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Eine langwierige Sprunggelenksverletzung hat Schweinsteigers WM-Saison bislang belastet. In Doha will der 29-Jährige nun den Anschluss wieder finden und dann durchstarten.

Doha. Das malade Sprunggelenk, Diskussionen um seinen Stellenwert und ehrgeizige Konkurrenten haben Bastian Schweinsteiger in der WM-Saison in Bedrängnis gebracht. Doch Bayern Münchens Spiritus Rector außer Dienst arbeitet im Trainingslager in Katar fieberhaft an einem Comeback, das im besten Fall all die Zweifel erstickt. "Ich weiß, welche Qualitäten ich habe, wenn ich hundertprozentig fit bin", sagte er am Dienstag. Nicht laut oder mit Nachdruck, sondern mit der Selbstverständlichkeit eines gestandenen Führungsspielers.

Noch muss der Vize-Kapitän des Fußball-Rekordmeisters in Doha zusehen, wenn seine Kollegen auf das Tor schießen oder in Zweikämpfen um die Stammplätze für den Rückrunden-Auftakt in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach (24. Januar) rangeln. Der 29-Jährige absolviert einige Meter weiter sein individuelles Aufbautraining mit Arjen Robben, dem zweiten Rekonvaleszenten. Am Dienstagnachmittag bestritt er erstmals Teile des Mannschaftstrainings. Pep Guardiola ist gleichwohl glücklich über Schweinsteigers aktuelle Verfassung. "Es ist viel, viel besser", sagte der Trainer.

Baldiges Comeback

Ebenso zuversichtlich äußert sich der Mittelfeldstar selbst, obschon er noch keinen exakten Termin für sein Comeback im Blick hat. "Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber ich bin guter Dinge, dass es nicht allzu lange dauert", sagte er. Sorgenfalten sucht man in seinem Gesicht vergeblich, auch wenn es um das Thema WM geht.

Dem SID hatte Schweinsteiger Ende des vergangenen Jahres bereits berichtet, dass er noch "keinen Augenblick" Angst um die WM-Teilnahme gehabt habe, und auch am Persischen Golf reagierte er gelassen: "Die WM ist noch eine Zeit lang hin. In erster Linie konzentriere ich mich mit Bayern München darauf, die Titel zu verteidigen, und diese Aufgaben zur Zufriedenheit zu erfüllen."

Bundestrainer Joachim Löw werden solche Aussagen beruhigen. Für ihn ist der Januar ein ganz wesentlicher Monat. "Das ist für mich die Grenze: Wenn ein Spieler normal in die Vorbereitung startet und ein halbes Jahr alle Spiele macht, kann ich davon ausgehen, dass er in guter Form zu uns kommt", hatte er vor Wochen schon betont.

Probleme in der Vorsaison

Die ursprünglichen Probleme wegen eines freien Gelenkkörpers plagten Schweinsteiger bereits in der Vorsaison. Nach einem routinemäßigen Eingriff im Sommer stellte sich jedoch keine Besserung ein, und er musste im November ein weiteres Mal operiert werden. Seither schuftet Schweinsteiger für seine Rückkehr. "Ich kann alle Übungen sehr gut machen. Es geht Step-by-step, ich hoffe, so schnell wie möglich mit der Mannschaft trainieren zu können", sagte er. Sportvorstand Matthias Sammer äußerte zuletzt sogar die Aussicht, dass dies schon in Doha geschieht.

Für Schweinsteiger sind die erneuten Probleme dennoch die Fortsetzung einer inzwischen ziemlich langen Liste an gesundheitlichen Rückschlägen oder Belastungen. In der Saison des Dramas gegen Chelsea setzten ihm ein Schlüsselbeinbruch und ein Außenbandriss im Sprunggelenk zu, eine Wadenblessur behinderte ihn im Champions-League-Finale 2012. Und auch bei der folgenden EM war er nicht restlos fit. Im Triple-Jahr biss sich Schweinsteiger ebenso durch. Er habe immer wieder unter Schmerzen gespielt, bekannte er kurz vor der November-OP. Seine letzte verletzungsfreie Spielzeit erlebte er 2010/11.

Beruhigend für Schweinsteiger ist, dass ihn sowohl Löw als auch Guardiola ("Ihn zu trainieren, ist ein Traum für mich") trotz allem als feste Größe sehen. In Bestform gebe es kaum einen stärkeren Spieler in der Mittelfeldzentrale wie ihn, unterstrich Löw unlängst. Deshalb kann sich der 100-malige Nationalspieler die Zeit nehmen, die er braucht, bis er die Chefrolle wieder an sich reißt. "Ich habe eine gewisse Ruhe in mir, ich weiß, wie es abläuft", sagte Schweinsteiger.

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