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In der argentinischen Liga wurden zwei Spieler wegen Dopingverdachts suspendiert. Ein Anlass, einen Blick auf Doping im Profifußball zu werfen.

Buenos Aires. Aufgrund eines Dopingverdachtes sind in der argentinischen Liga zwei Spieler vom nationalen Fußballverband vorläufig suspendiert worden. Konkret betrifft dies Lucas Bernardi, defensiver Mittelfeldspieler der Newell's Old Boys, und Gustavo Canales, Stürmer von Arsenal de Sarandi. Beide wurde positiv auf eine noch nicht näher bekannte Substanz getestet.

Bernardi einst für Monaco aktiv

Bevor eine endgültige Suspendierung ausgesprochen werden kann, müssen zunächst weitere Analysen vorgenommen werden. Der 35-jährige Bernardi spielte zwischen 2001 und 2008 für den AS Monaco und nahm dabei auch am Champions-League-Finale 2004 in der Schalke-Arena teil, welches Monaco klar gegen den damals von Jose Mourinho trainierten FC Porto verlor. Canales wiederum war in den letzten drei Jahren für fünf verschiedene Vereine in Argentinien und Chile aktiv.

Wie in anderen Sportarten gibt es auch im Fußball immer wieder Dopingfälle, allerdings in vermeintlich weitaus kleinerem Rahmen als in individuellen Sportarten wie dem Radsport oder der Leichtathletik. Doch in der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte über systematisches Doping in Spanien. So wurden beispielsweise der FC Barcelona und der FC Valencia mit Lance Armstrongs Doping-Arzt Luis del Moral in Verbindung gebracht, wohlbemerkt ohne Beweise.

Systematisches Doping in den 90er Jahren

Tatsächlich nachgewiesenes Doping wurde im Fußball speziell in den neunziger Jahren zum Teil systematisch durchgeführt. So gab beispielsweise Jean-Jacques Eydelie Jahre später zu, dass beim Champions-League-Triumph von Olympique Marseille 1993 ein Großteil der Mannschaft vor Spielbeginn eine Spritze mit leistungsfördernden Mitteln erhalten hatte - Rudi Völler soll sich damals allerdings laut Eydelie geweigert haben, diese anzunehmen.

Auch Juventus Turin wurde ein Jahrzehnt später überführt, zwischen 1994 und 1998 Spieler systematisch Spieler mit EPO behandelt zu haben. Betroffen waren unter anderem Alessandro del Piero, Antonio Conte und Didier Deschamps.

Auch Edgar Davids, Frank de Boer und Jaap Stam wurden einst wegen des Einsatzes von Nandrolon für mehrere Monate gesperrt, Zinedine Zidane wiederum soll angeblich die französische Musiklegende Johnny Hallyday bei der Suche nach einer regelmäßigen Blutauffrischung beraten haben. Arsene Wenger unterstellte einst, dass manche Vereine ihren Spielern ohne deren Wissen leistungsfördernde Mittel verabreichen würden.

Jüngere Fälle von Doping betrafen unter anderem Kolo Touré (Manchester City) und Alexei Berezutski (ZSKA Moskau). Marseilles Joey Barton bemängelte zudem kürzlich in seinem Blog die mangelhaften Dopingkontrollen im Fußball. So habe er sich in den zehn Jahren seiner Profikarriere niemals einer Blutprobe unterziehen müssen.

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