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Blamage für Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf: In der 1. Runde des DFB-Pokals verliert der Klub völlig verdient beim Regionalligisten Wiedenbrück. Der Trainer war stinksauer.

Gütersloh. Dass am Ende ausgerechnet Tobias Levels den entscheidenden Fehler machte, passte ins Bild. Der Abwehrspieler wird von Teilen von Fortunas Anhängerschaft seit Monaten harsch kritisiert, ihrer Meinung nach ist der 26-Jährige mit Mönchengladbacher Vergangenheit schlichtweg nicht gut genug für die Düsseldorfer.

Dass er beim 1:1 im jüngsten Liga-Spiel in Köln Fortunas Bester war, vergessen dabei viele. In den Mühlen seiner Kritiker ist es Wind, dass Levels in der 90. Minute des Erstrunden-Spiels im DFB-Pokal beim SC Wiedenbrück als letzter Mann Gegenspieler Marwin Studtrucker umriss, die Rote Karte sah und einen Elfmeter verursachte. Es war die Entscheidung, der Gefoulte selbst traf zum 1:0-Siegtreffer.

Fortuna Düsseldorf, mit vier Zählern aus zwei Spielen ordentlich in die Zweitliga-Saison gestartet, blamierte sich damit total. Gegen den zwei Klassen tiefer angesiedelten Gegner agierte der Favorit meist völlig planlos, und auch in Sachen Kampf um Laufbereitschaft ließ die Leistung zu wünschen übrig. Alles in allem war es ein hochverdienter Sieg für aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber, die nicht im eigenen Stadion antreten konnten und die Partie daher ins benachbarte Gütersloh verlegt hatten.

Vor 6800 Zuschauern war nur in der ersten Halbzeit phasenweise ein Klassenunterschied zu erkennen. Schon in der 2. Minute hätte Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen das 1:0 für die Fortuna erzielen können, sein Heber landete aber Zentimeter neben dem Pfosten. Rechtsaußen Stefan Reisinger hatte nach einer halbe Stunde eine weitere gute Chance, seinen Schuss konnte allerdings Wiedenbrücks Keeper Marcel Hölscher entschärfen.

"Das ist unsere Chance", frohlockte Wiedenbrücks Coach

Nach dem Seitenwechsel ergab sich dann ein anderes Bild – vielleicht auch, weil Wiedenbrücks Coach Theo Schneider psychologische Arbeit geleistet hatte: „Ich habe meinen Jungs in der Pause gesagt: Die denken jetzt darüber nach, sich hier zu blamieren. Das ist unsere Chance“, verriet er hinterher.

Jedenfalls drückte der Favorit nach dem Wechsel nur kurz auf den Führungstreffer, dann legte Wiedenbrück seine Zurückhaltung endgültig ab. Ab der 60. Minute war es bis auf wenige Ausnahmen nur noch die Mannschaft von Schneider, die offensiv Akzente setzte.

Bevor Studtrucker wenige Sekunden vor dem Abpfiff den einzigen Treffer des Tages erzielte, hätte der Angreifer schon zwei weitere Male treffen müssen, scheiterte jedoch jeweils in aussichtsreicher Position (61., 63.). Auf der anderen Seite war es Fortunas Kapitän Andreas Lambertz, der die einzige Großchance der Gäste in der zweiten Halbzeit besaß: Eine Viertelstunde vor Schluss scheiterte er nach Flanke von Mathis Bolly per Volley-Abnahme an Wiedenbrücks Schlussmann Hölscher.

Fortunas Cheftrainer Mike Büskens, ein stets besonnener Zeitgenosse, war nach dem Abpfiff bemüht, nicht die Fassung zu verlieren. „Der Gegner hatte in der zweiten Halbzeit mehr Möglichkeiten, die wir zu verantworten hatten. Jeder verlässt sich auf den anderen. Das ärgert mich maßlos“, konstatierte er relativ kühl.

Sein Schützling Bolly, der bis auf die Hereingabe für Lambertz kaum zu sehen war, sagte: „Alles ist schief gelaufen. Das Problem war, dass wir Wiedenbrück ins Spiel kommen lassen haben. Es tut mir sehr leid – vor allem für unsere Fans, die für eine tolle Stimmung gesorgt haben.“ Zusammen mit seinen Teamkollegen wird Bolly schon am Montagmorgen um neun Uhr zu einer kompletten Trainingseinheit erwartet.

Gut möglich, dass dann auch Manager Wolf Werner eine Ansprache hält. Der 71-Jährige wütete schon am Sonntagabend in Wiedenbrück. „Dafür gibt es keine Erklärung. Wir haben keine Einstellung zum Spiel und zum Gegner gefunden“, sagte Werner und fügte hinzu: „Das ist vollkommen inakzeptabel.“

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