmer sind. Im offensiven Mittelfeld hat es einen Abgang gegegeben, der ersetzt werden muss. Für die Defensive wurde sich bereits Sokratis geangelt. So kann mit wenigen Transfers für die richtigen Positionen schon sehr viel erreicht werden.

Wunsch 1: Zwei Stürmer

Es gibt keine Ausreden mehr: Mit Julian Schieber kann man nicht als direkten Ersatz für Robert Lewandowski rechnen. Und Lewandowski selbst könnte ja auch bald weg sein. Ein großes Loch tut sich im Sturm des BVB auf. Selbst wenn Lewandowski bleibt - man könnte die Zeit nutzen, um den neuen Stürmer voll zu integrieren, zu rotieren und nächste Saison damit den größtmöglichen Erfolg erreichen. Einen anständigen zweiten Stürmer braucht es eh.

Dabei kann es gut sein, dass Dortmund zum ersten Mal seit schon etwas längerer Zeit einen wirklich internationalen Star holt. Lewandowski ist eh nicht zu ersetzen, daher sollte man die aktuelle Popularität und den Watzke'schen Sinn für Finanzen nutzen, um die höchste Liga der Stürmer Europas abzuklopfen und zu sehen, was dauerhaft finanziell realistisch ist. Der neue Stürmer wird nicht die Zeit haben, sich lange einzuleben wie damals Lewy, der in seiner ersten Saison hinter Barrios lange Anlauf nehmen konnte. Der neue Stürmer muss sofort sitzen und genug Erfahrung haben, um den ganzen Weg in der Champions League mitzugehen.

Er passt ins Beuteschema: Edin Dzeko, Manchester City, 27 Jahre, Stürmer

Diese Idee entspringt natürlich zu einem gewissen Teil der Mediensause, die in den letzten Monaten um ein mögliches Engagement Dzekos gemacht wurde. Aber Hand aufs Herz - es scheiterte in den Gedankenspielen der Fans und Medien doch nur am Gehalt. Setzt man voraus, dass sich Dzeko für den Fußball und gegen eine weitere Million entscheidet, wäre er der perfekte Nachfolger für Lewandowski. Auch in einer Übergangssaison, in der Lewy dann doch nicht jetzt sondern nächstes Jahr ginge, würde Dzeko rational genug sein, um auch ein paar Spiele auf der Bank zu sitzen.

Er hat bereits in der Bundesliga bewiesen, was er kann und die Erfahrungen, die er aus Manchester mitnehmen könnte, würden sicherlich nicht schaden. Auch charakterlich passt er fantastisch in die Mannschaft - ein wichtiger Punkt bei den Dortmundern. Diese Kragenweite sollten sich Aki, Susi und Kloppo leisten. Der zweite Stürmer dahinter kann gerne wieder ein aufstrebendes Talent sein, dass die fabelhafte Scouting-Abteilung wieder irgendwo in einer zweiten Liga am Rand der Welt entdeckt hat. Das ist ihre Stärke, die sollen sie ausnutzen.



Wunsch 2: Ein Außenverteidiger

Nimmt man mal Sokratis als aktuellen Piszczek an, der jetzt verkündete, dass weitere Komplikationen aufgetreten sind und sein Ausfall noch über fünf Monate hinausgehen könnte, hat man nur zwei Außenverteidiger und den unverwüstlichen Kevin Großkreutz, der gut mal aushelfen kann auf der Position. Das kann es ja nicht sein. Daher müsste mindestens ein guter Außenverteidiger kommen, jung, aufstrebendes Talent, der in Ruhe alle Erfahrungen wie Champions league und Siege in der Liga aufsaugt. Im Prinzip ein Chris Löwe ohne doppelten Leistenschaden. Dabei darf ruhig in fremden Ligen gewildert werden. Außenverteidiger sind rar, gute noch mehr.

Er passt ins Beuteschema: Martin Kelly, Liverpool FC, 23Jahre, Innen-, Außenverteidiger

Martin Kelly ist ein Platzhalter. Durch seinen Kreuzbandriss letzte Saison ist er sowieso kein Spieler, den man jetzt aus der Reha herauskauft. Aber Kelly steht für den Typ jungen Verteidigers, der die nötige körperliche Durchsetzungskraft hat, bei Steven Gerrard in die Schule gegangen ist, was Flanken und Pässe angeht und bereits Nationalspieler Englands unter Hodgson wurde. Spieler wie er sind auf dem Sprung, sie warten auf den nächsten Schritt. Wäre Kelly selbst aktuell gesund, man könnte mit dem Gedanken spielen. So steht der Name nur für den hungrigen jungen Spieler, der schon von einem großen Verein kommt und nun auch den Erfolg haben will.



Wunsch 3: Zwei offensive Mittelfeldspieler

Da war doch etwas. Mario Götze wechselt zu den Bayern. Nun heißt es, die "Pummelfee" zu ersetzen. Das dürfte bei diesem internationalen Markt an dribbelstarken Allroundern in der Offensive nicht schwer sein. Zur Erklärung: Natürlich ist Mario Götze vielleicht das größte deutsche Talent seit ewigen Jahren, aber in dieses Dortmunder System werden auch andere passen und abliefern können. Nur kreativ muss der Ersatz für Götze sein. Mit Kuba und Reus hat man zwei sehr abschlussstarke Spieler parat. Man bräuchte die Verlängerung von Gündogan. Gündogans Talent, mit einem Pass die komplette Hintermannschaft des Gegners zu brechen, braucht eine verlängerte Hand eine oder anderthalb Positionen weiter vorn.

Der zweite offensive Mittelfeldspieler muss Moritz Leitner ersetzen können, dessen Leihe zu Stuttgart immer wahrscheinlicher wird. Moritz Leitner saß schon eine Saison zu lang auf der Bank, bedenkt man seine Qualitäten und sein Alter. Hier werden die Dortmunder wahrscheinlich wieder zu ihren Scouting-Stärken zurückkehren und ein junges, unbeschlagenes Talent holen. Gemeinsam mit Hofmann, der in den A-Kader rücken wird, sollte das als Back-up genug sein.



Er passt ins Beuteschema: Christian Eriksen, Ajax Amsterdam, 21 Jahre, offensiver Mittelfeldspieler

Nach zwei, drei Interviews, die Eriksen gab, schien ja schon fast alles perfekt. Der hochbegabte Däne sagte öffentlich, dass er die Herausforderung Dortmund annehmen würde und es sich gut vorstellen könne, beim BVB zu spielen. Das können sich auch die schwarz-gelben Fans sehr gut vorstellen.

Eriksen ist ein Juwel. Als er 16 war, stand er schon ganz oben auf dem Zettel des FC Barcelona, entschied sich aber, weiter bei Ajax zu spielen. Schon dieser Schritt war für ihn damals schwer gewesen, da er sehr an Heimweh litt und nicht noch weitere Veränderungen hinnehmen wollte. So hat er den im Prinzip besten Entschluss gefasst, den er fassen konnte. Nach der Ajax Akademie blieb er im Verien, wo er inzwischen seine fünfte (!) Profi-Saison absolviert hat. Nicht nur bei Ajax hat er sich einen Namen gemacht. Sein Talent und Können schien grundsätzlich über die Eredivisie hinaus.

Jetzt ist er 21 Jahre alt und bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Zweimal traf er diese Saison in der Gruppenphase der Champions League schon auf die Dortmunder und wird ihren Weg ins Finale wie der Rest Europas mitverfolgt haben. Natürlich wäre es eine Umstellung für Eriksen, natürlich würde er etwas Startzeit in der neuen Liga brauchen, aber ist der bloße Gedanke, was ein Klopp aus einem Eriksen noch rausholen könnte, nicht viel zu verlockend?

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