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Goal-Rich-List-König David Beckham ist nicht einmal unter den fünf reichsten Sportlern der Welt

Ein Gesamtvermögen in Höhe von etwa 1,9 Milliarden Euro haben die 50 reichsten, aktiven Fußballer angehäuft. Dennoch sind Stars aus anderen Sportarten noch (deutlich) wohlhabender.

 Chris Evans
 Experte für Sportfinanzen
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Dass David Beckham an der Spitze der Goal Rich List 2013 steht, ist keine Überraschung. Der 37-Jährige ist ein globaler Superstar, der einerseits von seinen lukrativen Verträgen mit seinen Klubs profitiert hat und abseits des Rasens mit seiner Marketingmaschinerie erfolgreich war.

Beckhams Vermögen in Höhe von 199,1 Millionen Euro wirkt allerdings im Vergleich zum Reichtum eines Tiger Woods (623 Millionen Euro) oder eines Michael Schumachers (590 Millionen Euro) überschaubar. Führende Experten glauben indes, dass Lionel Messi und Cristiano Ronaldo diese beiden überflügeln können. Schließlich wird gerade jede Menge Geld investiert.

Der Fußball hat den großen Vorteil, dass er der populärste Sport der Welt ist. Zum Vergleich: Das Finale der Weltmeisterschaft 210 in Südafrika sahen sich 700 Millionen Menschen am TV an. Nur knapp über 100 Millionen Menschen schalteten dagegen in diesem Jahr beim NFL Super Bowl ein. Folglich fließen mehr Sponsorengelder in den Fußball, als in jede andere Sportart.

 DIE FÜNF REICHSTEN SPORTLER
1 Tiger Woods
Golf
623 Mios €
2 Michael Schumacher 
Formel Eins
590 Mios €
3 Roger Federer
Tennis
227 Mios €
4 Kobe Bryant
Basketball
214 Mios €
5 Alex Rodriguez
Baseball
214 Mios €

Ein wesentlicher Teil des Geldes, das die Topfußbaler unserer Liste verdienen, stammt aus Deals mit Nike, Adidas, Puma, Pepsi und EA Sports - globale Unternehmen, welche die beiden größten Stars, Ronaldo und Messi, als beste Werbeträger des Planeten ansehen.

Beide Spieler treffen wie sie wollen und ihr Wiedererkennungswert geht weit über den Fußball hinaus. Erkannt und bewundert werden sie sowohl in den „Favelas“ Brasiliens als auch in Straßen von Shanghai. Gelingt es ihnen, aus ihrem Status das maximale Kapital zu schlagen, dann könnten sie selbst Größen wie Roger Feder und Tiger Woods finanziell hinter sich lassen.

Kurt Badenhausen, Senior Editor bei Forbes, erklärte Goal.com: „Ich halte Ronaldo und Messi für die beiden marktfähigsten Athleten der Welt und sie verdienen weniger, als sie eigentlich sollten. Sie stehen am Gipfel ihrer Schaffenskraft und sie sollten ihre Einkünfte maximieren.“

„Sie verfügen über das Potenzial, Beckham, Michael Jordan, Tiger Woods - einfach alle hinter sich zu lassen. Allerdings ist es nun eine andere Zeit: Schließt Du mehr Deals ab, muss Du mehr Zeit in Deinem ohnehin stressigen Terminplan opfern.“

Zwar sind alle Spieler in der Goal Rich List locker Multi-Millionäre. Doch es gibt noch eine Menge Spielraum für die Kicker, mehr Geld zu verdienen.

Ein Einwand ist die Länge und Intensität einer Fußballsaison. Sie erlaubt es Topspielern nicht, Sponsorendeals mit ihren Promo-Terminen voll auszuschöpfen. Und die Teilnahme an möglichst vielen Events ist oft der wichtigste Punkt in diesen Partnerschaften.

Um einen Vergleich zu ziehen: Die beiden größten Namen im Basketball sind aktuelle LeBron James und Kobe Bryant. Sie verdienten gemäß der Forbes-Liste der 100 höchstbezahlten Athleten zwischen Juni 2011 und Juni 2012 31 beziehungsweise 24 Millionen Euro mit Werbung. Sie liegen damit hinter Woods (43 Millionen Euro) und Federer (35 Millionen Euro).

Die Top 50 der Goal Rich List

Ohne Zweifel sind Basketball, Fußball, Golf und Tennis lukrative Sportarten. Die Sportartikelhersteller Nike und Adidas greifen darin nach den größten Namen. Die Tatsache, dass die Kleidung der Stars in diesen Sportarten durchgängig zu sehen ist, ist ein wichtiger Vorteil. Und es sind die Stars aus Golf und Tennis, die von der Demographie ihrer Fans und den damit verbundenen Deals mit Sponsoren wie Mercedes-Benz, Rolex und Tag Heuer profitieren.

Will man die Verdienstmöglichkeiten bestimmter Berufe bestimmen, sind Vergleiche interessant: Bei den populären Sportarten in den USA, zeigen die Baseball-Spieler ihren Kollegen aus Basketball und American Football die lange Nase - das gilt auch für die Kicker aus der Major League Soccer. Dies liegt daran, dass die Gehälter beim Baseball nicht begrenzt sind und Topspieler so bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr von ihren Klubs kassieren.

Beim Bastkeball und im Baseball ist es zudem so, dass die Spieler einen Anspruch auf ihr Gehalt für die gesamte vereinbarte Vertragsdauer haben. Alex Rodriguez, Star der New York Yankees, wird vermutlich den Rest der Saison ausfallen und sollte er anschließend seinen Schläger nie wieder gescheit schwingen, ständen ihm dennoch die kompletten 212 Millionen Euro aus seinem Kontrakt zu.

Im Fußball läuft es anders: Dort reichen die Wochengehälter bis etwa 290.000 Euro. Sollte sich aber zum Beispiel Ronaldo verletzen und nie wieder spielen können, gäbe es eine Klausel in seinem Arbeitspapier, die regelt, dass der Verein ihm nur noch eine bestimmte Summe zahlen muss.

Außerdem lässt sich festhalten, dass es nicht schadet, wenn man eine polarisierende Person ist. Im Gegenteil, es kann den Betreffenden zu einer lukrativeren Attraktion machen.

Als Beispiele taugen Leute wie Woods, Floyd Mayweather und eben Ronaldo. Der portugiesische Star ist gewiss nicht der schüchterne, zurückhaltende Typ. Er präsentiert seinen Körper und sein Talent. Das hat ihm einerseits geholfen, Sponsoren anzuziehen und auf der anderen Seite hat er sich eine globale Fanbasis geschaffen - er hat mehr Twitter-Follower und Facebook-Fans als jeder andere Athelt.

Es geht aber auch darum, sein Verdienstpotenzial mit Köpfchen auszuschöpfen. Beckham hat seine eigene Marke gegründet - dank seiner Modelinie ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Durch sein Image und seine ständige Präsenz in den Medien nehmen seine Popularität und seine Einnahmen zu, auch wenn er sich auf der Zielgeraden seiner Laufbahn befindet.

Die Länge und Intensität einer Fußballsaison erlaubt es Topspielern nicht, Sponsorendeals mit ihren Promo-Terminen voll auszuschöpfen.

Der Boxer Mayweather, Nummer eins der Forbes-Sportler-Liste 2012, maximiert seine Einnahmen dadurch, dass er sein eigener Kampfpromoter ist. Mit seiner Firma „Mayweather Promotions“ profitiert er außerdem von den Ticketverkäufen, den TV-Erlösen und den Sponsorendeals rund um seine Fights.                

Mit all dem im Hinterkopf ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Lionel Messi eines Tages David Beckhams Vermögen toppen wird. Er ist erst 25 Jahre alt, wird von einigen bereits als bester Fußballer aller Zeiten angesehen und in seinem neuen Vertrag ist eine saftige Gehaltsteigerung vorgesehen: Von geschätzen acht Millionen Euro wird sein Salär im Jahr 2018 auf 14,4 Millionen Euro angestiegen sein.

Und obwohl Messi hinter Zlatan Ibrahimovic (15 Millionen Euro) und Samuel Eto'o (19,6 Millionen Euro) beim reinen Gehalt aktuell nur die Nummer drei ist, wird er dank diverser Bonuszahlungen 2013 der bestbezahlte Fußballer der Welt sein: Rund 35 Millionen Euro sind Barcelona die Dienste des Weltfußballers insgesamt wert.

Wenn es ihm dann noch gelingt, seine Werbeeinahmen aus Deals mit Firmen wie Adidas, EA Sports und Dolce & Gabbana zu steigern, kann der Argentinier auch auf finanzieller Ebene ähnliche Höhen erreichen, wie er es auf dem Rasen bereits getan hat.

 
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