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Aus der gemeinsamen Zeit in Barcelona hat Ibrahimovic Guardiola gering schätzen gelernt. Berater Raiola steht dabei klar auf seiner Seite.

Monaco. Das Verhältnis zwischen Zlatan Ibrahimovic und Pep Guardiola ist seit deren gemeinsamer Zeit beim FC Barcelona – freundlich ausgedrückt – unterkühlt. Mino Raiola, der Berater des Schweden, äußerte sich nun diesbezüglich und verteidigte dabei seinen Klienten.

Gegenüber 11Freunde verriet der Spielervermittler mit Blick auf Ibrahimovic' Zeit in Katalonien: "Der ganze Klub hat ihn schlechtgemacht. Er war der König bei Inter, und nach seinem Wechsel war er plötzlich niemand mehr. Pep Guardiola hat ihn fallen lassen, ohne Erklärungen." Die wird man auch heute auf Nachfrage nicht mehr erhalten, ist sich Raiola sicher. "Er wird nicht antworten, weil er nicht zugeben kann, einen Fehler gemacht zu haben. Das würde ja seine Intelligenz beleidigen", so der Italiener.

Ibra auf der Bank? "Bescheuert"

Der schwedische Stürmerstar hatte den FC Barcelona seinerzeit schließlich eine Menge Geld gekostet: "Wenn du für einen Spieler 79 Millionen Euro hinlegst und ihn dann nicht einsetzt, ist das nicht nur völlig bescheuert, sondern auch finanzschädigend." Raiola, der generell dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und deshalb bereits vor Gericht stand (nach einer Aussage gegen Sepp Blatter), erklärte weiter: "Ich habe keinen Respekt vor einem Verein, wenn der Verein keinen Respekt vor meinen Spielern hat."

Dies unterstrich der 46-Jährige dann direkt noch mit einem fragwürdigen Vergleich: "Was ich nicht ertrage, ist diese Hörigkeit vor Namen und Titeln. Wenn Guardiola oder der Papst etwas sagen, halten es die Leute für wahr, einfach weil es Guardiola oder der Papst gesagt haben. Man darf nie seinen eigenen Verstand ausschalten - es wird gefährlich, wenn die Leute aufhören nachzudenken."

Kritik an Bundesliga-Managern

Mit Blick auf das Berufliche hatte Raiola unterdessen ein Lob für die Bundesliga parat: "Sie ist, wie alles in Deutschland, perfekt organisiert. Sie ist die Liga der Stunde, aber", hatte er dann doch etwas zu beklagen,"sie hat zwei große Defizite: die Auslandsvermarktung und – darüber bin ich immer wieder verblüfft – einen Mangel an Professionalität unter den Sportdirektoren." Die Manager der Bundesliga-Klubs seien zum größten Teil "richtige Nichtskönner", was er wie folgt begründete: "Das zeigt sich schon daran, dass manche Manager »Mino wer?« fragen, wenn ich anrufe. Bei allem Respekt: Ein Sportdirektor, der Mino Raiola nicht kennt, der sollte sich besser nach einem anderen Job umschauen."

Nicht kritisieren wollte Raiola dabei Hans-Joachim Watzke, Karl-Heinz Rummenigge und Oliver Kreuzer, die er allesamt als "hochprofessionell" adelte. "Aber die Mehrheit der deutschen Sportdirektoren hat von dem, was sie tut, einfach keine Ahnung. Deshalb arbeiten sie mit klubeigenen Beratern zusammen, die an ihrer Stelle für sie verhandeln. Wenn man nicht bereit ist, über diesen Mittelsmann zu kommunizieren, kann man mit dem Klub überhaupt keine Geschäfte machen - ist mir bereits passiert bei Schalke 04", nannte er zugleich explizit ein Gegenbeispiel.

PSG bald Champions-League-Sieger

Mächtig Kritik hatte der Berater dann noch für sein Heimatland parat: "Schauen Sie doch mal nach Italien. Die stecken richtig in der Scheiße. Warum investiert dort keiner in die Infrastruktur der Stadien? In Jugendleistungszentren?" In Deutschland sei dies anders, erkannte er bewundernd an und sprach von einer "optimal umgesetzten Vision."

Eine Vision sieht Raiola im Übrigen auch bei Paris Saint-Germain, wohin er neben Ibrahimovic auch Maxwell und Blaise Matuidi vermittelt hat. "PSG wird nicht nur mit hundertprozentiger Sicherheit die Champions League gewinnen, sondern in naher Zeit auch das Triple", ist der 46-Jährige überzeugt und beanspruchte zugleich für sich, "etwas früher als alle anderen" kapiert zu haben, "was sich dort entwickelt. Das ist auch der Grund, warum ich so erfolgreich bin. Ich kann den Markt lesen, ich weiß, was passiert und warum es passiert. Ich beeinflusse ihn sogar."

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