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Eine Trainerlegende wird 65. Ottmar Hitzfeld gelang fast alles, was er in seiner Karriere anpackte. Bei uns erfahrt ihr alles über den Schweizer Nationaltrainer.

Köln. Ottmar Hitzfeld hat eine grandiose Karriere hinter sich, er sieht sein Leben, seine Entscheidungen als "Geschenk des Himmels". Nur eine Weggabelung gibt es, eine Fügung, an die er auch kurz vor seinem 65. Geburtstag mit Magengrimmen zurückdenkt. "Ich wäre zu gerne Bundestrainer geworden", sagt der Nationaltrainer der Schweiz im Interview, "aber dazu war ich 2004 nicht in der Lage."

Ein "kleiner Burn-out" hielt Hitzfeld damals ab, er musste schon einmal den Ruhestand simulieren, seinen Körper und Geist neu aufladen. Dabei wäre der höchste Posten im deutschen Fußball die logische Folge seiner exzellenten Arbeit gewesen - er hatte die Champions League mit Borussia Dortmund (1997) und Bayern München (2001) gewonnen, jeweils folgte der Weltpokalsieg, beim BVB in seiner neuen Funktion als Sportdirektor. Nationale Doubles hatte er bereits mit Grasshopper Zürich (1990) und den Bayern (2000, 2003) abgeräumt, im Vereinsfußball konnte also nicht mehr viel kommen.

Hitzfeld wollte kein Nationaltrainer werden

Der Deutsche Fußball-Bund unterbreitete ihm hoffnungsfroh auch ein Angebot, Nachfolger von Rudi Völler zu werden, aber Hitzfeld lehnte ab, was scharf kritisiert wurde - dass der sonst so harte "General" ausgebrannt war, wusste niemand. Zehn Jahre später als Schweizer Nationaltrainer "nicht mehr auf der ganz großen Bühne zu sein, aber doch international dabei", empfindet er sechs Monate vor der WM in Brasilien als angenehm. Die WM-Endrunde wird seine Abschiedsvorstellung.

"Ich bin dann sechs Jahre Nationaltrainer, dann ist meine Zeit abgelaufen", sagt er, die Entscheidung für sein Karriereende sei unumstößlich: "Aber mir wird's nicht langweilig." Als TV-Experte (Sky) und für seine Werbepartner wird er weiter präsent sein, er wird es anders halten als beispielsweise Jupp Heynckes, der von der Bildfläche verschwunden ist.

Dennoch soll die Familie nach Jahrzehnten der Entbehrung zu ihrem Recht kommen. "Man weiß nie, wie alt man wird. Meine Frau und mein Sohn haben immer mitgelitten, die haben dann auch weniger Stress. Es gibt ein Leben nach dem Fußball", sagt er. Seine dreijährige Pause ab 2004 hat ihm gezeigt, dass er nach 46 Jahren als Trainer oder Spieler ohne Fußball leben kann.

Hitzfeld gelang fast alles

Ottmar Hitzfeld ist in Lörrach geboren, unmittelbar an der Grenze zur Schweiz - und zweimal nahm er auch einen Anlauf über die Schweiz, um in seiner Heimat anzukommen. 1975 wechselte er vom FC Basel zum VfB Stuttgart, er trug damals schon die gleiche Frisur wie heute und wartete vergeblich auf den Durchbruch. Als Trainer dann, 1991, verpflichtete ihn Borussia Dortmund, "ein Riesenklub, ein Glücksfall". Hitzfeld, studierter Mathematiker und Olympia-Teilnehmer von 1972, Torschützenkönig der Schweizer Super League 1972/73, war nicht mehr aufzuhalten.

Was er anpackte, gelang, so auch seine legendäre Einwechslung von Lars Ricken im Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin (3:1). Matthias Sammer war damals BVB-Kapitän, heute ist er Sportvorstand von Bayern München. "Ich habe ihm viel zu verdanken, und er mir das eine oder andere graue Haar. Er ist ein super Trainer, super Mensch, absolute Weltklasse in der Führung", sagte Sammer am Freitag im Bayern-Trainingslager in Doha.

So wird es auch in der Schweiz gesehen, wo Hitzfeld beachtliche Erfolge feiert, ohne über den Boulevard gehetzt zu werden. Dort verzeihen sie ihm sogar, wenn er einem Schiedsrichter den Stinkefinger zeigt (2012 gegen Norwegen).

Hitzfeld schätzt diese Ruhe - auch an seinem 65. Geburtstag. "Ich mag das nicht, so ganz große Feiern zu machen mit unglaublich vielen Gästen", sagt er. Deswegen wird er sachlich und bescheiden feiern, wie es seinem Charakter entspricht: "Mit meiner Familie in Engelberg in den Schweizer Alpen."

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